Daniel Dumont ist als Producer und Lead Designer verantwortlich für die Qualität und alle Konsolen-spezifischen Anpassungen der Xbox360-Version von Sacred 2 Fallen Angel.

Was muss man beachten, wenn ein PC-Spiel auch für die 360 umgesetzt werden soll? Hierzu möchte ich im folgenden Beitrag ein paar Zeilen schreiben.

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Das Action-RPG Sacred 2

Zunächst einmal geht es mir nicht um Spiele im Allgemeinen, sondern ganz konkret um das Action-RPG Sacred 2 - Fallen Angel. Der erste Teil erschien 2004 als reiner PC-Titel und war weltweit überaus erfolgreich. Klar, dass es einen zweiten Teil geben muss. Und warum nicht gleich auch für die Xbox 360?

Sacred 2 - Fallen Angel - Daniel Dumont über die Besonderheiten der Xbox-360-Fassung von Sacred 2.

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Sacred 2 wird parallel für PC und Xbox 360 entwickelt.
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Die Situation

Als Nachfolger muss sich Sacred 2 natürlich ähnlich spielen wie der Vorgänger. So sah das Design beispielsweise wieder Maussteuerung und Drag-and-drop-Prinzip vor. Als mein Team mit der Umsetzung der 360-Version begann, war klar, dass einige Dinge anders gemacht werden müssen. Denn die 360-Version soll für ihre Zielgruppe und ihre Plattform genauso ein Meistertitel werden wie auch die PC-Variante.

Logik und Spielmechanik

An Logik und Spielmechanik wollten wir möglichst wenig ändern. Denn der Spaß an einer freien, nahtlosen Welt, die sechs innovativen Charaktere und deren Aufstiegsprinzip mit der hohen Individualisierbarkeit - das sind Features, die für alle Plattformen gelten. Vielleicht bekommt die 360-Version in der Schlussphase hier und da ein etwas anderes Balancing. Aber das war’s dann auch schon.

Die Steuerung

Zuallererst sticht natürlich die Steuerung ins Auge. Mit der Maus klickt man auf eine Stelle in der Landschaft oder einen Gegner und der Charakter bewegt sich dorthin oder greift an. Konsolenspieler sind das direkter gewöhnt. Mit dem linken Stick steuert man den Charakter in eine bestimmte Richtung, möchte man einen Gegner angreifen, läuft man zu ihm hin.

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Controller statt Maus und Tastatur: Die Anpassung der Steuerung ist eine Herausforderung.
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Auch was Aktionen betrifft, gibt es große Unterschiede: Eine Maus hat zwei Aktionstasten, per Tastatur wählt man, welche Aktionen das sein sollen. Hierzu bietet Sacred 2 die bewährten Slots, die man beispielsweise mit Waffen oder Kampfkünsten belegen kann. Aber die Xbox hat viel mehr Aktionstasten – und keine Tastatur. Für die 360-Version werden daher Slots und Aktionstasten miteinander verschmolzen. Der User bestimmt auf diese Weise selbst, welches Item oder welche Aktion er auf die A-Taste legen möchte.

Das Interface

Wer sich schon mal auf dem PC über die seltsame Bedienung der Konsolen-Inventare in Oblivion oder Fable gewundert hat, weiß, dass es anders herum genauso gilt. PC-Spieler vergleichen Items per Mega-Tooltipp und haben mit Drag-and-drop eine sehr anschauliche Methode der Item-Auswahl. Konsolenspieler sind dagegen schneller bei der Durchsicht von unterteilten Listen. Daher bekommt Sacred 2 für jede Plattform ein eigenes, bewährtes Interface.

Multiplayer und Xbox LIVE

Zum Schluss kommen wir zu der Rubrik mit dem – meiner Meinung nach – größtem Impact. Um Cheat-Sicherheit im Mehrspielermodus zu gewährleisten, muss beim PC zwischen Open- und Closed-Net unterschieden werden. Wer beispielsweise einen Charakter offline erstellt, kann mit diesem niemals online spielen. Was andersherum genauso gilt. Für die 360-Version entfällt diese Unterscheidung, denn das LIVE-Netz ist sicher und die Charaktere können auch offline durch Verschlüsselung wirksam vor Manipulation geschützt werden.

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Xbox Live garantiert maximale Sicherheit im Multiplayer-Modus.
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Dies hat den Vorteil, dass sich der Spieler bei der Charaktererstellung nicht überlegen muss, ob er denn vielleicht nach 20 Spielstunden doch mal den Mehrspielermodus versuchen möchte. Mit der Spielarchitektur, die jederzeit auch mehrere Spieler erlaubt und das Spiel entsprechend anpasst, kann der Xbox-Spieler beispielsweise einen gerade online gekommenen Freund einfach in seine Story-Kampagne einladen, um fortan gemeinsam gegen Unholde vorzugehen.