"Und täglich grüßt das Murmeltier" ist ein höchst amüsanter Film, bei dem die Handlung einen sich ständig wiederholenden Tag und einen darin verzweifelnden Protagonisten darstellt. Nach einigen Stunden RTL Winter Sports 2009 fühle ich mich mehr als nur daran erinnert. Dabei werden die Erinnerungen leider nicht durch eine übermäßige Spielspaßbombe geweckt, vielmehr hat man das ständige Gefühl, all das schon einmal erlebt zu haben.

Diese permanenten Deja Vu-Situationen kommen nicht von ungefähr, denn Entwickler 49 Games hat seit dem letzten Winter nur wenige, eher kosmetische Änderungen vorgenommen.

Trotz neuer Plattform kaum Neuerungen

Vergleicht man beide Versionen direkt miteinander, muss man schon sehr genau hinsehen, um die Unterschiede zu bemerken. Optisch hat sich nämlich kaum etwas geändert, und so machen die Winterdisziplinen in diesem Jahr trotz der erstmaligen Veröffentlichung auf Xbox 360 einen bestenfalls soliden, aber niemals überdurchschnittlichen Eindruck. Im Gegenteil, die Animationen wirken häufig hüftsteif, die Figuren wenig detailliert und die Umgebung fällt in die wenig dankbare Sparte "ferner liefen". Einer Next-Generation-Konsole wie der Xbox 360, auf der wir das Sportspiel getestet haben, erscheint das Gebotene gerade noch akzeptabel. Schön sieht aber anders aus.

RTL Winter Sports 2009 - The Next Challenge - Wann wird's mal wieder richtig Sommer? Diesen Winter braucht nämlich keiner.

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Im Standbild sieht alles noch ganz nett aus.
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Auch bei den insgesamt nun zehn Sportarten, aufgeteilt in 18 Disziplinen, gibt es nur wenige Änderungen. Neu im winterlichen Sportaufgebot ist diesmal Snowboard, außerdem hat man Biathlon integriert, das allerdings nach wie vor auch als eigenständiges Spiel erhältlich ist. Doch Anhänger dieser Sportarten werden enttäuscht sein, sie bringen kaum neuen Esprit in die Zusammenstellung.

Der flotte Schwung auf dem Brett krankt etwa an einer viel zu geringen Auswahl an Tricks und gleitet daher in sich wiederholende Langeweile ab, wohingegen das Schießen beim Biathlon so unpräzise und schwammig ausgefallen ist, dass man den Controller ob der vielen Fehlschüsse gerne mal in den Bildschirm pfeffern würde.

Packshot zu RTL Winter Sports 2009 - The Next ChallengeRTL Winter Sports 2009 - The Next ChallengeErschienen für DS, PC, PS2, Wii und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Verhunzte Steuerung

Apropos Steuerung: Kaum eine Disziplin ist mit einem problemlosen Handling gesegnet. Ok, beim Bobfahren kann man nicht viel falsch machen, man rast schließlich nur eine enge Bahn ins Tal hinab. Doch schon beim Super G frage ich mich des Öfteren, was ich denn falsch mache und weshalb mein Fahrer trotz genauester Befolgung der Anweisungen wie eine lahme Ente den Berg herunter kriecht.

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Snowboarding zählt zu den beiden neuen Sportarten.
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Ganz hart wird es beim Eisschnelllauf, wo es selten einmal gelingt, den richtigen Rhythmus zu finden, und so vergurkt man ein Rennen nach dem anderen, während beim Eiskunstlauf die vorgegebenen Bewegungen so rasch aufeinander folgen, dass man sich fast schon zwangsläufig verhaspeln muss. Nicht viel besser sieht es beim Biathlon aus, wo nicht nur das Schießen verhunzt wurde, auch das Laufen sorgt mit einer kaum verständlichen Anzeige für etliche Fragezeichen. Intuitives Handling geht sicherlich anders.

Leicht aufgebohrt wurde dagegen der Kampagnen-Modus, der nun mehr Missionen bietet als zuvor und Abwechslung vom wintersportlichen Einerlei bieten soll. Was genau aber so interessant daran sein soll, bei Abfahrtsläufen Rechenaufgaben zu erledigen, auf unübersichtlichen Strecken Goldmünzen einzusammeln, beim Biathlon-Schießen lediglich wenige Augenblicke pro Schuss zu haben oder andere aberwitzige Aufgaben zu absolvieren, entzieht sich größtenteils meinem Spielspaß-Horizont.

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Ähnlich fragwürdig agiert das grenzdebile Kommentatoren-Duo. Der eine oder andere Spruch mag anfangs noch amüsant sein, doch schon nach sehr kurzer Zeit nerven die vor sich hin blökenden Kommentatoren mit ihrer negativen Einstellung dermaßen, dass man das Ganze lieber ohne Sound spielt. Wettkampf-Atmosphäre kommt nicht nur wegen der beiden Sprecher kaum einmal auf: Im Hintergrund ab und zu eine Kuhglocke einzuspielen genügt eben nicht, um eine glaubhafte Hintergrundberieselung vorzugaukeln.

Leider nur ein lauer Aufguss der Vorjahresversion.Fazit lesen

Auch wenn man sich sichtlich bemüht, dem Spiel ein wenig Seele einzuhauchen und neben den Einzeldisziplinen auch Karriere- und Kampagnen-Modus anbietet, so stellen diese doch letztendlich nichts anderes dar als eine Aneinanderreihung der Sportarten in einer anderen Reihenfolge und unterschiedlicher Zusammensetzung. Langfristige Motivation wird dadurch jedoch nicht geweckt. Zu allem Überfluss hat man zudem noch einen Online-Modus völlig eingespart. Wer mit oder gegen andere Gamer in den wintersportlichen Wettstreit treten will, muss diese schon auf seiner eigenen Couch versammeln. Dann können allerdings bis zu vier Spieler an den Events teilnehmen.