Rome Total War: Barbarian Invasion (PC Review)
von Markus Armbruster

Im Jahre 363 n. Chr. stehen dem einst so erhabenen Römischen Reich die schwersten Stunden bevor. Nach Kaiser Konstantin zerfällt das Reich in zwei Teile - Ost- und Westrom. Hunnen, Vandalen und Goten drängen von Osten her

Richtung Mitteleuropa, Rebellen Verbände zerschlagen die Römischen Truppen in Frankreich und Spanien und am Hadrians Wall in Großbritannien stehen die Kelten. Es sieht also denkbar schlecht für das westliche römische Reich aus. Nun liegt es an dir, das Reich mit allen Mitteln zu verteidigen oder mit barbarischen Stämmen Rom den Gnadenstoß zu verpassen.

Rome: Total War - Barbarian Invasion - Rome: Total War - Babarian Invasion Trailer

10 neue Völker, mit unterschiedlichen Zielen auf der Kampagnenkarte, über 100 neue Einheiten und Nachtschlachten warten auf dich.

Zug für Zug, Schlacht für Schlacht
Eins vorweg: Große Änderungen am Spielsystem gab es nicht. Nach wie vor verschiebst du deine Truppen und verwaltest deine Siedlungen rundenweiße auf der Europakarte. Jeder Zug ist in der Spielzeit immer noch 6 Monate lang und so wird man auch noch ein verschneites Europa wiederfinden. Schlachten trägst du dann auf den schönen 3D Schlachtfeldern aus.

Doch Barbarian Invasion verbessert vieles im Detail und fügt Nützliches hinzu. Die wichtigste Neuerung ist die für jedes spielbare Volk zugeschnittene Kampagne um die Herrschaft in Europa. 10 Völker, darunter West- und Ostrom, Alemannen, Hunnen, Goten, Sachsen, Franken, Sarmaten, Wandalen und Sassaniden sind spielbar und haben

unterschiedliche Ziele. Alemannen müssen so zum Beispiel Rom und Obergermanien plus 20 weitere Provinzen in ihren Besitz bringen, Wandalen nur 10, dafür müssen Rom und Karthago darunter sein. Ebenso greift jeder Stamm auf ein eigenes Waffenarsenal zurück, mit Stärken und Schwächen. Hunnen etwa besitzen die stärkste Reiterei, haben aber Probleme bei langwierigen Belagerungen. Insgesamt haben die Entwickler 100 neue Einheiten eingebaut und die römischen Truppen auf den neusten Stand gebracht, eckige Schilder werden zu Runden, Prätorianer gibt es gar nicht mehr. Für manche vielleicht ein Stilbruch, doch historisch korrekt.

Entscheidet man sich für eine Kampagne, kann man mit jeder der 10 Völker diese in Angriff nehmen und muss dabei unterschiedliche Endziele verfolgen. Wir versuchen es einmal mit den Alemannen, welche im Gebiet der heutigen Schweiz mit einer Siedlung starten. Leider gibt es keine Filmchen mehr, wie im Hauptprogramm, die uns auf das Volk und deren Mission vorbereiten.
Dafür schaffen die Weisheiten berühmter Philosophen und Feldherren der Antike während den Ladebildschirmen Atmosphäre. Zu Beginn werden Diplomaten Richtung Osten geschickt um uns durch Bündnisse und Handelsverträge den Rücken freizuhalten.

Denn einen Eroberungsfeldzug gegen die stark geschwächten Römer im Westen zu starten, ist deutlich leichter, als gegen Hunnen, Goten und Franken im Osten vorzurücken. In den Siedlungen bauen wir in einem sehr übersichtlichen Menü neue Gebäude und rekrutieren Einheiten. Um diese zu finanzieren, müssen wir Steuern erheben um an Geld zu kommen, welches die einzigste Ressource ist. Natürlich gewinnt man Geld auch durch Plünderungen andere Städte oder durch geschickte Tributaushandlungen erfahrener Diplomaten mit anderen Völkern.

Des Weiteren informiert man hier sich über die aktuelle Situation, wo etwa die Bürger unzufrieden sind und was man dagegen machen kann.

Hier spielt seit Barbarian Invasion die Religion eine gewichtige Rolle. Mit Heidentum, Christentum und Zoroastrismus sind drei wichtige Glaubensrichtungen im Spiel vertreten. Wenn du nun als heidnischer Alemanne eine christliche Stadt eroberst wirst du am Anfang enorme Schwierigkeiten mit der Bevölkerung haben, Gebäude wie Dichterhallen beschleunigen aber den Konvertierungsprozess.

Auf der Europakarte verschiebst du Armeen, Diplomaten und Spione, welche nur eine gewisse Strecke pro Runde zurücklegen können. Nachdem man mit allem fertig ist, drückt man auf "Runde beenden" und nun sind die anderen Völker an der Reihe.

Schon bald treffen wir auf eine feindliche weströmische Siedlung und merken, dass jene ein leichtes Futter für unsere Armee ist und belagern diese. In einem schriftrollenartigen Fenster können wir nun mehrer Optionen wählen. Zuerst hat unsere Armee eine gewisse Anzahl Belagerungspunkte,

Rome: Total War - Barbarian Invasion - Zerstöre das, was du erschaffen hast!

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welche von der Größe der Armee und den Fähigkeiten des Generals abhängt. Belagerungswaffen, wie Rammböcke und Leitern werden mit diesen Punkten bezahlt.

Nun hast du die Wahl, ob du selbst die Führung der Armee übernehmen willst oder ob die KI für dich ins Feld sticht. Erfahrene Generäle dürfen jetzt sogar mit ihrer Armee nachts den Feind überfallen. In diesen Nachtschlachten ist der Überraschungseffekt höher, wenn der feindliche Führer diese Fähigkeit noch nicht innehat. Leider kommen diese viel zu selten vor. Der "Angriff" - Button bringt dich direkt zum 3D Schlachtfeld. Zuerst hält der General eine Rede, danach beginnt die Platzierungsphase. Erst dann rücken unsere Armeen wunderschön animiert gegen die feindliche Siedlung vor. Mit Rammböcken durchbrechen wir die Tore und schreiten dann mit schnellem Tempo Richtung Stadtmitte vor, wo wir einen Fahnenpunkt in unsere Kontrolle nehmen müssen, um die Siedlung endgültig zu erobern.

Packshot zu Rome: Total War - Barbarian InvasionRome: Total War - Barbarian InvasionRelease: PC: 3. Quartal 2005 kaufen: Jetzt kaufen:

Natürlich gibt es auch reine Feldschlachten, in denen dann eher die Lage und Aufstellung über Sieg und Niederlage entscheidet. Während die Eroberung Galliens noch ziemlich leicht ist, sieht es im Osten schon anders aus. Horden überfallen in Windeseile schwache Territorien. Denn wenn ein Volk untergeht und keine Siedlung mehr im Besitzt hat, bedeutet dies noch nicht das Ende. Jetzt bildet dieser geschlagene Stamm eine Horde, die aus mehreren starken Armeen besteht Diese ziehen unaufhaltsam weiter um eine neue Heimat zu finden, ehemalige Bündnisse werden von den aufgebrachten Soldaten nicht mehr ernstgenommen. Hunnen zum Beispiel starten als Horde und müssen sich so erst ihre Hauptstadt suchen und dann einnehmen. Dafür werden diese Anstürme immer groß vor Rundenbeginn plakatiert und mit Sternen auf der Minikarte angezeigt. Allein mit der Alemannen Kampagne wirst du mehr als 20 Stunden beschäftigt sein bis dein Banner über Rom weht.Der Untergang oder doch nicht?
Profis dürfen sich schon an die schweren römischen Kampagnen heran wagen. Wo die Oströmer noch einigermaßen gute Startbedingungen haben, sieht es bei den Weströmern deutlich makaberer aus. In fast allen Städten herrscht Aufruhrgefahr und ihre Ausgaben in den Siedlungen und Bezirken sind deutlich höher, sie schreiben am Anfang rote Zahlen.

Und als ob das nicht schon genug wäre, strömen von Osten neue barbarische Horden unter angsteinflößenden Schreien heran, in Gallien und Spanien gibt es Rebellenaufstände, die sich zu einem neuen Reich formieren. Denn wenn es die streikende Bevölkerung

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schafft, eine Stadt unter ihrer Kontrolle zu bringen, gründen sie automatisch ein neues Reich. Erfahrene Strategen müssen nun versuchen, die römische Wirtschaft in Gang zu bringen und in Rückzugschlachten die Alpengebiete halten. Letztendlich kann man sich nicht nur auf das Verteidigen konzentrieren, denn die Siegesbedingungen schreiben 34 Provinzen vor. Zu Hilfe kommt eine weitere Neuerung: Generäle können jetzt in Städten ausgebildet werden, denn der römischen Familie geht es in diesen schweren Zeiten auch nicht mehr so überragend. Leider fallen auf Seiten der Römer die Senatsmissionen weg, aber auch dies ist historisch korrekt.King Arthur lässt grüßen
Neben den sehr umfangreichen Kampagnen gibt es natürlich wieder schnelle und historische Schlachten. In den schnellen Schlachten werdet ihr sofort auf das 3D Schlachtfeld katapultiert und tragt Zufallsscharmützel gegen KI Kontrahenten aus. Spannender dagegen sind die historischen Schlachten, die man als Einzelmissionen sehen kann.

Leider gibt es nur 2 davon - sehr schwach. Immerhin sind diese beiden Missionen dramatisch gemacht und beginnen jeweils mit einem tollen Movie. Die erste historische Schlacht handelt von König Arthur, der ja angeblich Römer war.

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In der Schlacht vom Bolton Hill muss er einen Fluss überqueren, eine Bresche durch die angreifenden Sachsen schlagen und dann seinem eingekesselten Freund aus der Patsche helfen. Leichte Infanterie kann nun schwimmen und somit leicht Flüsse und sonstige Tümpel überqueren. In der Anderen historischen Schlacht gilt es, eine hunnische Reiterhorde in Südfrankreich gegen einen der letzten römischen Generäle zu führen. Beide Missionen sind in ca. 30 Minuten zu bewältigen.

Unter dem Menüpunkt "Eigene Schlachten", darfst du selber Gefechte erstellen. Leider gleicht dies keinem richtigen Editor, dieEinstellungen lassen nur wenige Optionen zu, etwa Wetter oder Schlachtaufstellung.

Schattenseiten
Mit Barbarian Invasion wird die Rome Version auf 1.3 gepatcht. Doch es stören immer noch nervige KI Bugs auf dem Schlachtfeld. So verhakte sich ein Trupp Feinde in einem Belagerungsturm. Obwohl wir schon alle anderen Feinde in die Flucht geschlagen haben, dürften wir bis zum Ende des Zeitlimits warten, was auch mit der Beschleunigungsfunktion sehr lang dauerte.

Auch im Mehrspielermodus tat sich wenig, du kannst lediglich eine von dir vorgefertigte Schlachtaufstellung mit in die Mehrspielerpartien nehmen und musst nicht vor Kampfbeginn eine solche mühsam erstellen. Die Europakarte ist aber weiterhin nicht spielbar.

Grafisch sieht Rome: Barbarian Invasion wieder richtig gut aus. Die Europakarte ist sehr detailreich dargestellt, auch auf den

Schlachtfeldern sind die Soldaten kinoreif animiert. Leider sehen die Landschaften und die Siedlungen etwas trist und leblos aus. Dafür peitscht eine sehr mitreißende Auswahl an Musikkompositionen übers Schlachtfeld und auch die Sprecher machen einen guten Job. Ebenso perfekt gelungen sind die Gefechtsgeräusche. Das tödliche Pfeifen der Pfeile allein müsste hier eine Auszeichnung bekommen.Tipps zu Barbarian Invasion

Tipp 1:
Nutze immer die taktischen Gegebenheiten auf den Schlachtfeldern aus. Stelle deine Armee, wenn du angegriffen wirst, auf den höchsten Punkt der Karte und lass den Feind anrennen. Dieser kommt nun außer Atem und so gewinnst du auch stark unterlegen gegen den Feind.

Tipp 2:
Wenn in einer Stadt Aufruhrgefahr besteht, schick am besten immer einen General in die Stadt, dies hebt für gewisse Zeit die Stimmung der Bevölkerung.Tipps zu Barbarian Invasion

Tipp 1:
Nutze immer die taktischen Gegebenheiten auf den Schlachtfeldern aus. Stelle deine Armee, wenn du angegriffen wirst, auf den höchsten Punkt der Karte und lass den Feind anrennen. Dieser kommt nun außer Atem und so gewinnst du auch stark unterlegen gegen den Feind.

Tipp 2:
Wenn in einer Stadt Aufruhrgefahr besteht, schick am besten immer einen General in die Stadt, dies hebt für gewisse Zeit die Stimmung der Bevölkerung.