Rush for Berlin (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Schon in unserem Preview konnte das Echtzeitstrategiespiel Rush for Berlin (RfB) einen mehr als guten Eindruck hinterlassen und

überzeugte mit kurzweiligen Missionen und einer sehr schönen Präsentation. Nun ist die Vollversion des WW-II-RTS erschienen und wir haben überprüft, ob es auch in der finalen Fassung vor unseren kritischen Augen bestehen kann'.

Rush for Berlin - Trailer 54 weitere Videos

Dass Entwickler Stormregion mit Rush for Berlin nicht nur einen schlappen Nachfolger oder gar Klon seines Hits "Panzers" produzieren wollte, ist dem ambitionierten Spiel deutlich anzumerken. Vor allem hinsichtlich der Präsentation hat das Unternehmen einen deutlichen Schritt nach vorne machen können. Menüsystem, Gesamtaufmachung, Videosequenzen: Alles wirkt wie aus einem Guss und lässt den Spieler schnell in das Spielgeschehen eintauchen.

Wie es der Titel schon vermuten lässt, handelt es sich auch bei RfB wieder um ein Szenario mit dem Zweiten Weltkrieg als Hintergrund, bei dem sich die alliierten Streitmächte einen Wettlauf nach Berlin liefern. Dabei agiert der Spieler in jeweils sieben Missionen aus der Perspektive von angreifenden Russen und Amis, die das faschistische Deutschland besiegen wollen. Sind genug Aufgaben absolviert, werden auch ebenso viele Missionen auf deutscher Seite freigeschaltet.

Rush for Berlin - Flottes Gameplay, geile Grafik und solide Soundeffekte: Lest was euch an der Front erwartet!

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In diesem Fall agieren die Spieler aber glücklicherweise nicht im Auftrag von Adolf Hitler, sondern von Graf Stauffenberg, der in der alternativen Geschichtsschreibung des Spiels ein erfolgreiches Attentat auf den Diktator verüben konnte und nun über die Befehlsgewalt verfügt. Zu mehr als Verteidigungs- und Rückzugsgefechten reicht es aber natürlich nicht mehr. Wer all das hinter sich gebracht hat, kann schließlich auch noch vier weitere Missionen aufseiten der Franzosen absolvieren. Da sich diese jedoch außerhalb des geschichtlichen Kontext des Spiels mit dem Finale in Paris abspielen, haben sich die Entwickler dazu entschlossen, diese Level zu separieren.

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Nicht nur für RTS-Anfänger sinnvoll, steht am Anfang der dreiteiligen Kampagne ein ausführliches Tutorial, das den Spieler in alle wichtigen Features des Spiels einführt. Anhand praktischer Beispiele können alle wichtigen Spielelemente wie Kampftaktiken, Spezialfähigkeiten der Einheiten, Bedeutung der Offiziere oder auch die Positionierung auf dem Spielfeld erlernt werden. Anschließend bleibt es dem Geschmack des Spielers überlassen, ob er zuerst die russische oder amerikanische Teil-Kampagne angehen möchte. Die sowjetischen Missionen sind allerdings vom Schwierigkeitsgrad die leichtesten, die deutsche Seite spielt sich am schwersten.Grundsätzlich beginnt jede Mission mit dem Auswahlbildschirm, in dem sich nicht nur Einzelheiten über die anstehende Aufgabe entnehmen lassen. Per Videoeinspielung werden beispielsweise Details zu den Zielen des bevorstehenden Waffengangs veranschaulicht und mit Textinformationen zusätzlich erläutert. Neben Hauptzielen gibt es immer auch eine Reihe von Neben- und Bonuszielen, die jedoch meist fakultativer Natur sind. Sie bringen jedoch Zeitgutschriften, die im Rennen nach Berlin am Ende entscheidend sein könnten oder auch Informationen und Zusatzgegenstände. Zusätzlich gibt es auch geheime Aufträge, die jedoch erst im Verlauf der Missionen aufgedeckt werden können.

Bevor es schließlich los geht obliegt es dem Spieler jedoch, seine Kern, bzw. Startarmee festzulegen. Je nach Mission können das Infanterie- und gepanzerte Einheiten sein. Allerdings stehen immer nur eine bestimmte Anzahl an Slots dafür zur Verfügung. Wer zu viele Truppen mit auf die Mission nimmt, startet mit einem Zeitmalus.Vor dem Start einer jeden Mission läuten gelungene Videosequenzen das Geschehen ein und sorgen dafür, dass der Spieler einen gelungenen atmosphärischen Einstieg in die Mission erlebt. Nun präsentiert sich das aufgeräumte Interface des Spiels, mit einer Minimap, um die herum verschiedene Anzeigeflächen angeordnet sind, die übergeordnete Spieleinstellungen sowie Kontrollmechanismen beinhalten. Die Karte selbst zeigt natürlich die notwendigsten Informationen an: beispielsweise befreundete und feindliche Einheiten, Missionsziele und Gebäude, mit jeweils eigenen Farben.

Von der Makroübersicht geht es auf der gegenüberliegenden Bildschirmseite zur Mikroübersicht, wo Einzelheiten zu den verfügbaren bzw. angewählten Einheiten erkennbar sind. Dort werden auch Spezialfähigkeiten angezeigt und können per Mausklick aktiviert werden. Offiziere können beispielsweise Luftunterstützung oder Nachschub anfordern, oder ihre Truppen mit Wodkarationen bei Laune halten.

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Eine besondere Rolle nehmen gepanzerte Fahrzeuge ein, denn diese können nur eingesetzt werden, wenn sie zuvor von einer Gruppe bemannt werden. Je mehr Infanteristen Platz nehmen (bis zu fünf) desto mehr Funktionen können genutzt werden.

Während die Mission läuft, gibt eine Anzeige Auskunft über den Zeit-Status. Jede abgelaufene Sekunde bedeutet auch den Verlust von Punkten, die in der Endabrechnung fehlen könnten. Dieser Zeitdruck fehlt lediglich im leichten Schwierigkeitsgrad in vielen Missionen.

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Aber nicht nur dieser Faktor trägt zu einem ziemlich flotten, manchmal geradezu hektischen Spielverlauf bei, der nicht jedermanns Strategiegeschmack treffen dürfte. Doch während die meisten Spieler damit noch werden Leben können, sorgte ein Umstand für gehörigen Frust während unseres Tests: Häufige Abstürze, die offenbar im Zusammenhang mit Nvidia-Grafiktreibern stehen und einen Konflikt auslösen, der unweigerlich und ziemlich häufig zum Crash führte. Auch wenn die Sicherungsfunktion des Spiels sehr liberal ist und ständiges Speichern der Spielstände erlaubt, ist das für ein Produkt dieser Qualität ein doch sehr ärgerlicher Umstand, der übrigens schon von vielen Spielern im Netz moniert wird.Zu diesen Problemen gesellt sich außerdem eine gewisse Trägheit der Einheiten, die sich teilweise nicht eben schnell über das Gelände bewegen und auch leider über keine besonders gute Wegfindung verfügen. Da die Truppen häufig versuchen den direkten Weg zu gehen, stoßen sie dabei gegen Hindernisse und müssen diese dann weitläufig umgehen.

Die Aufgaben sind aber glücklicherweise alles andere als misslungen. Im Gegenteil, die Entwickler haben sich sichtlich Mühe gegeben, das Spielgeschehen möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Dazu tragen nicht nur interessante Hauptaufgaben bei, auch die vielen Nebenziele sorgen oftmals für das nötige Salz in der Suppe. Häufig müssen bestimmte Gebiete oder Gebäude eingenommen werden, daneben aber auch gleichzeitig oder zusätzlich feindliche Stellungen ausgeschaltet oder übernommen werden. In Fabriken lassen sich so auch neue Truppen herstellen, die einzige dafür benötigte Resource ist Zeit.Das Erledigen von Zusatzzielen bringt nicht nur Boni, es erleichtert in der Regel das Erreichen der Hauptziele. Wie gut man gespielt hat erfährt man in der abschließenden Missionsauswertung. So gut die einzelnen Missionen auch aufgebaut sind - viele Maps sind wirklich hervorragend entworfen - und so gelungen die Gesamtpräsentation und die dadurch entstehende Atmosphäre ausfallen: Aufgrund der nicht gänzlich vorhandenen zusammenhängenden Story und einer fehlenden Identifikationsfigur, fehlt das gewisse Etwas, das den Spannungsbogen zusammenhält.

Der Multiplayer-Modus bietet neben den alt bekannten Verdächtigen Deathmatch und Domination auch die Möglichkeit, im Koop-Modus gemeinsam Missionen gegen den Computer zu bewältigen. Völlig neu sind jedoch zwei weitere Modi: RISK und RUSH. Ersterer weist den teilnehmenden Spielern unterschiedliche Aufgaben zu, von denen die Gegner aber nichts wissen.

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So verfolgen alle Mitspieler unterschiedliche Ziele, müssen aber gleichzeitig versuchen, sich gegenseitig am Erreichen von Zielen zu hindern, die sie nicht kennen. RUSH wird prinzipiell nach demselben' Muster gespielt wie das Hauptspiel, hier gewinnt, wer innerhalb der gesetzten Zeitfrist die meisten Punkte erreicht oder das Punktelimit einfährt.

Leider fehlt ein 4 vs 4-Modus für wirklich fordernde Schlachten. Da die Auswahl der Maps relativ beschränkt ist, fällt die Abwesenheit eines Karten-Editors allerdings schwerer ins Gewicht.

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Visuell macht das Spiel einen durchaus sehr guten Eindruck. Viele Details der Einheiten sind schon aus großer Entfernung auszumachen. Die Landschaften der einzelnen Missionen sind abwechslungsreich entworfen und bieten viel fürs Auge. Allerdings sind die eigenen (und feindlichen) Truppen nicht immer leicht zu erkennen, weil sie nicht gut genug aus der Umgebung hervorgehoben sind. Soundtechnisch gibt es nicht zu beanstanden.Alle Sprecher haben ihren Job professionell erledigt und die in der jeweiligen Landessprache vorliegenden Dialoge sehr gut in Szene gesetzt. Auch die Soundeffekte und die Spielmusik passen sich bestens ins Ambiente ein und tragen ihren Teil zur gelungenen Atmosphäre bei.

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Visuell macht das Spiel einen durchaus sehr guten Eindruck. Viele Details der Einheiten sind schon aus großer Entfernung auszumachen. Die Landschaften der einzelnen Missionen sind abwechslungsreich entworfen und bieten viel fürs Auge. Allerdings sind die eigenen (und feindlichen) Truppen nicht immer leicht zu erkennen, weil sie nicht gut genug aus der Umgebung hervorgehoben sind. Soundtechnisch gibt es nicht zu beanstanden.Alle Sprecher haben ihren Job professionell erledigt und die in der jeweiligen Landessprache vorliegenden Dialoge sehr gut in Szene gesetzt. Auch die Soundeffekte und die Spielmusik passen sich bestens ins Ambiente ein und tragen ihren Teil zur gelungenen Atmosphäre bei.