Ho ho ho. Sattelt die Pferde und macht euch marschbereit. Spitzt die Pfeile und schärft die Schwerter. Zeichnet Runen in die Steine und verabschiedet euch von eurer geliebten Familie. Das Abenteuer wartet. Höhlen wollen erforscht werden, Drachen getötet und holde Jungfrauen gerettet. Sacred geht in die dritte Runde und das ist jawohl ein Grund zur Freude, oder? … Nein.

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Auf so vielen Ebenen falsch...

Selbst heute spiele ich den ersten Teil von Sacred noch. Immer wieder starten wir neue Sitzungen, beginnen ein weiteres Abenteuer und leveln unsere Charaktere in die Höhe, um böse Orks, spukende Geister und an Jedi erinnernde Eiselfen zu vernichten. „Sacred 2“ jedoch... Überspringen wir das Thema und belassen es bei dieser Aussage: mehr als ein paar wenige Stunden haben wir es nie ausgehalten.

Sacred 3 - Nein

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"Sacred 3" erscheint am 1.8.2014 auf PC, PS3 und XBox 360.
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Doch was sollen wir noch in Erinnerungen schwelgen, wenn das Gute doch so nah liegt. „Sacred 3“ ist auf dem Weg und wenn die Macher aus den Fehlern von Teil 2 gelernt haben, dann kann es ja eigentlich nur gut werden. Schließlich hatte das Original wirklich klasse Ideen und einen hohen Wiederspielwert. Tolle Charaktere, harte Gegner und coole Dungeons. Was kann also schief gehen?

Scheinbar alles. Wie ein böser Witz, der über das Ziel hinausgeschossen ist, präsentiert sich der dritte Teil als eine Art Diablo-Klon, der den Rollenspielanteil fast völlig ignoriert und nur noch auf Schnetzeln ausgelegt ist. Aber auch das ist irgendwie nicht ganz richtig. Denn wenn etwas auf „prügeln“ und „massakrieren“ ausgelegt wäre, würde es in dem Bereich mehr Abwechslung bieten, oder? Oder?!

Schlauchig

Mit seinen schlauchartigen Leveln, die den Open-World-Anteil aus Teil 1 ersetzen und so wenig mit Sacred zu tun haben, wie Hühnchen in einem vegetarischen Gericht, wirkt das Spiel ein wenig wie „Champions of Norrath“. Dafür spricht auch das Design der Gegner und der Aufbau der Gebiete. Doch in CoN gab es etwas, das mir in „Sacred 3“ fehlt: Loot.

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Ohne Loot ist Sacred nix gut. *räusper*
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Eigene Rüstungen und Waffen könnt ihr vergessen. Zumindest das Sammeln von eben diesen. In der Hauptübersicht könnt ihr zwar Level für Level ein paar vorgegebene Waffen freischalten und mit dem entsprechenden Gold kaufen. Aber vom Sammelwahnsinn, der diese Art von Spiel eigentlich erst so interessant macht, ist nichts mehr zu sehen.

Wenn bis August nicht noch ein Wunder passiert, verdient dieses Spiel nur eine Antwort: nein!Ausblick lesen

Stattdessen beinhalten die Truhen Gold und Lebensenergie. Manchmal auch Punkte für eure Fähigkeiten. Davon könnt ihr ganze zwei ausrüsten. Dadurch beschränkt sich das Spiel auf One-Button-Mashing, zwei „Zauber“ und der Fähigkeit, gegnerische Attacken/Schilde zu durchbrechen. Auf Dauer ist das leider sehr … eintönig.

Hinzu kommt ein Humor, der die flachen Witze aus Teil 2 wie beste Comedy-Unterhaltung wirken lässt und die Annahme zulässt, das ganze Spiel wäre für eine sehr viel jüngere Zielgruppe ausgerichtet. Spätestens nach einer Stunde kann man keine Witze über Fischstäbchen, dumme feindliche Generäle und den eigenen Helden mehr hören. Musik hoch. Effekte hoch. Sprachausgabe ganz weit runter. Ganz weit. Noch n Stückchen. Uuuuund ... aus.

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Das Leveldesign ist wirklich sehr hübsch. Trotzdem wünscht man sich eine Open World zurück.
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Aus eins mach zwei, mach drei, mach vier

Aber es ist nicht alles Pech, was trübt. Es gibt wenigstens drei Punkte, mit denen sich „Sacred 3“ durchaus brüsten kann. Zum einen, können sich die Level – in welche ihr stets gebeamt werdet – durchaus sehen lassen. Grafisch sehr ansprechend und auf hohem (Old Gen-) Niveau. Das ändert zwar nichts an ihrer Schlauchigkeit und den recht einfallslosen Gegnerhorden, die sich auch in höheren Leveln stark ähneln, aber es ist wenigstens was fürs Auge.

Ein anderer Punkt ist der Koop-Modus, auf welchen das Spiel spürbar ausgerichtet wurde. Zu zweit hebt sich die Laune merklich und man spürt, dass die vier wählbaren Charaktere gut aufeinander abgestimmt wurden. Leider haben sie den Charme und Esprit vergangener Tage eingebüßt und werfen nun ebenfalls mit dummen Sprüchen und flachen Witzen um sich.

Und am Ende gibt es noch ein kleines Lob für den Hauch von taktischen Möglichkeiten. Ihr habt stets die Wahl, welche Zauber/Fähigkeiten und/oder Waffen ihr leveln möchtet. Der Umfang ist zwar recht enttäuschend, aber wenigstens vorhanden. Dafür gibt es einige Klassen - die den Titel um Längen besser gemacht hätten, wenn sie spielbar wären – die ihr als „Unterstützende Waffengeister“ nutzen könnt und neue Vor- sowie Nachteile bringen