Mit dem Erscheinen von „Rock Band 2“ aus dem Hause Harmonix werden Musikspiel-Freunde vor eine entscheidende Frage gestellt, nämlich: „Kauf ich nun Guitar Hero oder Rock Band?“ Eine Frage, deren Beantwortung etwa auf gleicher Stufe mit Hennen und Eiern steht. Dennoch wagen wir eine Prognose und verraten euch in unserem Test nicht nur, wie gut Rock Band 2 wirklich ist, sondern auch, in welches Lager ihr wechseln solltet.

Übrigens erscheinen die neuen „Rock Band 2“-Instrumente erst im Dezember. Das ist zwar nicht optimal, allerdings auch nicht fatal. Denn „Rock Band 2“ pflegt große Instrumenten-Kompabilität. Nicht nur die Instrumente aus dem ersten Teil, auch die „Guitar Hero: World Tour“-Instrumente können in „Rock Band 2“ verwendet werden (allerdings nicht plattformunabhängig).

Wer also neu dabei ist und wissen will, wie sich entsprechende Instrumente bedienen lassen und wie es um ihre Verarbeitung steht, der sollte einen schnellen Blick in unsere „Rock Band“ - und „Guitar Hero: World Tour“-Tests riskieren. Sobald dann die neuen, verbesserten Instrumente für „Rock Band 2“ erscheinen, berichten wir euch darüber.

Rock Band 2 - Trailer: Gameplay

Die größte Songauswahl aller Zeiten

Mit „Rock Band 2“ steht Harmonix defintiv ein neuer Weltrekord ins Haus. Immerhin bietet das Musikspiel die wohl größtmögliche Trackliste aller Zeiten. Es befinden sich über 80 Mastertracks (kein einziges Cover) allein auf der Disc, über ein Tool lassen sich die knapp 60 Songs aus dem ersten Teil frei schalten, weitere 20 Bonus-Songs sind als Gratis-Download verfügbar und wöchentlich kommen weitere Tracks zum bereits riesigen Online-Katalog hinzu.

Rock Band 2 - Rockt die Klöten!

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Rock Band 2 bietet die wohl größte Songauswahl aller Zeiten.
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Insgesamt könnte eure „Rock Band 2“-Trackliste also über 500 Songs umfassen! Das würde bei etwa 2,- Euro pro Song zwar einen großen Geldbörsen-Verschleiß bedeuten, doch was tut man nicht alles für die Musik? Bei so einer großen Auswahl ist klar, dass hier die passende Musik für Jedermann dabei ist. Die Frage ist eben nur, ob die 80 Songs des Spiels euch überzeugen können – und diese Frage muss sich jeder selbst beantworten.

Wie es um die Qualität der neuen Instrumente bestellt ist, können wir euch an dieser Stelle noch nicht verraten. Diese erscheinen, wie eingangs bereits erwähnt, erst im Dezember. Doch eine Neuerung macht seit einigen Wochen von sich Reden: Das verbesserte und um drei zusätzliche Becken erweiterbare neue Drumkit. Electronic Arts plant diese Becken separat zu verkaufen.

Packshot zu Rock Band 2Rock Band 2Erschienen für Xbox 360, PS2, Wii und PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Ein nötiger Schritt, gerade im Hinblick auf das größere „Guitar Hero“-Schlagzeug. Dieses verfügt nämlich von Haus aus über zwei Becken und kommt so im Spiel (Guitar Hero: World Tour) auf insgesamt fünf „Pads“ und einer Bassdrum, die gespielt werden müssen. Das ist eines mehr als beim „Rock Band“-Drumkit, bei dem nur vier „Pads“ und ein Bassdrum-Balken gespielt werden.

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Entfalten erst im Freestyle-Modus ihre volle Pracht: Die nachrüstbaren Becken.
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Mit den nachrüstbaren Becken des neuen Drumkits überholt „Rock Band“ zwar seine Konkurrenz, doch das macht spielerisch keinen Unterschied. „Rock Band 2“ bleibt nämlich bei vier Spuren und einem Bassdrum-Balken im Spiel. Schließt ihr also das „Guitar Hero: World Tour“-Drumkit an, verliert das orangefarbene Becken seine Funktion. Da fragt ihr euch sicher: „Wozu Becken nachrüsten, wenn sie eh keine Funktion erfüllen?“

Ganz einfach: Erst im neuen Freestyle-Modus, in dem ihr nach Lust und Laune die Pads bearbeiten könnt, entfalten sie ihr volles Potential. Hier könnt ihr nämlich alle angeschlossenen Pads nutzen, also auch die zwei optionalen Becken. Aktiviert ihr dann noch den „Xbox Music-Player“, dürft ihr zur Musik eurer Wahl frei trommeln. Endlich wird auch mal an das Kind im Manne gedacht!

Alleine war gestern

Wollt ihr in „Rock Band 2“ loslegen, erwartet euch erstmal eine kleine Überraschung. Es gibt nämlich keine echte Solo-Karriere mehr. Stattdessen erschafft ihr euch den Rockstar eurer Wahl mit dem gewohnt umfangreichen Charakter-Editor (siehe Rock Band Test), der um ein paar neue Outfits erweitert wurde, und spielt einfach drauf los. Dabei ist es völlig egal, ob ihr die Karriere alleine oder mit ein paar Freunden in einer Band spielt.

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Rock Band 2 ist nichts für Einzelgänger - hier ist Teamarbeit gefragt!
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Euer Fortschritt bleibt immer erhalten, egal ob mal ein Bandmitglied aussteigt oder ihr eben alleine weiter macht. In dieser Hinsicht ist auch glücklicherweise die Beschränkung des Charakters auf nur ein Instrument weggefallen. Sprich: Bei eurer eigenen Band könnt ihr als Gitarrist oder Sänger Fans gewinnen, während ihr bei einem Freund über die problemlos laufende Xbox Live-Anbindung als Bassist die Saiten zupft – mit ein und demselben Charakter!

All hail Harmonix! Rock Band ist und bleibt das partytauglichere Musikspiel.Fazit lesen

Der Karrieremodus ist ähnlich aufgebaut wie im Vorgänger. Ihr spielt euch vom Bordstein bis zur Skyline, schaltet neue Songs und Setlisten frei und gewinnt dabei viele Fans. Allerdings könnt ihr diesmal größeren Einfluss auf eure Karriere nehmen. Ihr könnt nämlich verschiedene Personen engagieren, die gewisse Boni bringen. Ein „Fan-Betreuer“ wird euch zum Beispiel eine schneller wachsende Anhängerschaft ermöglichen, während ein „Szene-Kenner“ für gut bezahlte Gigs sorgt.

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Mit motivierenden Neuerungen macht die Karriere mehr Spaß denn je.
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Doch das war noch längst nicht alles. Immer wieder erfahrt ihr besondere Events während eurer Karriere. So kann euch zum Beispiel der Auftritt auf einem Benefiz-Konzert angeboten werden. Spielt ihr hier besser als „drei Sterne“ und verzichtet auf eure Gage, wird eure Fananzahl glatt verdoppelt. Daneben sorgen auch neue Manager und Musikvideo-Regisseure immer mal wieder für Überraschungen.

Dank dieser sinnvollen Neuerungen motiviert der Karrieremodus mehr denn je zum Weiterrocken und lässt die Konkurrenz alt aussehen. Dennoch bietet „Rock Band 2“ für Solisten und Profis immer noch nicht ausreichend Herausforderung. Während man bei „Guitar Hero: World Tour“ mit neuen Schwierigkeitsgraden, Griffen und Gameplay-Mechaniken die Veteranen bei der Stange hält, bleiben Könner in „Rock Band 2“ schnell auf der Strecke.

Rockt die Party fett

Wer keine Instrument-begabten Freunde zur Hand hat, muss nicht verzagen. Wer nicht solo unterwegs sein will, kann sich problemlos per „Xbox Live“ - Mitgliedschaft vorausgesetzt - einer wildfremden Kombo anschließen und gemeinsam den Globus rocken. Da „Rock Band 2“ in Amerika bereits einige Wochen erhältlich ist, wird es euch sicherlich nicht an Angeboten mangeln.

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So sieht die neue Gitarre aus, die leider erst im Dezember erscheinen soll.
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Die Bezeichnung „Battle of the Bands“ dürfte einigen vielleicht bereits aus unserem „Guitar Hero: World Tour“-Artikel bekannt vorkommen. Auch „Rock Band 2“ besitzt einen solchen Modus, der sich jedoch leicht von der Konkurrenz unterscheidet. Hier treten zwei Bands nämlich nicht zeitgleich gegeneinander an, sondern kämpfen auf „Leaderboards“ um die Rock-Weltherrschaft.

Im laufenden Spiel zeigt dann eine Grafik die Punktedifferenz zur nächstplazierten Band an. Zudem werden in diesem Modus ständig neue Herausforderungen veröffentlicht, in denen sich virtuelle Bands so richtig schön austoben können. So wird der Kampf um den Thron sicherlich nicht zu schnell langweilig.

Eine unscheinbare weitere Neuerung schürt die bereits ausgereifte Partytauglichkeit der Bandsimulation ungemein: der „No-Fail“-Modus. Eigentlich ein Cheat, lässt sich dieser Modus im Optionsmenü einstellen und sorgt dafür, dass ihr das Spiel nicht mehr verlieren könnt. Besonders nützlich, wenn man mal Besuch von den Großeltern hat und „Judas Priest“ spielen möchte.