Totgesagte leben länger. Unzählige Male wurde der Tod des Musikspielgenres vorausgesagt, doch das prophezeihte Schicksal tritt nicht ein. Von wegen! Neue Genrevertreter warten bereits am Horizont und fahren didaktisches Material auf. Auch Ubisofts RockSmith möchte euch auf spielerische Weise die Beherrschung einer echten E-Gitarre oder eines Basses antrainieren.
Pädagogisch wertvoll und spaßig obendrein. Schade, dass RockSmith unter vielen Kinderkrankheiten und unnötigen Designfehlern leidet. FazitGitarre lernen per Videospiel? Ich weiß aus Erfahrung, dass das funktioniert. Die Idee ist nicht neu. Vor zwei Jahren legte Hamonix' Rock Band 3 bereits den Grundstein für die aktuelle Musikspielentwicklung. Das Problem an der Sache: Tondaten können zwar relativ einfach ausgelesen und interpretiert werden, doch sie exakt und latenzfrei zu entschlüsseln, das ist eine technische Hürde. Dieses Problem umging Harmonix damals mit speziellen MIDI-kommunikativen Sechssaitern.
Ubisoft San Francisco wagt sich mit RockSmith auf dünneres Glatteis, um Gitarristen den vollen Komfort zu gewähren. Warum Geld für einen Kompromiss ausgeben, wenn man seine eigene Gitarre an die Konsole oder den PC stöpseln kann? Eine 1000 Euro teure Jackson, eine stylische Flying V oder einfach nur die nächstbeste Brennholzklampfe aus dem Sonderangebot. Das von Hercules spezialgefertigte Real-Tone-Kabel, das RockSmith beiliegt, akzeptiert jede verstärkte Saitenaxt und jeden erhältlichen E-Bass.
Das beigelegte Real-Tone-Kabel von Hercules übersetzt die Tondaten für das Spiel und akzeptiert alle Gitarren mit Tonabnehmer.Ein Ende wird in die Klinkenbuchse der Klampfe geschoben, das andere Ende in den USB-Port der Spielmaschine, schon kann es losgehen. Ehm.... fast. Erst mal muss der Sound von der Konsole analog in eine Stereoanlage umgeleitet werden, sonst schleppt sich das Eingangssignal gut eine halbe Sekunde hinterher. Wegen der Latenzproblematik ist RockSmith mit Klang über HDMI absolut unspielbar.
Allein die Idee begeistert mich bereits ungemein, auch wenn so mancher Konsolero womöglich sein Spielezimmer umbauen muss, um RockSmith überhaupt genießen zu können. Ich verfüge über solide Kenntnisse der Musiktheorie und spiele seit einigen Jahren Gitarre. Allerdings unter gewünschtem Niveau, weil meine rostigen Finger nicht das tun, was mein Kopf längst begriffen hat.
Umso mehr freue ich mich über Programme wie RockSmith, die jedermann eine Hilfestellung bieten wollen. Behutsam vorantastend führt Ubisofts Musikspiel selbst blutige Neulinge in die Kunst des Saitenzupfens ein. Kleine Videos erklären grob, wie man ein Plektrum hält, wie man anzupft und wie man eine Gitarre stimmt. Ein implementiertes Software-Stimmgerät überprüft sogar vor jedem Song, ob die Axt noch quintenrein ist.
Einen einfachen Klassiker wie "Satisfaction" von den Stones lernen selbst blutige Anfänger ganz schnell.Dann geht es ans Eingemachte. Ähnlich wie bei Guitar Hero fahren kleine farbige Klötzchen auf einer Matrix gen Spieler und vermitteln, welche Saite in welchem Bund gehalten werden soll. „Bab-ba, da-da-daaaa“, so ertönt es aus den Boxen. Ha! Das ist doch der erste Teil des Licks aus „Satisfaction“ von den Rolling Stones! Das System funktioniert, die Spielfreude steigt, die vermittelten Songs werden schwieriger. Ich lerne, habe tierischen Spaß dabei und gluckse vor Freude über Kniffe, die ich mir nicht selbst beibringen konnte. Mission erfüllt. Oder nicht?
Jein! Ach, wäre es schön, wenn ich diesen Test so einfach abhandeln könnte. Wie gern würde ich RockSmith für seine Ambitionen belohnen, in all seinen Facetten beschreiben, es lobpreisen. Keine Chance. Auf jedes Hurra folgt ein Motzen, auf jeden Lichtblick ein wenig Ernüchterung. Die Liste der positiven und negativen Aspekte ist schier endlos und verlangt ein stetiges Abwägen.
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Wäre ne schöne Erklärung, hat aber einen Haken: Drei-Finger- Powerchords (mit exakt derselben Harmonie) werden trotzdem beschriftet. Macht keinen Sinn, wie so manches bei diesem Programm.
Egal wie krumm die gespielt werden, er lotst sie durch ;)
Zunächst sollte man festhalten, der Audiolag der von vielen Spielern am PC kritisiert wird, bei mir bisher nicht aufgetreten ist. Problematisch wird jedoch die Erkennung von 5-Saiter Bässen, wobei er meinen 4-Saiter Fretless ohne Probleme nimmt. Entweder entfernt ihr eure 5-Saite oder ihr tuned den Bass hoch (nicht zu empfehlen), hier wünsche ich mir einen Verbesserung.
Wenn man sich erstmal an die Darstellung von Hammer-Ons, Slides etc. gewöhnt hat geht es locker von der Hand. Leider wird es bei Lieder wie "Statisfaction" von den Stones oder "Number Thirteen" schnell mal zu unübersichtlich.
Ansonsten top (zumindest für den Bass): Es hat mir geholfen den Bass nach einem Jahr wieder aus der Ecke zu kramen, hat nen super Amp (Sludge, Doom, Crust kein Problem) dabei mit dem ich sogar aufnehmen kann (das Audio-Kabel wird von div. Recording-Tools erkannt), leider sind mir die DLCs zu teuer und somit fallen die "härteren Songs" vorerst einmal flach.
Was die Fachbegriffe angeht bin ich völlig überfordert die Kritik zu verstehen. Nur da ich mir schon lange solch einen virtuellen Guitarentrainer wünsche lese ich weiterhin sehr gern die Entwicklungen in diesem Bereich.
Auf jeden Fall. Ich kann auch nur dazu raten - Wer über einige Fehler hinwegsehen kann und evt. einen Lehrer oder Freunde zurate zieht, die Fehler erkennen und anmahnen können, wird definitiv seinen Spaß mit RockSmith haben. (Nebenbei: DIe PC-Version ist erheblich günstiger als die Konsolenfassung, kostet mit Kabel nur 60 statt 90 Euro)
Ich hoffe auf einen zweiten Teil, der ausgereifter ist. Und da sollte sich Ubi n bisi beeilen, denn da gibts noch eine weitere Firma, die gerade das Spiel "BandFuse" entwickelt. Die haben (angeblich) weniger Erkennungsprobleme und Slash als Lehrmeister implementiert (!). Bin schon gespannt wie ein Flitzebogen.
@ Nubsi
RockSmith ist keine Evolution von RockBand 3. RS und der Pro Modus von RB3 teilen dieselbe Idee, gehen sie aber unterschiedlich an. In manchen Bereichen ist RockSmith spürbar ausführlicher als Rock Band 3 - nur eben nicht so zuverlässig, wenn es um die Abfrage der Gitarreneingabe geht. Das ist halt die Schattenseite des Real-Tone-Kabels.
Nun hab ich echt wieder Lust bekommen meine alte Klampfe zu entstauben und mir beim nächsten Laden Spiel zu holen.
Besten Dank und bitte weiter so!
IBANEZ !!!!!
ja seh grad, Epiphone hat tatsaechlich nicht nur billig-Repliken. Dennoch , ich kann mit LesPaul nichts anfangen, mag die Bodyshape nicht und der Bund ist zu breit fuer meine Hand. Ich bleib bei meiner IBANEZ GRG 170 DX und bald dann die Gibson SG Standart in Cream White <3 Das Geld ist es Wert, und hey, bei Musik sollte man, wie du schon schreibst, an nichts sparen.
Ist halt nur ne Epiphone (*brech* und dann noch Les Paul >.<) und keine Gibson ;) Man sollte nie bei der billig-Tochter einkaufen. Mal schauen ob ich mir das zur neuen SG goenne.
Komisch... Laut Amazon (und dort hab ich mir das vorbestellt) kommt es in Deutschland erst am 18. Oktober in den Handel bzw. wird dann erst erscheinen.
Edit:
Grad gesehen das Ihr die PS3/XBOX360 Version getestet habt... ich habs mir ja fürn PC bestellt.
Achja und ist der Test nicht ein wenig spät? Das Game ist doch schon ne Weile draußen.
In Europa seit Donnerstag
Man kann selbstverständlich nicht alles lernen, aber (trotz aller genannten Mängel) vermittelt RockSmith unheimlich viel brauchbares Lernmaterial. Es nimmt dir ja auch nicht das stundenlange Üben magisch ab, sondern setzt es dir in unterhaltsamer Form vor die Nase ;)
Achja und ist der Test nicht ein wenig spät? Das Game ist doch schon ne Weile draußen.