Rumble Roses (PS2-Test)
(von Patrick Streppel)

S ex Sells: Egal ob am Kiosk, in der Videothek oder bei Computerspielen - so manch einer greift zu, weil das Cover nackte Haut verspricht. Das macht sich Konami zu Nutzen und kombiniert

die Engine von THQs Smackdown! mit den wohl schönsten Charaktermodellen, die es jemals auf der PS2 gab - in einer Schlammgrube! Was sich verrückt anhört, ist genau das…

Warum ist die Dead or Alive-Serie so erfolgreich? Wer jetzt stolz auf die unkomplizierten Matches und die übersinnliche Grafik von Tecmos Prügelspielen verweist, dem werden spätestens bei dem Beach Volleyball-Ableger der Serie die Argumente ausgehen - denn mit ausgefeilter Spielbarkeit konnte dieser nun wirklich nicht protzen.

Und dennoch: Dead or Alive: Xtreme Beach Volleyball wird von vielen (Männern) lieber gezockt als Segas brillantes Beach Spikers. Und das wir beim zweiten Outlaw Golf halbnackte Mädels bei Eiseskälte auf den Court schicken dürfen, ist natürlich ebenso wenig ein Kaufgrund.

Smackdown! meets Fleischbeschau
Die Masche funktioniert scheinbar tadellos und so brutzelte Konami nach einem ähnlichen Rezept das Wrestling-Spiel Rumble Roses, in dem 20 Kämpfer - natürlich alle Frauen - um den Sieg ringen. Da die Damen zugleich das wichtigste Asset sind, wurde hier natürlich die meiste Arbeit investiert - mit mehr als 10.000 Polygonen sind diese

wohl die detailliertesten Figuren in einem PS2-Spiel. Und einige der bestanimierten noch dazu - Choreographie, Mimik und die Bewegungen der einzelnen Körperteile sind äußerst realistisch.

Damit das ganze jedoch mehr als inhaltsleere Fleischbeschau ist, hat Konami auf eine bewährtes Grundgerüst gesetzt und von Yuke's, dem Entwickler hinter THQs Smackdown!-Reihe, die zu Grunde liegende Engine lizenziert.

Die grundsätzliche Spielmechanik des Wrestling-Spiels ist glücklicherweise erhalten geblieben, auch wenn das Kampfsystem entsprechend der Zielgruppe ein wenig vereinfacht wurde. Das Timing ist deutlich verzeihlicher und die Button-Belegung wurde angepasst, dafür kommt mit den "Humilation Moves" ein neuer Aspekt hinzu. Durch bestimmte Angriffe wird die "Demütigungs"-Anzeige des Gegners aufgefüllt, ist diese gänzlich voll, führt die L2-Taste einen spektakulären Move aus. Ähnlich funktionieren auch die Finishing-Moves des Spiels.

Krankenschwester bedroht Welt
Die Geschichte von Rumble Roses ist schnell erzählt: Eine verrückte Wissenschaftlerin gründet die gleichnamige Wrestling-Liga um an DNA-Proben der Teilnehmerinnen zu gelangen. Damit will die werte Dame, die an dem Turnier mit dem Kostüm

Rumble Roses - Smackdown! mal anders: Sexy-Mädels kämpfen im Schlamm

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einer halbnackten Krankenschwester teilnimmt, den ultimativen Kampf-Cyborg Lady X erschaffen. Und ganz nebenbei werden besiegte Kämpferinnen einer Gehirnwäsche unterzogen, die sie fortan für die dunkle Seite kämpfen lässt. Schwester Anesthesia hat dabei nur ein Ziel: die Weltherrschaft.Bereits nach diesen wenigen Worten wird klar, dass die Geschichte wohl kaum der Kaufgrund für Rumble Roses sein kann:

Rumble Roses - Smackdown! mal anders: Sexy-Mädels kämpfen im Schlamm

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Die Zwischensequenzen in Spielgrafik sehen zwar nett aus, sind inhaltlich aber nur unfreiwillig komisch.

Unterdurchschnittliche Sprecher bringen mit gespielten Akzent (englische) Dialoge irgendwo zwischen "peinlich" und "zum schreien komisch" über die Lippen. Unser Favorit ist das Gespräch zwischen der Texanerin Dixie Clemets und der asiatischen Schönheit Reiko, den wir hier ausnahmsweise mal zitieren möchten:

Dixie herausfordernd: "Let's see what you've got!"

Die Kamera wandert vom Gesicht der Blondine hinab auf ihren Busen.

Antwort Reiko: "Cowgirl have tits more significant than…"

Den Rest überlassen wir einfach der Fantasie unserer Leser - wir haben unseren Ohren jedenfalls nicht getraut.

20 kurze Flirts
Der Spielumfang hört sich zunächst beeindruckend an, doch hinter der Vielzahl an Charakteren verbergen sich sowohl die "guten" als auch die "bösen" Varianten der jungen Damen.

Letztere müssen erst im Schaukampfmodus - einem der beiden Einzelspielermodi - freigekämpft werden, in dem wir deren "Gesinnung" ändern. Dies geschieht durch das VOW-System, bei dem bestimmte Siegbedingungen festgelegt werden, für die entsprechend positive oder negative Punkte auf das Charakterkonto gutgeschrieben werden.

Die zehn Hauptcharaktere treten hingegen auch beim Story-Modus an, wobei jeder Charakter eine eigene Geschichte hat: Texanerin Dixie möchte ihrem großen Wrestling-Idol

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nacheifern, Reiko sucht ihre Schwester, SM-Diva "Evil Rose", und dann haben wir da noch eine Lehrerein, die in der Liga eine Schülerin sucht - die Auswahl reicht von Klischeehaft bis lächerlich. Die Kampagnen spielt man dennoch aus drei Gründen durch: Zum einen sind sie relativ kurz, zum anderen gibt es individuelle, teils spektakuläre Einführungsfilme mit coolen Acts und fetziger Musik vor jedem Kampf zu sehen. Und zu guter Letzt schalten fleißige Spieler die Möglichkeit frei, die schönen Damen bei ihren Workouts zu beobachten - inerotischen Posen aus allen erdenklichen Perspektiven und Zoom-Stufen, versteht sich.

In den Schlamm!
Zwar hat jede der 10 Kämpferinnen individuelle Angriffsmoves, die Anzahl fällt aber geringer aus als beim Vorbild Smackdown vs. Raw - erfahrene Spieler haben schnell keine Herausforderung mehr. Das gilt leider auch die Arenen, die sich alle stark ähneln - Varianten wie Cage, Table oder Ladder fehlen.

Dafür gelungen ist das Schlammbad: Nicht nur, dass hier unsere Reckinen ihre Kostüme gegen knappe Bikinis tauschen, auch perlt der Schlamm realistisch von den hervorragend animierten Luxuskörpern - Fleischbeschau pur. Der Schlamm selbst, der den Damen etwa bis zum Knöchel geht, sieht dagegen wie eine unspektakuläre braune Masse aus. Das gilt für alle Umgebungen, denn bei so viel Charakterverliebtheit schien für die Stages nicht viel Rechenpower übrig. Aus diesem Grund muss auch auf ausgefeilte

Mehrspielermodi verzichtet werden: Zwei Spieler dürfen an einer PS2 zocken, vier Kämpferinnen oder einen Online-Modus gibt es nicht.

Sex sells - Games mit einer Prise Erotik

Titel: Dead or Alive
Genre: Prügelspiel Entwickler: Tecmo

Sexy-Faktor: hoch, denn die hübschen, knapp bekleideten Kämpferinnen sind vor allem in den neueren Xbox-Ablegern detailreich gestaltet und aufwendig animiert

Spielbarkeit: hoch, denn hinter der Fassade verbirgt sich ein packender Prügler

Titel: Dead or Alive: Xtreme Beach Volleyball
Genre: Sport Entwickler: TecmoSexy-Faktor: sehr hoch, denn die Modelle sind sogar noch ein wenig hübscher als bei dem Prügelspiel-Vorbild - zudem haben die Damen jetzt Bikinis an

Spielbarkeit: Volleyball made easy - wichtiger als die Kämpfe scheinen Mini-Games wie Pool-Hüpfen oder der Voyeur-Modus bei den Freizeitbeschäftigungen der Damen

Titel: Bikini Karate Babes
Genre: Prügelspiel Entwickler: Creative Edge

Sexy-Faktor: hoch, denn die weiblichen Spielfiguren wurden abgefilmt statt gerendert - besonders prächtig sehen die Models in den Zwischensequenzen aus

Spielbarkeit: Full Motion Video Charaktere spielbar? Was sich schwierig anhört, ist auch in der Praxis alles andere als optimal -

Bikini Karate Babes ist nur als Fleischbeschau zu empfehlen

Titel: Outlaw Golf
Genre: Sport Entwickler: Hypnotix

Sexy-Faktor: Eigentlich noch am wenigsten aufdringlich - auf Wunsch haben die Damen nur Unterwäsche an und stapfen bei Eiseskälte über den Golfplatz, wobei auch an Details gedacht wurde...

Spielbarkeit: Kein Tiger Woods, aber ein spaßiges Golfspiel für alle, denen Mario Golf zu kindisch ist und die bei Golfplätzen auch auf hügelige Landschaften stehen

Titel: Outlaw Volleyball
Genre: Sport Entwickler: Hypnotix

Sexy-Faktor: Weniger ausgeprägt als bei Dead or Alive: XtremeBeach Volleyball, aber wie schon bei Outlaw Golf bekommen männliche Spieler formschöne Charaktermodelle in netten Posen zu sehen

Spielbarkeit: liegt irgendwo zwischen Beach Spilkers und der Konkurrenz von Tecmo - das Spielsystem geht in Ordnung und macht auch länger Spaß, nur die Prügeleinlagen wirken deplaziert

Titel: Playboy: The Mansion
Genre: Life-Sim Entwickler: Arush

Sexy Factor: In der Playboy-Villa stapfen leicht bekleidete Hasen in allen Formen und Farben herum und vergnügen sich am Pool, auf Liegen, in Betten und sonst wo - optisch sehr ansprechend.

Spielbarkeit: Das Sims 2 für Männer? Nicht ganz, denn als Playboy-Chef hat man deutlich weniger zu bedenken und auch die Langzeit-Spielbarkeit ist nicht sehr groß - dennoch mehr als Fleischbeschau.

Titel: The Guy Game
Genre: Quizz-Spiel Entwickler: Top Heavy Studios

Sexy-Faktor: Beim amerikanischen Spring-Break abgefilmte Mädels treten freizügig gekleidet in diesem Ratespiel auf - und zeigen bei richtigen Antworten nackte Tatsachen...

Spielbarkeit: Das etwas andere Wer Wird Millionär kommt nicht an Klassiker wie You don't know Jack heran - Humor und Schwierigkeitsgrad der Fragen richtet sich eher an amerikanische JugendlichePro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:

+ klasse Grafik mit detaillierten Charakteren + intuitive, durchdachte Steuerung + toller Soundtrack

Contra:

- Umgebungsgrafik trist - nur zwei Spieler - abgespecktes Kampfsystem - trashige Story und dumme Dialoge - wenig AbwechselungPro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:

+ klasse Grafik mit detaillierten Charakteren + intuitive, durchdachte Steuerung + toller Soundtrack

Contra:

- Umgebungsgrafik trist - nur zwei Spieler - abgespecktes Kampfsystem - trashige Story und dumme Dialoge - wenig Abwechselung