Ich gestehe: Die bisherigen Spiele der Runaway-Serie hielt ich immer für maßlos überschätzt. Den Hype um den ersten Teil kann ich mir nur aufgrund mangelnder Alternativen in der damaligen Adventure-Flaute erklären, und den Gold-Award, den Kollege Chris seinerzeit beim zweiten Teil zückte, hätte ich angesichts der kruden Story und dem mustergültig vermurksten Einstieg am liebsten wieder eingeschmolzen. Umso erfreuter bin ich, wie clever der dritte Teil sein Handlungsmuster spinnt, wie überraschend er originelle Einfälle und Story-Wendungen platziert und vor allem: dass er die Untugenden der Vorgänger beim Rätseldesign vermeidet.
Nichtsdestotrotz stören mich auch an A Twist of Fate einige Erbsünden, die mir schon seine Vorfahren verleideten: Noch immer findet das Spiel nicht so richtig seine Linie zwischen comichafter Groteske, ernsthafter Gangsterballade und überdrehtem Abenteuerspaß. Noch immer bestehen die einzelnen Kapitel aus überschaubaren vier bis fünf Locations, in denen der Spieler seine Rätsel mehr an einem Schema abarbeitet, als sich in ein sinnvolles Ganzes eingebettet zu wissen. Das und kleinere Mängel bei der Steuerung verwehren dem Pendulo-Titel das Schwingen in den höchsten Wertungsolymp dieses vortrefflichen Adventure-Jahrgangs.
Sei’s drum: Runaway 3 ist der bisher beste Teil der Serie. Schade, dass es laut Entwicklern kein viertes Abenteuer mehr geben soll – gerade jetzt, wo ich mit Brian und Gina endlich warm geworden war… Aber wer weiß? Bei „Brian Basco wird sterben“ haben sie ja auch geflunkert…
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Die gemalten Hintergründe und Zeichentrick-Animationen folgen dem Stil der Vorgänger. Großartig: Massenweise Zwischensequenzen sorgen für filmische Atmosphäre.
Ich weiß, ich sage es bei fast jedem Adventure, aber auch hier ist die Vertonung wieder außergewöhnlich gut gelungen. Die Musik, vor allem während der Cutscenes, unterstützt das filmische Ambiente.
Die Story ist erstaunlich wendungsreich. Die Rätsel schwanken zwischen „Oha!“ und „Öhhh…“, vermeiden jedoch durchweg die nervigen Fehler der Vorgänger. Die Steuerung ist komfortabel, wenngleich an manchen Stellen etwas umständlich.
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