An "Runes of Magic" scheiden sich die Geister. Kritiker werfen dem Spiel vor, es habe dem heiß umkämpften MMO-Markt keine neuen Impulse gebracht, habe keine eigenen Ideen und sei spielerisch langweilig. Fans hingegen freuen sich über ein weiteres kostenfreies Multiplayer-Spiel und halten dagegen, dass das Spiel zwar das Genre nicht neu definiert, dafür aber einiges zu bieten habe, das es über den Durchschnitt hebe und für lang anhaltenden Spielspaß sorge.

Mit Erscheinen des zweiten Kapitels "The Elven Prophecy" wurden dem Programm Ende September unter anderem neue Gebiete spendiert und mit den Elfen eine zweite spielbare Rasse eingeführt. Außerdem wurde die Hintergrundgeschichte kräftig aufgebohrt. Grund genug also, sich die Elfen näher anzuschauen und auf einer ausgedehnten Reise durch Taborea einige Aspekte des Spiels näher zu beleuchten.

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Runes of Magic - The Elven Prophecy - Elfen Trailer

Elfquest

Glaubt man den Pressemeldungen des Herstellers, gibt es für Frogster jede Menge Gründe zum Feiern, denn nur sechs Monate nach dem Start verzeichnet "Runes of Magic" bereits zwei Millionen Spieler weltweit. Und in der Tat gibt der Erfolg den Machern Recht. So konnten offenbar nicht nur zahlreiche MMO-Neueinsteiger geworben werden, sondern auch viele "alte Hasen", die zuvor schon über Jahre in anderen vergleichbaren Onlinespielen tätig waren, haben hier ihre neue Heimat gefunden.

Runes of Magic - The Elven Prophecy - Der Langzeit-Test: Klasse Erweiterung für das Kostenlos-MMO

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Tokio Hotel im neuen Look: Bill Kaulitz (re.) präsentiert sich nach seiner kosmetischen OP, die ihn männlicher machen sollte, erstmals seinen Fans.
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Um sie bei Laune zu halten, versprechen die Entwickler monatlich neuen Content und zahlreiche Extras, die das Spielerlebnis weiter ausbauen sollen.
Mit Erscheinen der Elfen als spielbarer Rasse wurden auch zwei neue Klassen eingeführt: der Bewahrer als weiterer Nahkämpfer sowie der Druide als Heiler mit Fernkampffähigkeiten. Beide sind nur als Elfen spielbar, die wiederum nicht Ritter oder Priester werden können. Damit findet in "Runes of Magic" erstmalig eine Differenzierung der Klassen in Abhängigkeit der gewählten Rasse statt.

Packshot zu Runes of Magic - The Elven ProphecyRunes of Magic - The Elven ProphecyRelease: PC: 3. Quartal 2009

Stadt - Land - Fluss

Daneben wurde auch die Welt von Taborea kräftig aufgebohrt. So stehen beispielsweise mit dem "Aotulia-Vulkan" und dem Dungeon "Höhle des Wasserdrachens" zwei neue Gebiete zur Verfügung, in denen sich bevorzugt Elite-Gegner der höchsten Stufe herumtreiben und die man auch im höchsten Level - derzeit 55 - nur in größeren Gruppen aufsuchen sollte.

In meiner Comic-Strip-Phantasie ist die Welt so klar wie nie - Taborea, Du lässt mich nicht mehr los...Fazit lesen

Spieler ab Level 50 erkunden dagegen zunächst die "Küste der Wehklagen" und stoßen dabei auf bis dato unbekannte Bewohner von Taborea: die Tiktaalik, ursprünglich ein friedliches Eingeborenenvolk, sowie die Naga, ein mythisches, kriegerisches Echsenvolk, das vielen Spielern aus diversen anderen Phantasy-Rollenspielen bekannt sein dürfte. Beide treten in Massen auf und sind nicht eben auf freundschaftliche Touristenbesuche aus.

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Sensationell: Rihanna weiß auch im neuen Bitch-Outfit zu überzeugen.
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Auch grafisch hat sich einiges getan; natürlich bietet das Programm nach wie vor keine fotorealistischen Landschaften und Figuren. Aber der Detailgrad der entfernt an Animéserien erinnernden Grafik wurde kräftig aufgebohrt und sieht um einiges besser aus als die "alten" Gebiete - die richtige Hardware vorausgesetzt. Die Gebäude sind, passend zur Urwald- und Wüstenlandschaft, im mexikanischen Stil gehalten und erinnern mit ihren staubigen Straßen ein wenig an Neo-Western à la "Desperado".

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, die Häuser zu betreten. Das bringt zwar spielerisch zumeist keine Vorteile, befriedigt aber die natürliche Neugier des Zockers und ist der Spielatmosphäre zuträglich. Und natürlich gibt es auch ein neues Anfangsgebiet, das optisch und inhaltlich ganz auf die Bedürfnisse der frischen Elfenklassen zugeschnitten ist.

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Zeichen der Zeit: Nach ihrem Wahlsieg ließ sich Bundeskanzlerin Merkel Entwürfe für ein neues, ökologisch einwandfreies Kanzleramt vorlegen.
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Ist man den Windeln entwachsen, wechselt man freilich in die hinlänglich bekannten Gebiete, in denen man seinen Schützling gemeinsam mit den Menschen heranwachsen lässt. Wer also nicht unbedingt Bewahrer oder Druide beziehungsweise Ritter oder Priester spielen möchte, für den macht es keinen Unterschied, ob er Menschen oder Elfen den Vorzug gibt - von den langen Ohren einmal abgesehen. Denn geografisch muss man sich lange gedulden, bis man in echte Elfengegenden kommt: erst die für hoch gelevelte Charaktere konzipierten "Wilden Lande" bieten die langohrtypische, gotisch-verspielte Architektur.

Schädliche Wirkung

Spielerisch haben die beiden neuen Elfenklassen durchaus einige interessante Ansätze zu bieten. Der Bewahrer spielt sich wie eine Mischung aus Paladin und Hexenmeister, wobei er die Eigenschaften der beiden genannten Kollegen nur teilweise besitzt und deshalb trotz hoher Schadenswirkung einige Schwächen aufweist. So ist er beispielsweise nicht in der Lage, Schilde zu tragen, was seine Anfälligkeit für Schaden durch Nahangriffe steigert. Auch generiert er bei seinen Nahangriffen keine Wut, sondern benötigt für seine Spezialangriffe Mana.

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Ärgerlich: Die neue Hutmode von Nanna Kuckuck führt zu Unmut im öffentlichen Nahverkehr.
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Das hat zur Folge, dass man beim Leveln nicht nur die für einen Nahkämpfer wichtigen Faktoren Ausdauer, Stärke und Geschicklichkeit berücksichtigen muss, sondern auch seine Intelligenz sowie die Mana-Regenerationsfähigkeit nicht aus den Augen verlieren darf. Für eine echte Spezialisierung ist das ein bisschen viel auf einmal.

Doch der Bewahrer hat auch einen echten Vorteil gegenüber allen anderen Klassen. Er kann einen Naturgeist herbeirufen, der ihn im Kampf unterstützt und beispielsweise die Aufmerksamkeit des Gegners auf sich zieht, so dass sein Besitzer weniger Schaden nimmt. Die Attacken des Begleiters richten jedoch weniger Schaden an als man dies vielleicht meinen möchte. Effektives Prügeln erfordert deshalb immer ein gemeinsames Vorgehen von Bewahrer und Kreatur - außer natürlich, man treibt sich in Gegenden herum, in denen die Mobs weniger Power haben als man selbst.

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Erschreckend: Putzkolonne lässt Ungeziefer aus den gamona-Redaktionsräumen entkommen.
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In dem Falle lässt man seinen Naturgeist die Drecksarbeit erledigen und hält sich fein im Hintergrund. Steckt der Begleiter zuviel ein, kann man ihn entweder heilen oder - sogar mitten im Kampf - einen frischen zaubern. Das ist, besonders in haarigen Situationen, ein echter Vorteil. Denn anstatt ein angeschlagenes Viech langsam mit Heilzaubern wieder aufzupäppeln, beschwört man einfach kurz vor dessen Ableben ein neues, das sich unverletzt und hoch motiviert auf die Gegner stürzt.

Natürlich gut!

Der Druide als zweite neue Klasse versucht den Spagat zwischen Heiler und Kämpfer, wobei man sich im Laufe seiner Entwicklung auf eine der beiden Seiten spezialisiert. Entscheidet man sich für den karitativen Weg, sind seine Heilfähigkeiten denen des Priesters in etwa ebenbürtig, sofern man die hierfür notwendigen Skills konsequent weiterentwickelt. Fördert man hingegen die Fernkampftalente, zeigt sich der Naturbursche beispielsweise sehr geschickt im Umgang mit Pfeil und Bogen sowie im Wirken von länger anhaltenden Schadenszaubern.

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Umstritten: Karl Lagerfelds Entwurf für eine neue Polizeiuniform sorgt für Protest bei korpulenten Beamten.
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Die entwickeln ihre größte Effektivität allerdings erst, wenn der Druide so genannte Naturmacht gesammelt hat. Je besser und schneller dies gelingt, desto effizienter sind die Sprüche. Wird der Druide also auf Schaden geskillt, sollten tunlichst seine Fähigkeiten im Umgang mit Naturmacht ausgebaut werden. Nahkämpfe sind in jedem Falle zu vermeiden. Da sich die Rüstungsfähigkeiten des Baumknutschers auf Stoff beschränken, muss er oft ziemlich viel einstecken - zumindest, wenn er nicht rechtzeitig Land gewinnt. Das ist - besonders in den niedrigeren Levels - hinderlich, denn anders als "echte" Kämpferklassen läuft der Druide Gefahr, auf die Hilfe anderer Spieler angewiesen zu sein.

Immerhin muss zu seiner Ehrenrettung gesagt werden, dass die Fähigkeiten des Baumfreundes mit ansteigendem Level immer besser und durchschlagender werden. Um ein erfolgreicher Druide zu werden, sollte man sich also in Geduld üben und seine Fähigkeiten sehr präzise ausbauen.

Runes of Magic: Elven Prophecy im Video: Trailer von der gamescom 2009.Ungeduldigere Naturen werden den Druiden wohl eher als sekundäre Charakterklasse nutzen und einer offensiveren Primärklasse den Vorzug geben, wie dies auch schon beim Priester zu beobachten war. Bevor uns jetzt Fans mit Helfersyndrom empört an die Kehle gehen: Natürlich ist es möglich, auch mit diesen beiden Vertretern zu Ruhm und Ehre zu gelangen, ohne permanent auf Unterstützung angewiesen zu sein. Doch spielen sie sich - zumindest in den unteren Levels - deutlich zäher als ihre Kollegen und eignen sich daher unserer Ansicht nach am besten als Ergänzung zu einer Offensivklasse mit deutlich mehr Bums.

Natürlich soll dies nicht heißen, dass man die heilerischen Fähigkeiten als Sekundärklasse vernachlässigen kann. In Raidgroups und Dungeonexpeditionen oder PvP-Gruppenkuscheln sind hoch qualifizierte Heiler unabdingbar. Man sollte also auch den Helfer als Zweitklasse konsequent weiter entwickeln. Vor einer Gruppenaction wechselt man dann einfach Primär- und Sekundärklasse und kann als Priester oder Druide seinen Kumpels fleißig Heftpflaster verabreichen.

Willkommen in der Zweiklassen- gesellschaft

Womit wir bei einem der Herzstücke von "Runes of Magic" angelangt wären, das von den Entwicklern - nicht erst seit Einführung von Bewahrer und Druide - besonders hervorgehoben wird. Das Zweiklassensystem erlaubt die Kombination von gegensätzlichen Kampfstilen und ermöglicht auf diese Weise die Schaffung neuer Charakterklassen mit spezifischen Fähigkeiten.

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Auf seiner ersten Pressekonferenz versprach der neue Trainer von Hertha BSC ein hartes Durchgreifen bei der Mannschaft.
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Soweit die Theorie. Praktisch sieht das Ganze leider ein wenig bescheidener aus, denn nur die Fähigkeiten der gerade gewählten Primärklasse sind in vollem Umfang verfügbar. Die Möglichkeiten der jeweils zweiten Klasse sind stark eingeschränkt. So kann ein Magier, der als sekundäre Klasse den Bewahrer gewählt hat, lediglich einige Nahangriffe und einige Schutzsprüche nutzen. Er kann weder einen Begleiter beschwören, noch von den defensiven Fähigkeiten des Bewahrers Gebrauch machen.

Da er zudem auf Stoffrüstung beschränkt ist, sollte man ihn grundsätzlich nicht in Zweikämpfe verwickeln, was die Anwendung der Nahattacken praktisch wertlos macht. Umgekehrt dagegen wird ein Schuh draus. Ein Bewahrer, der als Zweitklasse den Magier gewählt hat, ist dann als mäßig gepanzerter Nahkämpfer in der Lage, einige effektive Zaubersprüche zu wirken.

Grundsätzlich lassen sich alle Charakterklassen miteinander kombinieren, doch unter dem Strich haben sich nur einige als wirklich praktisch erwiesen. Das Duo Magier/Priester hat sich als Fernkampfcharakter mit Heilfähigkeiten dabei genauso etabliert wie die Kombination Schurke/Kundschafter als mäßig gepanzerter taktischer Nah- und Fernkämpfer oder Ritter/Krieger als Tank mit enormer Durchschlagskraft.

Der Fairness halber sei jedoch erwähnt, dass alle erdenklichen Zweierpaarungen nicht nur möglich, sondern in der Welt durchaus auch anzutreffen sind. Das ist fraglos auch dem Umstand zu verdanken, dass man derzeit noch auf sehr viele Neulinge trifft, die viel ausprobieren und mutmaßlich aus purer Neugier mehrere Charaktere mit unterschiedlichen Kombinationen anlegen. Je länger "Runes of Magic" am Markt sein wird, desto stärker werden sich mutmaßlich die als am besten geltenden Paarungen durchsetzen.

Bäumchen wechsel Dich

In den eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten der Zweitklasse liegt die große Schwäche des Systems. Zwar kann man jederzeit zwischen den beiden Klassen hin- und herwechseln und so beispielsweise vom Nah- zum Fernkämpfer werden. Doch leider ist ein solcher Wechsel nur im eigenen Haus oder an speziellen Orten innerhalb der Städte möglich. Da zudem die Klassen mit ihren Fähigkeiten nicht gleichzeitig ansteigen, sondern jede einzeln nach oben gebracht werden muss, erweisen sich die Sekundärfähigkeiten des Öfteren als Bremsklotz.

Wer nämlich beide Klassen möglichst gleichmäßig auf einer Stufe haben möchte, hat eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man permanent zwischen ihnen wechseln und die gleichen Quests ein zweites Mal erledigen, da diese beim Wechsel zur Zweitklasse wieder verfügbar werden. Zum anderen kann man mit seiner Primärklasse Tagesquests lösen und sie dann mit seiner Sekundärklasse abgeben, um die Punkte zu kassieren.

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Supermittelgewichts-Boxer Arthur Abraham präsentierte sich vor seinem Match gegen Jermain Taylor in neuem Kampf-Outfit.
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Die Tagesquests beschränken sich grundsätzlich auf das Beschaffen bestimmter Materialien und können bis zu zehnmal pro Tag wiederholt werden. Dieses System bietet den unschätzbaren Vorteil, dass man mit seiner Zweitklasse nicht allzu schnell Gefahr läuft, den Anschluss an den Fortschritt der primären Klasse zu verlieren. Doch leider gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Denn mit schöner Regelmäßigkeit trifft man auf Highlevel-Charaktere in niedrigeren Gebieten, die dort farmen, um die notwendigen Rohstoffe für die Tagesaufgaben schnell beisammen zu haben. Solange genug Computergegner unterwegs sind, stört dies nicht weiter. Sind jedoch mehrere Spieler gleichzeitig in einer solchen Mission unterwegs, kann es eng werden - ärgerlich besonders für solche Spieler, die nicht zur Materialbeschaffung und Aufwertung ihrer Zweitklassen jagen, sondern im Rahmen einer "regulären" Quest.

Um derlei Situationen zu vermeiden, hat Frogster spezielle "Nachzugsgebiete" eingerichtet, in denen man seine jeweilige Zweitklasse problemlos aufleveln kann. Leider ist offenbar der Anreiz, direkt vor Ort mit wenig Aufwand Tagesquesten zum Aufziegeln zu nutzen, jedoch zu groß. Hier wäre Nachbesserung wünschenswert, damit es für Zocker attraktiver ist, die Zweitklassen in speziell dafür gemachten Gebieten voranzubringen, anstatt sich - mutmaßlich oft aus Zeitgründen - mit hochgezüchteten Charakteren auf kleinere Computergegner zu stürzen.

Völlig von der Rolle oder Rock'n'Roll?

Auch wenn in den vorangegangenen Kapiteln eine Menge Kritik zur Sprache kam, ist "Runes of Magic" beileibe kein schlechtes Spiel; das Gegenteil ist der Fall. Zwar bietet das Programm keine wirklich neuen Ansätze im gesättigten Rollenspiel-Markt, doch dafür nutzt es die vorhandenen Potenziale und weiß trotz einiger Schwächen sehr gut zu unterhalten. Hinzu kommt der Umstand, dass Multiplayer-Rollenspiele niemals als fertiges Produkt anzusehen sind.

So wird es mit Sicherheit künftig nicht nur Korrekturen im Klassensystem geben, sondern durch die permanente Ergänzung von weiterem Content und - womöglich - die Schaffung neuer Klassen und Völker könnte sich die grundlegende Spielweise ändern. Vergleichbare Titel machen dies seit Jahren auf beeindruckende Weise vor und beziehen nicht zuletzt aus der permanenten Weiterentwicklung der vorhandenen Möglichkeiten, gepaart mit immer neuen Erweiterungen, ihren Reiz.

Die Elfen im Teaser-Trailer.Dabei ist es auch nicht wichtig, das Rad neu zu erfinden; bestimmte Standards haben sich im MMO-Bereich genauso durchgesetzt wie bei Action- oder Strategietiteln. Wohl kaum jemand käme auf die Idee, "Call of Duty" mit "Wolfenstein" gleichzusetzen, nur weil beide beispielsweise über die gleiche grundlegende Steuerung verfügen und den Zweiten Weltkrieg als Szenario nutzen.

Es ist dem Spiel daher auch nicht anzulasten, dass man auf Völker oder Gegenstände trifft, die aus anderen Titeln hinlänglich bekannt sind. Schließlich beklagt auch niemand den Umstand, dass Orks nicht nur in "Herr der Ringe" auftauchen, sondern auch in "Warhammer Online".

Einen weiteren nicht unerheblichen Reiz bezieht der Titel aus Aspekten, die im Rahmen dieses Tests nicht zur Sprache kamen; der richtige Umgang mit dem Arkanen Umwandler zur Herstellung von immer besseren Ausrüstungsgegenständen beispielsweise erfordert eine längere Einarbeitungszeit und die Bereitschaft, Zeit und Ressourcen zu investieren. Und so mancher Spieler verbringt Stunden um Stunden reglos vor den Auktionshäusern Taboreas, immer auf der Suche nach den optimalen Fusionssteinen, ohne die der richtige Einsatz des Arkanen Umwandlers gar nicht möglich ist.

Auch die vielfältigen Möglichkeiten des Gildenlebens und das Micropayment-System, das wirtschaftliche Rückgrat von "Runes of Magic", kamen hier nicht zur Sprache, obwohl sie mehr als nur einen kurzen Blick wert sind. Wir werden Euch deshalb demnächst in einem gesonderten Artikel darüber berichten.