RPM Tuning (PS2-Test)
von Nedzad Hurabasic

Breite Schlappen, Fette Felgen, Kurze Röcke - so die markigen Schlagworte, mit denen unter anderem für das Tune & Rennspiel »RPM Tuning« geworben wird. Der Publisher des Spiels Frogster geizt

nicht mit Superlativen, wenn es darum geht, sein Spiel in das richtige Licht zu rücken: "Über eine Million Tuningmöglichkeiten soll es geben, freies Fahren auf 54 Missionen des Abenteuermodus,

RPM Tuning - Trailer

Evolution des Fahrverhaltens nach fachgerechtem Tuning usw. Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, muss damit rechnen, dass wir besonders genau hingucken. Bereits jetzt sei gesagt: Das Spiel kann in keinster Weise auch nur annähernd überzeugen ...

Mit dem Erfolg der »Need for Speed Underground«-Reihe, deren Bestandteile bekanntlich nächtliche Straßenrennen und umfangreiche Tuningmöglichkeiten sind, wurden im Schnellverfahren einige Klone auf den Markt geworfen. Die einen waren besser, andere wiederum (deutlich) schlechter. Bei RPM Tuning handelt es sich leider um eine Variante der

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letztgenannten Kategorie. Doch der Reihe nach.

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Abenteuermodus
RPM Tuning bietet nach der Installation drei verschiedene Modi zum Spielen an: Schnelles Rennen, Abenteuer und Tune & Race.

Der Abenteuer-Modus ist der zentrale Teil des Spiels, die beiden anderen eigentlich nur um den Anteil der Story reduzierte Fragmente, die ein Konzentrat des Wesentlichen anbieten. Beim Abenteuer schlüpft man in der Rolle des Protagonisten Vince Riker und versucht dabei ein gestohlenes Auto (GTSR-Modell) in Los Angeles zu finden. Insgesamt

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gibt es 54 mehr oder weniger unterschiedliche Missionen auf dem Weg zum Ziel. Bei den verschiedenen Straßenrennen, in denen man sukzessive antreten muss, wird um Cash und Ruhmespunkte gekämpft. Als Belohnung werden neue Tuningteile, zusätzliche Rennstrecken und Fahrzeuge freigeschaltet. Die neuen Strecken und Rennwagen können fortan im Modus "Schnelles Rennen" ausgewählt werden, Ersatzteile stehen zum sofortigen Einbau in der Tuningsektion zur Verfügung. Die Story des Abenteuers schreitet teilweise nur voran, wenn die anstehende Aufgabe erfolgreich absolviert wird.Die Renn-Aufgaben variieren dabei unter anderem zwischen Zeitrennen, Sprints und Verfolgungsjagden, Duellen zwischen zwei oder vier Fahrern oder "Meisterschaftsrennen" über drei aufeinanderfolgende Kurse. Ein Scheitern bei bestimmten Rennen hat zur Folge, dass gleich mehrere bereits bewältigte Abschnitte nochmals absolviert werden müssen, weil dazwischen nicht abgespeichert werden kann.

So löblich und teilweise auch gelungen die Idee des Story-Modus bei einem Rennspiel ist, so schlecht ist die Umsetzung des Rennspiels an sich. Das Handling der Wagen ist schlichtweg eine Katastrophe.

Viel zu behäbig jagen die Karossen über den Asphalt, auch das beste Tuning vermag der schwammigen Steuerung da kaum Besserung zu verschaffen. Gerade bei Wettrennen in einer Stadt stellen sich den Fahrzeugen häufig Hindernisse in den Weg. Wenn darauf nicht mit geeigneten Gegenmaßnahmen reagiert werden kann, landet manschneller an der Wand bzw. am Laternenpfahl, als einem lieb sein kann. Bei RPM Tuning passiert das leider ständig, weil die Vehikel einfach nicht unter Kontrolle zu bekommen sind. Absolut ärgerlich ist auch, dass bereits kleinste Schubser oder leichte Karambolagen mit anderen Wagen mit zeitraubenden Drehern bestraft werden.

Diese haben meist sekundenlange Standzeiten zur Folge, in denen der Rennwagen nicht steuerbar ist. Fassungslos wird selbst der hartgesottenste Fahrer, wenn selbst geringstes Touchieren von Gegnern oder gar von Randsteinen zu absurden Unfällen führen. Die KI-Rivalen hingegen setzen oft anstandslos ihr Rennen fort oder erholen sich deutlich schneller von den ständigen Unfällen. Ein ums andere Mal landet so das Gamepad in der Ecke. Frustration pur.

Zum grottenschlechten Fahrverhalten der Fahrzeuge gesellen sich öde gestaltete und teilweise miserabel ausgeleuchtete Stadtstrecken. Insgesamt gibt es nur eine Hand voll unterschiedlicher Kurse, die auch noch in verschiedenen Variationen kombiniert werden. Die Orientierung zu behalten fällt trotzdem oft nicht leicht. Da die leuchtende Ausschilderung des Öfteren in die Irre führt, weiß man teilweise gar nicht mehr, welcher Weg der richtige ist.

Oft ist erst in letzter Sekunde erkennbar, welche Richtung eingeschlagen werden muss. Die farblich markierte Streckenübersicht hilft leider nicht, da sie zu ungenau ist. Zwar gibt es einige alternative Routen und nicht ausgeschilderte Abkürzungen, die durchaus einen Rückstand wettmachen lassen. Die Wahl einer nicht vorgegebenen Ausweichroute führt aber mindestens in eine Sackgasse, schlimmstenfalls endet sie an einer rot schimmernden Wand. So kommt schnell Langeweile auf, sind doch schon nach kurzer Zeit fast alle Straßenabschnitte des eigentlich riesigen L. A. bekannt. Bis auf die KI-Gegner und einige "zivile" Fahrzeuge, die auf fest vorgegebenen Linien als Hindernisse vor sich hinkrebsen, herrscht kein Leben auf den Straßen der Megalopolis - keine Menschenseele wagt sich des Nachts auf die Straßen. Manchmal wünscht man sich geradezu einem Passanten zu begegnen, um seiner Wut über das Spiel in »GTA«-Manier freien Lauf zu lassen ...

Tuning oder Panini-Album?
Nach jedem absolvierten Missionsabschnitt, der auch mehrere Rennen umfassen kann, findet sich Vince in der Schrauber-Werkstatt seines Mentors wieder. Dort kann er das gewonnene Geld in seinen Wagen investieren und neue Teile kaufen um ihn aufzumotzen.

Eine Lizenz für Automarken haben sich die Macher des Spiels jedoch gespart, so sind zwar durchaus z. B. BMW und Ford-Modelle erkennbar, aber nur als billige Plagiate. Auch die "Millionen" Tuningmöglichkeiten ernüchtern das Schrauberherz sehr schnell und stellen sich als eher rudimentär heraus. Klar, wenn bei jedem der zum Schluss im Tune & Race-Modus zur Verfügung stehenden acht Fahrzeuge - von denen immer nur eins in der Garage stehen kann - zig verschiedene Farben, diverse Aufkleber, Spoilerformen, usw. zusammen gezählt werden, kommt sicher eine große Anzahl an Tuningmöglichkeiten zusammen. Wenn ich mit Aufklebern und Farben spielen möchte, kaufe ich

mir aber lieber ein neues Panini-Sammelalbum und kein Rennspiel, bei dem doch einige Optionen mehr erwartet werden dürfen. So ärgert nicht nur das Ergebnis der wenigen Tuningmaßnahmen an den eher pixelig aussehenden Vehikeln mit bescheidenen Ergebnissen, die sich in der Praxis auch so gut wie gar nicht auf das Handling der Rennwagen auswirken. Auch der arg beschränkte Fuhrpark lässt jede Menge Wünsche offen. Dass sichtbare Beschädigungen keinerlei Auswirkungen auf das Fahrverhalten spüren lassen, lässt nur den bitteren Schluss zu, dass die Hersteller wohl niemandem ein noch schlechteres Handling zumuten wollten.

Grafik & Sound
Grafisch wird höchstens Durchschnittskost geboten. Weder die detailarmen Fahrzeuge noch die städtische Umgebung können wirklich überzeugen und wirken einfach nur billig. Einziger Lichtblick ist der nette Effekt, der beim Beschleunigen des Nitro-Turbos eine durch die Geschwindigkeit verzerrte

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Umwelt darstellt. Ansonsten ähneln sich die Straßenschluchten aber viel zu sehr, Abwechslung Fehlanzeige. Schlimm ist in dieser Beziehung auch der monotone Motorensound, der ohne akustische Höhepunkte vor sich hinbrummt. Das nervige Hintergrund-Gewummer des Techno-Soundtracks setzte dem Ganzen schließlich eine negative Krone auf.Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Netter Storymodus

Contra:
- Schlechtes Fahrverhalten - sehr wenig Fahrzeuge - sehr wenige Strecken - zu wenig Abwechslung - rudimentäres Fahrzeugtuning

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Umwelt darstellt. Ansonsten ähneln sich die Straßenschluchten aber viel zu sehr, Abwechslung Fehlanzeige. Schlimm ist in dieser Beziehung auch der monotone Motorensound, der ohne akustische Höhepunkte vor sich hinbrummt. Das nervige Hintergrund-Gewummer des Techno-Soundtracks setzte dem Ganzen schließlich eine negative Krone auf.Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Netter Storymodus

Contra:
- Schlechtes Fahrverhalten - sehr wenig Fahrzeuge - sehr wenige Strecken - zu wenig Abwechslung - rudimentäres Fahrzeugtuning