Gerieten die Vorgänger für die als „Runaway-Syndrom“ bekannt gewordene Unsitte in Verruf, bestimmte Aktionen erst zu ermöglichen, wenn teilweise ganz woanders irgendetwas passiert ist, so muss sich in Teil 3 kein Spieler mehr die Haare ausraufen, auch wenn manches Rätsel, wie obiges Beispiel zeigt, an selbigen herbeigezogen ist. Wenngleich ihnen das Prädikat „logisch“ nicht unbedingt gerecht wird, so sind sie dennoch meistens lösbar.
Die zahlreichen Zwischensequenzen unterstützen die filmhafte Atmosphäre.Und wenn nicht, dann steht die eingebaute Lösungshilfe mit Rat und Tat zur Seite, die bemerkenswert originell ausgefallen ist: Per Mausklick werdet ihr direkt ins fiktive Büro der Entwickler verbunden, in dem euch der leicht verplante Hausmeister (eingeschränkt) nützliche Hinweise zur nächsten Aufgabe gibt, ohne die Lösung vollends auszuplaudern. Auf die müsst ihr schon selber kommen.
Ob mit oder ohne Lösungshilfe: Die Spieldauer pendelt sich mit ca. sechs bis acht Stunden im soliden Genremittelfeld ein. In der Regel sind die Rätsel, bis auf wenige fiese Ausnahmen, aber ohnehin eher zu leicht als zu schwer geraten. Am längsten hing ich gar an einer Stelle fest, bei der ich nicht kapierte, dass die Kamera automatisch und ohne Vorwarnung umschwenkt, sobald man eine bestimmte Ecke des Raums betritt.
Sadomaso-Schwester: In der Klapse verwischen Grenzen zwischen Personal und Patient.Ein Beispiel, das gleichzeitig den Daumen in die Wunde der nicht hundertprozentig optimalen Steuerung legt: Runaway 3 orientiert sich zwar am Genrestandard mit seinem Links-Recht-Klick, Warp-Antrieb per Doppelklick (nicht nur zum Ausgang, sondern überall hin auf dem Bildschirm) und – nebensächlich, aber umso löblicher: Der Charakter gibt sofort seinen Kommentar zu einer Aktion ab, ohne erst zum bearbeiteten Gegenstand latschen zu müssen, nur um dort festzustellen: „Das klappt so nicht.“
Um ins Inventar zu gelangen, muss der Spieler jedoch zunächst ein Menü am oberen Bildschirmrand öffnen, bevor er per weiterem Klick einen Blick in seine Taschen werfen darf – den Hotkey auf der Tastatur lassen wir aus Unbequemlichkeitsgründen nicht als Alternative gelten.
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