Kinder, wie die Zeit vergeht! "Runes of Magic" ist ein Jahr alt geworden und hat in seiner noch jungen Geschichte einige Erfolge vorzuweisen, die ihm im Vorfeld wohl niemand so recht zugetraut hätte. Grund genug also für handfeste Feierlichkeiten und eine Menge Lob seitens der Presse. Da wollten wir von gamona natürlich nicht fehlen und haben uns deshalb so unsere Gedanken über das Geheimnis seines Erfolgs gemacht.

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Als vor einem Jahr "Runes of Magic" nach der Beta-Phase seine virtuellen Pforten öffnete und die Server online gingen, konnte sich wohl noch niemand genau vorstellen, wohin die Reise gehen würde. Die Vorbehalte seitens der Zockergemeinde, die in dem Spiel nur einen weiteren MMO-Vertreter im Fahrwasser der "Großen" sahen, waren groß. Immerhin war - und ist - die Konkurrenz gewaltig, im heiß umkämpften Markt tummeln sich viele Mitbewerber, allen voran Genrekönig "World of Warcraft". Doch allen Skeptikern und Unkenrufen zum Trotz verschwand der Titel nicht innerhalb kurzer Zeit im Orkus der Bedeutungslosigkeit wie so viele andere vor ihm. Das Gegenteil war der Fall. Mittlerweile zählt die RoM-Gemeinde mehr als drei Millionen Mitglieder, und Frogsters Baby hat sich zu einem der bedeutendsten Vertreter des Genres entwickelt.

Runes of Magic - Happy Birthday, RoM: Wir lassen ein Jahr Revue passieren

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Der Erfolg hat mehrere Gründe: zum einen ist das Spiel komplett kostenfrei zu zocken. Natürlich ist es von Vorteil, sich aus dem reichhaltigen Itemshop nützliche Dinge des täglichen MMO-Lebens über - mit echtem Geld zu erwerbenden - Diamanten zu kaufen, um so seine Charaktere schneller und zielgerichteter aufzuziegeln. Doch wer kein Geld ausgeben will und über genügend Zeit verfügt, jagt in Taborea für lau und vertickt die erbeuteten Items, bis genügend Gold vorhanden ist, um sich im Auktionshaus Diamanten von anderen Spielern zu besorgen, die diese gegen Gold verkaufen. Dieser Kreislauf zwischen Ingame- und externer Währung funktioniert reibungslos und ist sehr beliebt, wovon die unverändert hohe Zahl von Diamanten- und Goldhandeln im Auktionshaus zeugt.

Ein weiterer Grund für den Erfolg dürfte auch in der Abwechslung liegen, denn mit seiner großen Spielwelt und den vielfältigen zu erledigenden Aufgaben braucht sich "Runes of Magic" zweifelsohne nicht hinter vergleichbaren Titeln zu verstecken. Wer anfangs allerdings darauf gehofft hatte, dass das Spiel das Genre neu erfinden würde, sah sich getäuscht. Denn RoM hat zwar viel zu bieten, doch bis auf den überaus komplexen Einsatz des Arkanen Umwandlers sowie Runen und Manasteine, mit deren Hilfe die eigene Ausrüstung bis zum Abwinken aufgepimpt werden kann, findet sich kaum etwas, das man nicht aus anderen MMOs so oder ähnlich kennt.

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Und darin liegt auch einer der Haupt-Kritikpunkte von RoM-Gegnern, die dem Spiel vorwerfen, es kupfere uninspiriert bei seinen Mitbewerbern ab, ohne eigene Ideen zu präsentieren. Dass das freilich nicht der Fall ist, wird spätestens dann klar, wenn man eine Weile gezockt und sich ernsthaft mit den Mechanismen und der Spielarchitektur von RoM auseinandersetzt hat. Natürlich gibt es eine Menge Dinge, die aus anderen RPGs und "klassischen" MMOs hinlänglich bekannt sind. Wer dem Spiel deshalb jedoch Plagiarismus vorwirft, handelt unfair. Schließlich käme auch niemand auf den Gedanken, einem neu auf den Markt kommenden Fußballspiel Kopismus vorzuwerfen, weil es inhaltlich dem Regelwerk des Fußballs nichts Neues abzugewinnen habe und ein Ball die Hauptrolle spiele.

Never play on a Patch day

Berechtigt hingegen ist inhaltliche Kritik, die sich am Spielsystem selber orientiert und Schwachstellen aufdeckt. Und davon gibt auch ein Jahr nach dem Start immer noch viele. Besonders offenbart sich dies jedes Mal nach einem Update. Der alte Spruch "Never play on a Patch Day" bewahrheitet sich hier leider nur allzu deutlich. Wohl jeder Zocker erinnert sich mit Grausen an jene Tage im Januar 2010, als nach einem größeren Update die RoM-Welt im Chaos versank: kein funktionierendes Auktionshaus, verschwundenes Gold und nicht mehr auffindbare Items, Spielfiguren konnten ihre Behausungen weder betreten noch verlassen, sofern sie zuvor in ihren Häusern waren.

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Das waren nur einige der Fehler, die das Spielvergnügen nachhaltig lahmlegten und für erheblichen Frust bei der Zockerschar sorgten. Doch Pleiten, Pech und Pannen sind glücklicherweise ebenfalls kein Alleinstellungsmerkmal von RoM. Vor Problemen dieser Art hat bislang wohl noch jedes MMO gestanden. Das soll freilich keine Entschuldigung für Versäumnisse der Entwickler sein. Bugs sind in jedem Spiel vorhanden, und bei einem Programm wie RoM, das einer kontinuierlichen Weiterentwicklung unterworfen ist, ist das vermutlich sogar unvermeidlich.

Entscheidend ist jedoch, wie schnell und effizient die Macher eine Krisenintervention in die Wege leiten. Und die funktioniert hier vergleichsweise gut. Zumindest haben wir diesen Eindruck, obwohl ein Blick in die Foren manchmal Gegenteiliges vermuten ließe. Doch auch wenn immer mal wieder Spieler öffentlich im Weltchat verkünden, "Runes of Magic" aufgrund seiner Fehler den Rücken kehren zu wollen, steht ein schnelles Ende der RoM-Mania nicht zu befürchten. Glaubt man den Entwicklern, so haben sie genug Content-Ideen auf Lager, um das Spiel weit ins kommende Jahrhundert hinein mit neuen Inhalten zu versorgen.

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Aber soweit wollen wir derzeit noch gar nicht denken. Im Mai wird mit "The Elder Kingdoms" erst einmal das dritte Kapitel der Geschichte um Taborea an den Start gehen. Glaubt man den Vorankündigungen, erwarten die Spieler neben einem Charakter-Level-up auf 60 nicht nur neue Gebiete und Städte, sondern auch einige Besonderheiten, die sehr vielversprechend klingen. So wird es In-Game-Hochzeiten geben, die es zwei Spielern ermöglichen, zwischen ihren Charakteren weit mehr zu tauschen und zu kooperieren, als dies bislang möglich ist. Ob sich die Hochzeiten allerdings nur zwischen männlichen und weiblichen Figuren abspielen oder auch gleichgeschlechtliche Verbindungen möglich sein werden, war bei Redaktionsschluss nicht endgültig zu klären.

Wir bleiben da aber dran. Außerdem werden erstmals Reittiere zum Einsatz kommen, auf denen zwei Figuren gleichzeitig sitzen können – die Tempelritter lassen grüßen. Die Vorbereitungen für den Launch laufen auf Hochtouren. Wir werden Mitte April einen ausgiebigen Blick auf das neue Königreich Dalanis werfen und Euch dann umgehend berichten, wie gut sich die angekündigten Neuerungen schlagen. Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt und freuen uns besonders darauf, endlich heiraten zu dürfen!