Seit unserem letzten Ausflug nach Ancaria ist einige Zeit vergangen. Und wie das immer so ist bei Reisen in ferne Länder, lernt man Land und Leute erst nach und nach kennen und entdeckt feine Details beim erneuten Hinsehen. So ähnlich auch hier: Vieles an »Sacred 2« kam uns während eines Besuchs bei den Entwicklern in Gütersloh bekannt vor, doch etliche neue Fakten waren den Machern dennoch zu entlocken.

Was sich in den letzten Monaten in, um und um »Sacred 2« herum getan hat, geben wir selbstverständlich an euch weiter - in unserem zweiten großen Preview.

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In einem Land vor unserer Zeit
Eines vorweg: Trotz hellauf gespitzter Ohren und mehrmaligem Nachbohren waren den Entwicklern erneut nur wenige Informationen zur Hintergrundgeschichte zu entreißen. Dass »Sacred 2« ca. 2000 Jahre vor den Ereignissen des ersten Teils spielt, war ja bereits bekannt. Auch, dass aus diesem Grund die Seraphin der einzige bekannte Charakter aus dem Vorgänger sein wird, wussten wir schon vorher.

Sacred 2 - Fallen Angel - Ein großes Spiel wirft seine Schatten voraus! Wir waren bei den Entwicklern zu Gast.

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Die Seraphin in einer Siedlung der Dryaden. Gut zu sehen: der regnerische Wettereffekt.
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Die Seraphin werden jedoch eine besondere Rolle in der Story einnehmen: Da sie offensichtlich nicht einheimischen Ursprungs sind, sind sie den übrigen Völkern Ancarias technisch und kulturell überlegen. Ihre Herkunft soll im Verlaufe des Spiels geklärt werden, ebenso wie die Frage, woher die Magie im Fantasy-Reich eigentlich kommt. Ob da wohl ein Zusammenhang besteht?

Ebenso bekannt vorkommen werden Spielern des ersten Teils die im Addon »Sacred: Underworld« eingeführten Dryaden. Während sich dieses Volk dort allerdings in die Unterwelt verbannt vorfand, leben sie zur Gegenwart von »Sacred 2« noch oberirdisch in schmucken Baumhäusern - vergleichbar mit den Elben aus einschlägiger Fantasy-Literatur.

Das Dryaden-Reich war denn auch eine der neuen Regionen, die Ascaron erstmals bei der Präsentation vorstellte. Ebenfalls mit dabei waren die bereits bekannte Hochelfenebene und eine Wüstenlandschaft - weitere der insgesamt neun Szenarien werden vor dem Release noch nach und nach enthüllt.

Zwischen Licht und Dunkelheit liegen die Schatten
Besonders hervorzuheben an dem Gezeigten war die augenfällige Liebe zum Detail, mit der die Macher ans Werk gingen: So war ein fein modellierter Marktplatz zu bestaunen, der mit zahlreichen NPCs bevölkert war. In der fertigen Version sollen sich hundert bis zweihundert Personen aus allen Herren Ländern dort tummeln und ihrem Tagesgeschäft nachgehen.

Die Steuerung der Nicht-Spieler-Charaktere wird einer neu entwickelten Engine auferlegt, die weniger auf Skripten als vielmehr einprogrammierten Verhaltensweisen und einer komplexen Datenbank beruht und so nicht nur die Kämpfe dynamischer macht, sondern vor allem das Gameplay nicht-linear werden lässt.

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Licht und Schatten in einer einzigartigen Komposition: die Seraphin in Action.
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Darauf sind die Entwickler besonders stolz: »Sacred 2« wird sich je nach Spielweise vollkommen anders »anfühlen«. Verantwortlich dafür ist zum einen die Fokussierung auf zwei Storylinien - je nachdem ob sich der Spieler für die Licht- oder Schattenseite entscheidet. Dass es sich dabei um kein klischeebeladenes Gut-Böse-Schema handelt, betonen die Macher mit Nachdruck: Stattdessen unterscheiden sich die beiden Gesinnungen in ihrer grundlegenden Philosophie und der Art und Weise, wie sie Probleme lösen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen, bei denen häufig eine »Zwitter-Lösung« die beste Wahl darstellt, sind bei »Sacred 2« auch in der Praxis extreme Entscheidungen möglich - sprich: ein abgrundtief »böser« Held.

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Beängstigend: der Schattenkrieger und seine unheiligen Gesellen.
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Dem Spieler steht es dabei (fast) völlig frei, wofür er sich entscheidet. »Fast«, weil die Ausrichtung bei zwei Charakterklassen grundsätzlich vorgeschrieben ist: So ist die Seraphim von Natur aus eine Lichtgestalt, während der Schattenkrieger seine finstere Herkunft bereits im Namen trägt. Letzterer wurde als neuer Charakter erst vor kurzem enthüllt: Als einst gefallener Krieger hatte er bereits Kontakt mit der Unterwelt und ist somit in der Lage, wahrlich höllische Charaktereigenschaften an den Tag zu legen. Beispielsweise kann er seine verstorbenen Kameraden als untote Armee herbeibeschwören, auf dass sie ihm im Kampf beistehe, oder sich per Astralfähigkeit temporär in eine Geistergestalt verwandeln.

Mod my character!
Neben den unterschiedlichen Charakteren tragen auch die Spezialisierungen einer jeden Klasse in Form von drei wählbaren »Aspekten« und darüber hinaus verfügbaren »Modifikationen« dazu bei, dass sich »Sacred 2« jedes Mal völlig anders spielt. Der Blitzzauber lässt sich etwa in vollkommen unterschiedliche Richtungen ausbauen und »modifizieren«: wahlweise als durchschlagender Superblitz oder in der flächendeckenden Kettenblitzvariante. Insgesamt ermöglicht das Spiel 144 verschiedene Kombinationen, deren Spielweisen zum Teil radikal von einander abweichen sollen.

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Man beachte das detaillierte Fell des Tigers.
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Zudem verfügt jeder Charakter über ein individuelles Reittier. Während es sich eher menschliche Helden auf einem Otto-Normal-Ross bequem machen, nimmt der Schattenkrieger auf einem ungeschlachten Höllenhund Platz, der sogar selbst in den Kampf mit eingreifen kann: Auf diese Weise fügen sich die Mounts sehr viel besser ins Spiel ein wie beim Vorgänger. Besonders gut hat uns die Seraphim auf ihrem Tiger gefallen: An dessen bis ins Detail modelliertem Fell zeigt sich zudem gut die Leistungsfähigkeit der neuen Grafik-Engine.

Wirft man jetzt noch einen Blick auf die imposanten Wettereffekte wie Regen, der deutlich sichtbar von den Oberflächen perlt, und (besonders imposant) Gewitterblitze, so kann man kaum nachvollziehen, dass die Grafiker zunächst Bedenken ob des Umstiegs von 2D in die dritte Dimension hatten: Befürchtungen, der Schritt führe zu weniger Detailreichtum oder kantigen Figuren, dürfen aber zerstreut werden: Besonders die Charaktere mit ihren prächtig verzierten Rüstungen und authentisch wehenden Mänteln zeugen von der Qualität der Engine.

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Der Schattenkrieger übt hier schonmal fürs Goblin-Ball...
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Die läuft vor allem im Verbund mit dem Physik-Motor des Spiels zur Höchstform auf: Neben üblichen Ragdoll- und Stein-kullert-den-Abhang-runter-Effekten soll sie sich auch darum kümmern, dass ganze Lawinen bis ins Detail genau berechnet ins Tal hinab stürzen und dabei Gemäuer auf realistische Weise mitreißen. Die Programmierer zeigten sich so begeistert von den Möglichkeiten der Physik-Routinen, dass sie ihnen mit Mini-Games wie dem »Goblin-Ball« eine gesonderte Ehrung erweisen wollen. Ob es diese Dreingaben schon in die Verkaufsfassung schaffen oder danach zum kostenlosen Download angeboten werden, ist noch nicht sicher.

Auch schön geworden sind die Wasseranimationen, die dieses Mal nicht bloßer Augenschmeichler sind, sondern mit Schiffen bereist werden können. Je nach Wassertiefe schippert ihr mit kleinen Ruderbooten an den Küsten entlang oder befahrt mit großen Segelschiffen die hohe See. Erstmals könnt ihr euch auch in die Lüfte begeben: Als kleinen Ausblick zeigte man uns einen geschmeidig animierten Drachen, den man im späteren Spielverlauf durch die Wolken flattern lassen kann. Wie das genau ins Gameplay eingebunden sein wird und welchen Story-Bezug die Drachenepisode haben wird, wollte man aber noch nicht verraten.

Auf dass sich die Konsole lohne…
Erstmals gibt »Sacred 2« nicht nur PC-Spielern die Ehre, sondern beglückt auch Xbox 360-Besitzer - ein absolutes Novum im Action-RPG-Genre. Damit bei der Erstbesteigung des Konsolen-Olymp auch nichts schiefgeht, gibt sich Ascaron mit der Portierung besondere Mühe: Die Steuerung wird extra an die Möglichkeiten des Controllers angepasst und schien einen durchdachten Eindruck zu machen - selber Hand anlegen durften wir leider (noch) nicht.

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Sexy Hexi: Man beachte auch die Verzierungen auf dem Schild.
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Exklusiv in der Microsoft-Version wird es einen Splitscreen-Modus geben, in dem ihr mit einem Freund an einer Konsole das Abenteuer durchstehen könnt. Natürlich könnt ihr aber auch über Xbox Live an den zahlreichen Multiplayer-Modi teilnehmen. Mit dabei sind alle aus »Sacred 1« bekannten Spielvarianten - inklusive selbstmörderischem Hardcore-Modus. Denn wer hier das Zeitliche segnet, ist ein für allemal weg vom Fenster.

Intensiv beschäftigt man sich bei Ascaron mit dem Balancing im PvP, insbesondere mit der Frage, wie Anfänger mit Niedrig-Level-Charakteren gegen fortgeschrittene Spieler eine Chance haben können. Hierfür wird es eine Lösung geben, die allerdings noch unter Verschluss gehalten wird.