Rumble Roses XX (Xbox 360 Review)
von Jörg Pitschmann

Neulich in der Redaktion: Boss Bayer betrat mit einem Spiel unter dem Arm unsere Gemeinschaftszelle. »Ich habe hier ein Spiel mit spärlich bekleideten jungen Damen, die sich gegenseitig vermöbeln. Wer will testen?«

Sein sardonisches Lächeln verriet eine tiefere innere Befriedigung angesichts der zu erwartenden Konsequenzen aus dieser Frage. Die anwesenden Kollegen schauten sich an und schlossen ihre Bücher. Während sich einige Freiwillige gemessenen Schrittes zur Konsole begaben, führten sie ihre angeregte Diskussion über die Aspekte des Nihilismus in Sartres Werk fort.

Rumble Roses XX - Rumble Roses Double XX - Movie

Und Boss Bayer verstand die Welt nicht mehr… Mit dieser ebenso netten wie freilich vollkommen erfundenen Einleitung ist es uns hoffentlich gelungen, Euch neugierig auf unseren Test zu »Rumble Roses XX« zu machen. Wer den Vorgänger der Reihe kennt, ahnt, was ihn erwartet: jede Menge digitale weibliche Haut und knappe Bekleidungsvorschriften. Ach ja, und wrestlen kann man natürlich auch.

Wir stiegen mit gespannten Erwartungen in den Ring, denn immerhin haben bei dem neuesten Softwareprodukt von Konami die wrestlingerfahrenen Jungs von Yuke's ihre Finger mit im Spiel. Dass das allein aber noch keinen guten Titel ausmacht, haben wir ziemlich schnell feststellen müssen. Dafür stimmt wenigstens die Oberweite der Protagonistinnen.

Zoff im Miezhaus
Das Spielprinzip von »Rumble Roses XX« ist einfach erklärt. Bis zu vier digitale Miezen treten entweder allein oder in Zweierteams im Ring oder unter freiem Himmel gegeneinander an.

Rumble Roses XX - Großzügige, weibliche Kloppereien und ebensolche Oberweiten. Rumble Roses XX auf dem Prüfstand!

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Es gilt, sich solange die Fresse zu polieren, bis eine der Kombattantinnen im Staub respektive auf dem Asphalt liegt und aufgibt. Das Reglement, nach dem sich die Grazien aufs Maul geben, entspricht dabei den bekannten Wrestling-Richtlinien. Dabei wird sowohl innerhalb als auch außerhalb des Rings geschlagen, getreten und gepinnt, dass es nur so eine Freude ist. Gelegentlich kommen auch Gegenstände zum Einsatz, die man der Gegnerschar zwanglos über den Schädel ziehen kann. Also alles so, wie aus den einschlägigen Matches von WWE und Co. bekannt. Nur, dass es hier keinen Ringrichter gibt. Aber gut, wer Wrestling kennt weiß, dass die Burschen im allgemeinen eh nur Staffage für die Schaukämpfe sind.

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Insofern stört ihre Abwesenheit nicht weiter. Was weitaus mehr stört, ist die äußerst dürftige Atmosphäre, in der man sich haut. Denn obwohl es Zuschauer gibt, mangelt es denen sowohl an Enthusiasmus als auch an Masse. Lediglich die musikalische Begleitung der Schlägereien weiß zu unterhalten.

Auch die grafische Umsetzung ist ordentlich, überzeugt aber aufgrund der technischen Möglichkeiten einer Xbox 360 bei weitem nicht. Denn die Qualität der gut proportionierten Grafikschönheiten liegt etwa auf DOA-3-Niveau. Und das hat man bereits vor drei Jahren auf der »guten alten Xbox« gesehen.Dass bei Microsofts neuem, lauten Baby weitaus mehr möglich ist, haben Titel wie »Dead or Alive 4« oder das phantastische »Oblivion« gezeigt, die überhaupt erst die Anschaffung einer Xbox 360 rechtfertigen. Von den technischen Gegebenheiten einmal abgesehen erwartet wrestlingaffine Spieler halbwegs bekannte Kost - freilich ohne jemals dabei die Klasse eines »WWE Smackdown«-Titels zu erreichen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen kloppen sich hier nicht digitalisierte Abbilder von realen Heroen der Ringerszene, zum anderen ist der spielerische Gehalt so flach wie die Brust eines zwanzigjährigen Kettenrauchers. Zwar finden sich diverse Modi vom 1on1 über Handicap bis hin zum Teambattle, doch wissen sie alle nicht so recht zu begeistern. Es hat eher den Anschein, dass die Entwickler bestrebt waren, die Tugenden einer Beachvolleyball-Simulation mit den taktischen Kämpfen eines erwachsenen Wrestlingtitels zu vermengen, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Figurenbastelei und Homeshopping.Aber wie das so ist, wenn man viele Zutaten miteinander vermengt: Was herauskommt, muss nicht unbedingt schmackhaft sein.

Kranke Schwestern
Soviel schon mal vorneweg: Wer sich gerne am Anblick draller Frauen mit mehr oder weniger pro forma angelegten Bekleidungsrudimenten ergötzt, der wird bei »Rumble Roses XX« zweifellos seine Freude haben. Was da mit wogenden Brüsten und wehenden Röckchen durch den Ring oder über die Straße fegt, erinnert tatsächlich frappierend an die Edelnixen aus »Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball«. In Punkto stilistische Abwechslung haben die jungen Damen im vorliegenden Titel allerdings weitaus mehr zu bieten als ihre Kolleginnen im virtuellen Strandvergnügen. Denn wie im echten Wrestlinggenre üblich, verfügen die Schlägerinnen über phantasiereiche Kostümierungen. So finden sich neben der selbstverständlich vorhandenen Bikinimaus zum Beispiel eine gestrenge Lehrerin mit hochgesteckten Haaren und

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Kampfbrille (die sie aber nur im Vorspann trägt. Schade eigentlich), uniformierte Schulluder und eine in weißen Lack und Leder spärlich gewandete Anästhesistin. Und wer mehr auf die maskierte Catwoman-Variante steht, kommt ebenso auf seine Kosten.

Außerdem kann man über den Karrieremodus zahlreiche weitere Kämpferinnen freispielen. Passend dazu hat jede der rassigen Schlägerinnen ihren eigenen Kampfstil. Während die asiatischen Modelle bevorzugt mit Judo- und Karate-Techniken und Schlägen arbeiten, dominieren bei den amerikanischen Mädels Ringerstile.

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Dazu kommen bei allen Teilnehmerinnen spezielle Killer Moves, mit denen die Amazonen ihre geneigten Konkurrentinnen auf die Matte schicken. Die sehen in aller Regel phantastisch aus, führen aber nicht zwangsläufig zum Sieg. Dafür richten sie eine ganze Menge Schaden an und können beispielsweise in einen Aufgabegriff münden. Wer sich mit einschlägigen Wrestlingtiteln auskennt, dem werden diverse Kombos und Schlußmacher-Moves, wie zum Beispiel der gefürchtete »Pile Driver«, bekannt vorkommen. Daneben gibt es natürlich eine ganze Reihe von weiteren sehr biegsamen Verdrehungen, Verrenkungen und gymnastischen Unmöglichkeiten, mit denen man seine Gegnerinnen traktiert.Außer Kontrolle
All das hat viele gute Ansätze, die jedoch leider oft genug im Nichts versanden. Denn so gut manche Aktionen auch aussehen, so schlecht lassen sie sich ausführen. Immerhin ist die Grundbelegung der Controllerbuttons einwandfrei. Mit A sprintet die Kämpferin, B führt zum Greifen von auf dem Boden liegenden Gegenständen oder Gegnerinnen, Y läßt die eigene Figur eine stehende Gegnerin greifen oder umklammern, und X steht für Angriff, zweifellos die wichtigste Taste im Spiel.

Denn je nach Situation schlägt oder tritt die Dame der Wahl ihre Widersacherin. Liegt die schon am Boden, führt wiederholter Druck auf X zum Nachtreten. Das ist gemein, sieht aber gut aus und schwächt die Gegenmieze. Liegt man selbst an der Erde oder wird gerade mit einer Schlagfolge traktiert, kann man durch vehementes Drücken der Blocken-Taste die Angriffe stoppen und stattdessen selbst aktiv werden. Das klappt auch recht gut und führt häufig zum erfolgreichen Kontern.Kombos verlangen, wie bei Prüglern üblich, das gleichzeitige Drücken einer oder mehrerer Aktionstasten in Kombination mit einer Richtungstaste. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer, denn die Abfolgen werden aufgrund der schwammigen Reaktion zur reinen Glückssache. So kann es passieren, Dass man seine Gegnerin im Schwitzkasten hat, dann aber kläglich versagt, weil ein nachfolgender Aufgabegriff nicht gelingen will. Sicherlich spielt hier auch immer der »Human Factor« eine wichtige Rolle, denn wir wollen nicht abstreiten, Dass der eine oder andere Zocker womöglich nicht mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Im Vergleich zu den direkten Konkurrenten der »Smackdown«-Reihe fallen die Unterschiede jedoch erheblich ins Gewicht. Und diesem Vergleich muß sich ein Spiel stellen, das sich selbst dem Wrestlinggenre zurechnet. Die schwammige Steuerung ist besonders ärgerlich im Karrieremodus, weil die computergesteuerten Miezen derlei Hemmnisse offenbar nicht kennen und rasche Konter die Folge sind.

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Auch das Tutorial kann hier nur bedingt Abhilfe schaffen, denn es führt den Spieler zwar in die zahlreichen Möglichkeiten der Steuerung ein, doch die Sparringspartner wehren sich natürlich nicht, so dass beispielsweise der Faktor Zeit überhaupt keine Rolle spielt.

Wer gerne Tastenkombinationen auswendig lernt und diese auch gewinnbringend einsetzen kann, mag vielleicht noch halbwegs erfolgreich sein. Doch über die Ungenauigkeit der Steuerung vermag auch ein Lernprogramm nicht hinweghelfen. Eine sehr gute Idee ist hingegen das Verhöhnen der Gegnerin.

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Schafft man es nämlich, dass sie benommen herumtorkelt oder für einige Sekunden am Boden liegt, kann man sich anstelle eines weiteren Angriffs durch Druck auf die obere Schultertaste über sie lustig machen. Das steigert den Skill, macht aber für die Zeit des Lästerns wehrlos.

Schafft es die Gegnerin dann, während der Verhöhnung wieder auf die Beine zu kommen, gibt's statt Skills was auf die Fresse. Die Skill-Steigerung macht aber Sinn, denn jeder gelungene Schlag und jede Verhöhnung füllen eine Leiste am oberen Bildrand auf. Ist sie voll, kann man während eines Angriffes den schon beschriebenen Killer-Move ausführen.Den Ablauf dieser Kombo kann man nicht beeinflussen, sondern sich nur am Anblick der tätigen Kämpferin ergötzen. Killer-Moves schwächen die Gegnerin, bedeuten aber keinesfalls den Sieg. Empfehlenswert ist es daher, die Skill-Leiste mehrfach hintereinander aufzufüllen und die Special-Moves zu sammeln, bevor man sie idealerweise kurz hintereinander abfeuert.

Das sieht nicht nur gut aus, sondern führt auch zur nachhaltigen Schwächung der Gegnerin, was die Siegchancen enorm steigert. Mit einiger Übung kann man so auch seine - menschlichen - Widersacher zur Weißglut bringen, denn gegen einen Killer-Move gibt es praktisch keine Abwehr. Außer natürlich, man läßt den Gegner erst gar nicht zum Angriff kommen. Aber das dürfte nur in den seltensten Fällen klappen.

Mach's Dir selbst
Der kreativste Modus im Spiel ist definitiv die »Jetzt-bastel-ich-mir-selbst-eine-Supermieze«-Werkstatt, die man in der »Umkleide« findet.Die Umkleidekabine beinhaltet nicht nur alle Spieloptionen, sondern es lassen sich auch schicke Screenshots von den Räkelhasen schießen und individuelle Charaktere erstellen. Wie aus den einschlägigen Wrestlingtiteln bekannt, hat man hier diverse Möglichkeiten, sich seine digitale Traumschlägerin selbst zu kreieren. Angefangen von Statur, Maßen und Gewicht über Haarfarbe und -länge bis hin zu den aufreizendsten Klamotten beherbergt der Do-it-yourself-Teil so ziemlich alles, was das einsame Männchenherz glücklich macht. Außerdem kann man den Kampfstil festlegen, den Song für das Intro auswählen und bestimmen, mit welcher Stimme die Dame des Herzens ihre Gegnerinnen beschimpfen soll. Um den Anreiz zu steigern, haben die Entwicklergötter neben die Umkleidekabine gleich noch einen Shop gesetzt, in den man sein Häschen zum Einkaufen schicken kann. Vorausgesetzt, man hat sich genug Kohle zusammengeschlagen. Denn nur, wer im Kampf siegreich ist, wird mit ordentlich Knatter belohnt.

Das Schöne dabei: So sehr es im Spiel auch aufs Maul gibt, so wenig tut das der Attraktivität der Kombattantinnen Abbruch. Anders als im realen Leben braucht man daher auch keine Reichtümer, um seiner Angebeteten über sündteure Schönheitsoperationen die zu Brei geschlagene Visage wieder aufhübschen zu lassen, sondern kann sie direkt in Klamotten und Accessoires investieren. Dabei gilt natürlich die eiserne Faustregel: je teurer die zu erwerbende Kluft, desto weniger Textil. Wer also seine virtuelle Traumfrau nicht in die vorgegebenen Klamotten stecken, sondern sie lieber in einem aufregenden Hauch von Nichts in den nächsten Kampf schicken möchte, der sollte mit ihr eine sehr intensive schlagende Verbindung eingehen. Gleiches gilt übrigens auch für eine mögliche Partnerin im Karrieremodus. Denn junge Mädchen sind launisch. Wer sich also für das Fortkommen in seiner virtuellen Karriere eine Partnerin anschaffen will, sollte die auch bei Laune halten und darauf achten, Dass die Chemie zwischen den beiden Kampfmäusen stimmt.Kleine Geschenke können dabei sehr hilfreich sein. Muß aber nicht unbedingt klappen. Denn wo zwei Mädels ums Verrecken nicht miteinander können, hilft auch keine Bestechung. Stattdessen sollte man der verhinderten oder ehemaligen Partnerin eine ordentliche Tracht Prügel versetzen und sich eine neue suchen.

Sie will halt die harte Tour. Aber bitte, bitte, liebe Männer, dieses Vorgehen auf keinen Fall im realen Leben ausprobieren. Das wird nicht gern gesehen und gibt nur Ärger. Und das ist dieses Spiel allemal nicht wert.Kleine Geschenke können dabei sehr hilfreich sein. Muß aber nicht unbedingt klappen. Denn wo zwei Mädels ums Verrecken nicht miteinander können, hilft auch keine Bestechung. Stattdessen sollte man der verhinderten oder ehemaligen Partnerin eine ordentliche Tracht Prügel versetzen und sich eine neue suchen.

Sie will halt die harte Tour. Aber bitte, bitte, liebe Männer, dieses Vorgehen auf keinen Fall im realen Leben ausprobieren. Das wird nicht gern gesehen und gibt nur Ärger. Und das ist dieses Spiel allemal nicht wert.