Rush for Berlin (PC Preview)
von Nedzad Hurabasic

Zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Echtzeitstrategiespiels und pünktlich zum Erscheinen der Demo-Version konnten wir uns die zweite Preview-Version von Rush for Berlin (RfB) vornehmen.

Diese Fassung ist laut Publisher Deep Silver ziemlich nah an der finalen Version dran, enthält sechs spielbare Missionen und auch einen Multiplayer-Modus. Nur wer weiterliest wird erfahren, warum sich der kurzweilige Spielspaß zum Hit entwickeln könnte.

Rush for Berlin - Trailer 54 weitere Videos

Schon von Beginn an macht Rush for Berlin, das übrigens von Stormregion, den Entwicklern der beliebten Panzers-Reihe stammt, einen rundum gelungenen Eindruck. Das fängt schon bei der Präsentation an, der Auswahlbildschirm ist hinterlegt mit vorbeiziehenden Truppen und Panzerfahrzeugen, Flugzeuge fliegen vorbei: Das macht Appetit auf mehr und stimmt prima auf das ein, was folgen soll.

Das stimmige und stimmungsvolle Tutorial besteht aus drei Missionen, in denen wir vom Rekrutenausbilder audiovisuell in alle wichtigen Gameplay-Funktionen und Steuerungselemente des Spiels eingewiesen werden. RTS-Veteranen dürften hierbei ohnehin keine Probleme haben und das Tutorial vermutlich nur pro forma durchlaufen. Wie es sich gehört, lassen sich einzelne Einheiten zu Gruppen zusammenfassen und diesen wiederum Funktionstasten zuweisen, sodass sie per Knopfdruck sofort angesteuert werden können. Das klappt wunderbar.

Rush for Berlin - RTS-Action im zweiten Weltkrieg: Hat Rush for Berlin echtes Hitpotential?

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Wichtiger ist jedoch, sich das Einheiten-System einzuprägen. Neben normalen Einheiten, die dem Spieler im Spielverlauf automatisch zugewiesen werden oder selbst erstellt werden, steht vor dem Beginn einer jeden Mission die Auswahl über so genannte "Core-Einheiten", also Kern-Einheiten.

Diese bestehen sowohl aus normaler Infanterie- oder anderen Waffengattungen, als auch aus speziellen Offiziers-Einheiten, die eine besondere Bedeutung innehaben. Auf sie gilt es auf dem Schlachtfeld besonders gut aufzupassen, denn ein Verlust dieser "Helden" bedeutet nicht nur den Nachteil ihre Sonderfunktionen nicht mehr nutzen zu können.

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Außerdem erhält der Gegner für ihre Vernichtung noch einen Punktebonus und eine Auszeichnung. Die Anzahl dieser Core-Einheiten ist jedoch beschränkt, wer mehr auswählt als Plätze zur Verfügung stehen, muss einen Zeitmalus hinnehmen.

Das wirkt sich natürlich vor allem bei zeitkritischen Missionen, wie es sie auch gibt, negativ aus. In diesem Auswahl-Bildschirm ist außerdem auch eine Video-Ansicht eingebaut, die dem Spieler mit taktischen Ansichten sowie textlich erläutert, welche Aufgaben auf ihn warten und wie sie sich bewältigen lassen.Insgesamt sind die sechs Missionen, die wir in dieser Preview anspielen konnten, recht kurz gehalten. Alle Aufgaben lassen sich ohne weiteres innerhalb von 10 Minuten bewältigen, teilweise sollen sie sogar innerhalb von fünf Minuten zum Abschluss gebracht werden. Das setzt den Spieler einerseits unter Druck, hält das Spiel aber schön kurzweilig und artet nicht in stundenlangen Spielesessions aus.

Auch die Aufgabenstellungen variieren ständig, immer gibt es zudem Submissionen, deren Erledigung aber fakultativ ist. Beispielsweise müssen in einer Mission zwei Panzer durch eine Sumpf- und Eislandschaft geschleust werden, was aber nur die Nebenaufgabe ist. Hauptziel ist die Zerstörung zweier Flak-Stellungen. Dem Spieler steht es nun frei selbst zu entscheiden, ob er seine Einheiten aufteilt und beide Ziele getrennt verfolgt, die Nebenaufgabe missachtet oder alle Aufgaben mit dem kompletten Team angeht.Es kann von Vorteil sein, den Trupp zusammenzuhalten, um die Verluste niedrig zu halten, da es auch dafür Sonderpunkte und Auszeichnungen zu ergattern gibt. Zudem gibt es bei jeder Mission versteckte Aufgaben. Wer diese geheimen Missionen aufdeckt, beispielsweise getarnte Feinde oder verschollene Kameraden entdeckt, erhält wieder Boni. Eine Auswertung gibt es am Ende der Missionen, die sich beliebig oft wiederholen lassen. Gerade diese Orden und Auszeichnungen motivieren dabei zum mehrmaligen Absolvieren, der geringe Zeitaufwand kommt als weiterer Faktor hinzu. Jeder Spieler kann sich dabei ein eigenes Profil anlegen, dem diese Spielstände zugeordnet werden.

Zusätzlich gelungen: wer die Missionen mehrfach durchläuft kann die jeweils beste Version abspeichern, ist ein Versuch einmal schlechter als zuvor, überschreibt er nicht automatisch den besseren.

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Außerdem kann der Spieler versuchen, seine Bestzeit zu unterbieten. Je schneller eine Mission erfolgreich beendet wird, desto mehr Bonuspunkte gibt es am Ende. Dies lässt sich jederzeit anhand eines Zeitindex verfolgen.

Die Navigation auf den eher kleinen Maps ist in bester RTS-Manier gelungen. Eine Mini-Map gibt Auskunft über den Standort der eigenen Einheiten, von Missionszielen und, sobald sich der "Kriegsnebel" gelichtet hat (oder deaktiviert wurde), auch über feindliche Einheiten.

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Des Weiteren steht noch eine Einheitenübersicht zur Verfügung, die bei Auswahl einer ganzen Truppe die jeweiligen Einheitentypen anzeigt. Einmal angeklickt kann der Spieler die Sonderfunktionen nutzen, beispielsweise Minen zur Vernichtung von gepanzerten Vehikeln, lassen sich mit Spähpanzern Luftschläge anfordern oder auch von Sanitätern Lazarette errichten, die alle nahestehende Einheiten heilen. Natürlich steigen Einheiten während des Kampfes auch auf und werden dadurch effektiver bzw. bekommen zusätzliche Spezialfähigkeiten, besonders verdiente Kampftruppen dürfen in die nächsten Missionen übernommen werden.Neue Einheiten in der Mission selbst gibt es aber nur, wenn auch entsprechende Produktionsstätten zur Verfügung stehen. Nur am Anfang erhält man gelegentlich Hilfe, manchmal stoßen auch Fallschirmtruppen oder Partisanen zu den eigenen Einheiten hinzu. Wer zusätzliche Verstärkung benötigt, kann sie in einem Hauptquartier herstellen. Rohstoffe müssen dafür jedoch nicht eingesammelt werden, was dem actionorientierten Spielfluss zugute kommt.

Grafisch macht das Spiel schon jetzt einen sehr ansehnlichen Eindruck, die verschiedenen Szenarien wirken stimmig, die Einheiten sind detailliert dargestellt und lassen sich sehr gut voneinander unterscheiden. Während auch die Soundeffekte einen überzeugenden Eindruck hinterlassen, lässt sich die Vertonung nur begrenzt beurteilen: Die vorliegende Version wurde im Original belassen, sodass sich alle Einheiten, die Sprecher usw. auf Englisch oder in der jeweiligen Landessprache meldeten.Das war alles sehr sauber und glaubwürdig vertont, wenn die deutsche Version einen ähnlichen Level erreicht, wird es an dieser Stelle nichts zu meckern geben.

Ausblick
Rush for Berlin hat mit Sicherheit das Potenzial zum nächsten RTS-Hit: Kurzweilige Missionen, mit Überraschungsmomenten, viel Abwechslung, sehr saubere Umsetzung was Steuerung, Übersichtlichkeit, Präsentation und Gameplay betrifft. Kurz: Spielerherz, was willst du mehr? Wenn RfB auch in der Vollversion derart spannende, gleichzeitig aber auch fordernde und motivierende Spielinhalte liefern kann, wartet ein heißer Frühling auf alle Fans von Echtzeitstrategiespielen. Da stört auch das zum x-ten Mal durchgekaute WW-II-Setting nur noch am Rande. Höchstens.