Nach vier Büchern aus der Feder von Robert Ludlum und drei Kino-Blockbustern mit Matt Damon in der Hauptrolle bleiben eigentlich nur zwei Fragen rund um Jason Bourne offen: Wann kommt der vierte Film – und wie ist Bourne eigentlich zu dem geworden, der er ist?

Während bei Frage Nummer eins wohl nur warten hilft (2009 oder 2010 soll es so weit sein), naht bei der Frage nach Bournes Vergangenheit Hilfe aus unterwarteter Richtung. Mit „The Bourne Conspiracy“ (dt.: „Das Bourne Komplott“) schicken euch die High Moon Studios auf eine Reise durch Bournes Leben als gnadenloser Killer. Auf dem Sierra Spring Break, dem jährlichen Line-Up-Event von Vivendi Games, konnten wir einen ausführlichen Blick auf den virtuellen Bourne werfen – und waren begeistert.

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Eigenständige Story

Wie bereits der eigenständige Name andeutet, lässt euch „The Bourne Conspiracy“ nicht einfach die Story der Bücher oder Filme nachspielen, sondern setzt stattdessen auf einen Handlungsstrang, der bislang meist im Dunkel blieb. Es geht um die Vergangenheit von Jason Bourne, die dieser in den Filmen beispielsweise immer wieder als Flashbacks erlebt, ohne dass der Zuschauer jedoch wirklich Näheres erfährt. Statt mit bruchstückhaften Erinnerungen Vorlieb nehmen zu müssen, verbringt ihr im Spiel einen Großteil eurer Zeit damit, die Missionen aus Bournes „altem Leben“ zu meistern – entsprechend gewissenlos und zielstrebig agiert der Hauptcharakter auch.

Robert Ludlum's Das Bourne Komplott - Bournes Vergangenheit kinoreif inszeniert: Hier entsteht ein potentieller Hit.

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Intensiv: Die Nahkämpfe wirken wie im Kino.
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Gestartet werden die meisten Missionen durch die bekannten Flashbacks, beispielsweise ausgelöst durch den Blick auf einen genauso alten wie falschen Pass, bei dessen Anblick sich Bourne an eine längst vergessene Mission erinnert. Was folgt, ist Action in Reinkultur – genauso hart, pur und körperbetont in Szene gesetzt, wie wir es aus den Filmen kennen. Besonders die (Nah-)Kämpfe sind geradezu kinoreif inszeniert: Wechselnde Perspektiven, schnelle Schnitte und cineastische Kamerafahrten lassen schnell vergessen, dass der Hauptcharakter nicht die Gesichtszüge von Matt Damon trägt.

Die drei Säulen des Gameplays

Auch wenn man in Sachen Story eigene Wege beschreitet – das Gameplay orientiert sich selbstverständlich an dem, was Zuschauer und Leser von Jason Bourne gewöhnt sind. Meist durch fehlgeschlagene Pläne in ausweglose Situation geraten, muss sich Bourne mit und ohne Waffen irgendwie einen Weg in die Freiheit bahnen.

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Natürlich darf Jason Bourne auch zur Waffe greifen.
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Die drei Hauptelemente des Spiels – Nahkampf, Flucht und Fernkampf – konnten wir an Hand einer Mission hautnah miterleben: Bourne befindet sich in einer Botschaft, also seine Tarnung plötzlich auffliegt. Schwerbewaffnete Sicherheitsleute stürmen in den Eingangsbereich, uns bleibt nur die Flucht. Schnell die nächste Treppe hinaufgehetzt – und schon hat das Nahkampf-System seinen ersten Auftritt. Ein Schlagrepertoire, das nur zwischen schnellen (leichten) und langsamen (durchschlagskräftigen) Punches unterscheidet, klingt zunächst vergleichsweise simpel – wird aber durch die so genannten „Takedowns“ deutlich aufgewertet.

Kinoreifes Kampfsystem

Jedes Mal, wenn ihr euren Gegner mit einem „normalen“ Schlag trefft, füllt sich ein Adrenalin-Balken. Ist dieser ausreichend gefüllt, könnt ihr die Takedowns auslösen. Dies sind Schlagfolgen, bei denen ihr mehrfach zum richtigen Zeitpunkt einen Button am Gamepad drücken müsst – und bis auf „Boss“-Gegner jeden Feind außer Gefecht setzen. Die Takedowns werden aus verschiedenen Kameraperspektiven gezeigt und wirken dadurch unglaublich intensiv. Dazu kommt, dass Bourne sämtliche Gegenstände in der Umgebung in seine Combos mit einbezeigt. Egal ob Schreibtisch, Tafel, Heizkörper oder Schrank – kein Takedown gleicht dem anderen, da jedes Mal das jeweils nächste Objekt „gewinnbringend“ genutzt wird.

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Jetzt schnell den richtigen Button drücken, und der Gegner landet per Takedown auf der Matte.
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Bei Bossfights dürft ihr neben den Takedowns auch auf herumliegende Objekte zurückgreifen und malträtiert euren Gegner mit einer herumliegenden Eisenstange oder ähnlich gesundheitsfördernden Gegenständen. Natürlich zieht Bourne auch mit der Knarre in der Hand umher – auch hier gibt’s es Spezialattacken wie Nahkampf-Takedowns, mit denen ihr teilweise sogar mehrere Gegner gleichzeitig eliminieren könnt.

Medipacks oder ähnliches sucht ihr in „The Bourne Conspiracy“ übrigens vergeblich: Anstatt ständig nach rote Kreuzen auf weißen Grund Ausschau halten zu müssen, regeneriert sich euer Spielcharakter von selbst. Wie schnell, richtet sich dabei nach dem gewählten Schwierigkeitsgrad. Auf Nachfrage hin wurde uns allerdings versichert, dass Bourne dennoch kein „Cakewalk“ (Spaziergang) werden wird. Besonders in höheren Schwierigkeitsgraden sollen auch Profis gefordert werden.

Gib Gummi, Jason!

Neben den actionreichen Kämpfen steht natürlich auch all das auf dem Programm, was wir noch von Jason Bourne gewohnt sind: Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto, splitternde Schaufenster und überhaupt massenhaft Action in jedweder Form.

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Die Verfolgungsjagden werden durch Quicktime- Events aufgepeppt.
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Die Steuerung der Autos wurde dabei übrigens bewusst simpel gehalten, schließlich ist „Bourne“ ja kein Rennspiel. Um die Verfolgungsjagden zusätzlich aufzupeppen, haben die Entwickler ihnen einige Quicktime-Events spendiert, bei denen es (ähnlich wie bei den Takedowns) auf reaktionsschnelle Finger und das richtige Timing ankommt. Vergeigt ihr ein solches Quicktime-Event, ist übrigens nicht stupide Wiederholung angesagt – stattdessen kann die entsprechende Aufgabe meist auch „normal“ gelöst werden.

Ich sehe Großes auf uns zukommen: Dieser Bourne könnte ein echter Hit werden!Ausblick lesen

Die cineastische Präsentation des Spiels wird getragen von der Unreal-Engine, die detaillierte und flüssige Bilder auf den Bildschirm zaubert und zudem für physikalische Korrektheit sorgt.