Sebastian ThorDamit später keiner sagen kann, er weiß nicht, worum es geht: „Risen 2“ handelt von Piraten. Und von tentakelbewehrten Monstern in den Tiefen der Meere. Und von speckigen Halunken in längs gestreiften Hosen, die man mit Rum besticht. Ein „Arrrrr“ hab ich nicht gehört.
Liebevoll gestaltete Welt für Entdecker, die sich gern im Drumherum verlieren, statt Quests zu jagen.AusblickIch hatte vor dem Spielstart eine Wette mit einem Kollegen zu laufen, wie lange es wohl dauern würde, bis der Satz „Na, wen haben wir denn hier?“ fällt. Keine halbe Stunde. Manche Dinge ändern sich nie, und manchmal ist das auch gut so. Die Soldaten der Inquisition, die auf der Startinsel einen Posten unterhält, die Piraten am gegenüberliegenden Ende mit ihrer angeblichen Uberwaffe gegen die Meerestitanen, der namenlose Hauptcharakter als Überläufer, all das gibt dem Abenteuer eine vage Richtung, eine Überdachung, falls ihr so wollt, und mehr braucht es nicht, zumindest für mich in den ersten Stunden.
Wenn die Welt mehr ist als leere Staffage, kann man Fünfe gerade sein, das Hausaufgabenheft für Abenteurer liegen lassen und losziehen. Man streift durch raschelnde Büsche, purzelt abfallende Hänge hinunter, freut sich über eine schäbige Kiste auf einem Hügel, von den Gräsern drumherum behütet, dass man schon genau hinsehen muss. Der Grund, warum ich das seit zehn Stunden tue, rückt in den Hintergrund. Gäbe es ein Piratentagebuch, stünde etwas ähnliches drin:
„Ich war irgendwo am Strand, als der Fusel seine Wirkung und ich mein Ziel aus den Augen verlor. Die Muscheln und Steine im Sand zwicken in die Fußsohlen. Ich habe keine Schuhe gefunden, konnte auch keine klauen. Der Häftling in dem kleinen Turm hatte mir noch erzählt, dass ich welche aus der Inquisitionskaserne mopsen kann. Als ich des Nachts dort reinschleiche, finde ich sie nicht, werde tagsüber sogar wie ein Strauchdieb weggescheucht. So darf es nicht weitergehen.“
Viel zu entdecken auf der Insel.Ohne Schuhwerk und mit dem kümmerlichen Säbel vom Anfang geht’s über Stock und Stein. Wobei schon mal Speichen knacksen können. Manchmal gerät man auch ins Schlingern und rauscht mit der Rübe gegen eine Palme. Das kann man wohl so nennen, wenn man in den ersten Stunden damit beschäftigt ist, den eigenen Charakter beim Erkunden nicht über den Lenker hinausschießen zu lassen.
Das Gefühl geht irgendwo in Richtung Schiffbrüchiger, der in Lumpen gehüllt an den Strand robbt, einen Kompass findet und seine eigene Route darauf beschreiben muss. Obwohl man behütet auf dieser ersten Insel ankommt und die Lücken im Heldengedächtnis diesmal keine Krater hinterlassen – der Bursche kennt alle Geschehnisse aus dem Vorgänger -, wird man ebenso rüde wie charmant reingestoßen. Ein spröder, aber überaus reizvoller Start in „Risen 2“, die Schatzinsel.
Nach zwei Stunden des Bummelns und Guckens habe ich etwas Komisches getan: Muscheln gesammelt, aus freien Stücken. So endet man wohl als jemand, der weder in der einen noch in der anderen Richtung Land sieht, sondern nur eine Flut an bissigen Bestien, wilden Dschungelkriegern und fiesen Bodenfallen – und der sich erst mal zurechtfinden muss, wo ihm kaum jemand unter die Arme greift. Ein bisschen Bares zusammenschlawinern kann nie schaden.
Das hier ist natürlich kein „Dark Souls“, in dem man losgelöst von der eigentlichen Welt startet und sich langsam herantastet wie ein Raubtier. „Risen 2“ hat klare Zielsetzungen, es gibt Missionen und Tagebucheinträge, aber wie oben erwähnt: Sie geben dem Handeln eine Richtung und den Abenteuern auf Schatzinsel einen Kontext, ohne den sie für mich in den ersten Stunden ebenfalls prächtig funktionierte.
Dies ist möglich, weil die Welt ihre Fußangeln in richtigem Maße verteilt, statt zum Beispiel eimerweise Beute auszuschütten, und Letzteres meist sogar, ohne das längs gestreifte Hemd hochkrempeln zu müssen.
Vor allem viel gefräßiges Viehzeugs.Wenn ich hier eine Kiste finde, freue ich mich tierisch über zwölf Goldmünzen und einen fleckigen Kerzenständer. Man nimmt halt mit, was man so kriegt. Allein dass in den ersten zehn Stunden keine neue Klinge dabei war, rechne ich Piranha Bytes hoch an. Oft kann man angenehm durch RPG-Welten joggen, nebenbei Shopping für Rüstungsliebhaber und regelmäßiges Ausmisten im großen Stil. Da werden dann Kettenhemden und Schwerter verächtlich im Dutzend verkloppt, dass es kracht. In „Risen 2“ wäre ich froh über ein besseres Hemd. Oder Stiefel.
Die Schatzinsel wurde um wichtige Zeilen erweitert, die es weder im Skyrim-Almanach noch im Amalur-Heftchen gibt. Ich habe ja nach Quest-Markierungen geschaut, aber da sind keine. Zumindest so lange man ohne Karte unterwegs ist, und ich kann nicht sagen, dass man die auf dem Silbertablett bekommt. Ich dachte ja, dass Pergamentkarten genauso out sind die ewig Gestrigen, die sie heutzutage noch benutzen. Und irgendwie gab es in den letzten Abenteuern auch selten jemanden, dem man sich unterordnen musste.
Ich meine nicht die Quest-Reihe, um sich letztlich bei den Piraten hochzuarbeiten, da man sonst nicht mal auf ihr Schiff gelassen wird. Kommt man nicht drumherum. Das ist fast symptomatisch für Piranha Bytes und ihre Spiele. Du willst mehr sein als der Laufbursche, der Leuten für ein paar lumpige Goldstücke zur Hand geht? Dann musst du erst genau das hinter dich bringen. Lehrgeld zahlen.
von Deep Silver, Piranha Bytes
Resident Evil: RevelationsPC, PS3, Wii U, XBox 360: 24.5.2013
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The Witcher 2: Assassins of Kings
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Außerdem hat man dann auf der 360 wenigstens noch die Zeit, vorher The Witcher zu beenden.
mensch ey, noch nen monat warten das macht mich fertig.
die Verschiebung ist noch nicht offiziell :B
übrigens kleidung gab es in gothic soweit ich mich entsinne meist beim eintreten in eine der fraktionen (nach ein paar aufträgen)
und nein liegt nicht am genre ...
So lange es gegen Ende nicht genau so abflacht wie Risen 1, könnt es echt richtig herausragend werden.