"Gut gestaltete Welt, gemütlich, viel zu sehen und zu entdecken. Leider auch mit gehetzter Geschichte und Schwächen im Kampfsystem." - Sebastian Thor

Habt ihr dann zweimal die Wassergrenze erreicht, bleibt „Risen 2“ ein Spiel der Frage, wie weit ihr zurücktreten könnt. Wir sprechen hier von einer Geschichte, die Knall auf Fall endet und deren Finale zu mögen ich gern euch überlasse. Dazu ein Kampfsystem, das man am Ende mit seinen Tricks und Finten abnicken kann, aber nie lieben. Insofern danke für die Sonne. Sie blendet nicht nur wunderbar solche erzählerischen und spielerischen Ärgernisse aus, sondern sorgt auch dafür, dass man als barfüßiger und -busiger Angespülter durch Büsche und kleine Höhlen purzelt, bis man seinen Platz in der Welt findet. Es war eine schöne Zeit als Habenichts.

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Hat man den Platz dann gefunden, sind die Fronten zu schnell geklärt; und mit der Fetch-Quest als erzählerischem Überbau schleicht sich leichter Trott ein. Trotzdem bleibt „Risen 2“ als Rollenspiel gut: Man kann als Silberzunge in den Dialogen auftreten, die Muskete schultern, den Degen tanzen lassen, eine Fluchpuppe und eine Ladung Dreck in der Hinterhand, während Hämmer wie damals auf Ambosse donnern und Lagerfeuer gemütlich zum Fleischbraten einladen.

Wenn das Schiff in versteckt gelegene Buchten schippert, während die Wellen ans Ufer schwappen und Krabben ängstlich den Kopf einziehen, kribbelt es richtig schön. Piranha Bytes weiß, wie man Welten gestaltet und wie man Entdecker belohnt. Ich hatte eine gute, kurzweilige Zeit mit ihrem neuen Abenteuer. Aber der ganz große Zauber von damals, der ist heute so langsam verflogen.

Risen 2: Dark Waters ist für PC, seit dem 03. August 2012 für PS3 und Xbox 360 erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Pro

  • Teils mehrere Lösungswege
  • Einfache, ehrliche Dialoge
  • Gutes Figurenverhalten
  • Finten wie fiese Tricks
  • Gute deutsche Sprecher
  • Unaufdringlicher Soundtrack
  • Dichte Urwälder mit viel Grün
  • Wunderbares karibisches Flair

Contra

  • Kein Schwimmen
  • Landschaftliche Pop-ups
  • Gehetztes Finale
  • Schwach inszenierte Gegenspielerin
  • Vorhersehbare Hauptgeschichte
  • Hölzernes Kampfsystem

Grafik

Wunderbare Landschaften, dicht bewachsen, urig und wild. Hier kann man viele Kleinigkeiten entdecken, bummeln, sich wunderbar drin verlieren. Allzu groß sind die Inseln nicht, aber dafür gibt es mehrere. Die Charakteranimationen wurden im Vergleich mit früheren Piranha-Spielen verbessert, die Dialoge sind etwas filmischer, trotzdem bleibt der Geruch des Hölzernen hängen.

Sound

Unaufdringlicher, atmosphärischer Soundtrack, der sich im Hintergrund hält und nicht mit Bombast die Lautsprecher sprengt. Sehr gemütliche Stimmung. Die deutschen Sprecher sind bis auf einige Ausnahmen (Patty zum Beispiel) gut gewählt und erledigen ihren Job gut.

Gameplay

Kompetent gemachte Quests, einfache Dialoge, hölzernes Kampfsystem. Wer als Entdecker losziehen und eine karibische Welt erkunden möchte, der wird in „Risen 2“ viel Spaß haben. Die Charakterentwicklung wurde hier und da ein wenig zusammengestrichen, aber es bleiben genug Entfaltungsmöglichkeiten übrig.