Manchmal sind die Geschichten hinter den Kulissen der Spielebranche interessanter als die Geschichten der Spiele selbst. Wie etwa im Falle der „Akte Gothic“: Nach dem Bug-Fiasko folgte das Zerwürfnis zwischen Entwickler Piranha Bytes und Publisher Jowood. Seitdem bastelt Jowood unter eigener Flagge an Addon und Nachfolger zur Serie, während Piranha – kurz nach der überraschenden Versöhnung – eine neue Marke ins Rennen schickt.

Wer nun letztendlich die Schuld trägt an den Fehlern der Vergangenheit und was hinter den Kulissen sonst noch so geschehen sein mag – wir werden es vermutlich nie zur Gänze erfahren. Egal: Auf der Games Convention stellten die Piranhas aus dem Ruhrpott erstmals ihr neues Spiel „Risen“ der Öffentlichkeit vor.

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Risen - „So etwas wie Gothic 3 darf nie mehr passieren!“

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Namenswechsel: Project RPB heißt nun "Risen".
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Wie zu erwarten war, handelt es sich bei Risen um eine Art inoffizielles Gothic 4. Zwar liegen die Rechte an der ehemaligen Piranha-Serie inklusive Schauplatz, Charaktere und Story bei Jowood, doch ist die verwandtschaftliche Beziehung zwischen den von der „Scheidung ihrer Eltern“ betroffenen Kindern ganz offensichtlich erkennbar.

Auch Risen spielt in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt, zu deren Retter sich der Spieler am Ende aufschwingt. „Wer die Gothic-Serie mochte, wird sich auch in Risen sofort heimisch fühlen“, nennt man dies auf Entwicklerseite. Was aber ist dann neu an Risen?

Gestrandet auf Vulkan

Die Welt von Risen scheint dem Untergang geweiht: Magische Stürme verwüsten das Land, nur wenige Enklaven, die von den Naturgewalten verschont bleiben, bieten den letzten Überlebenden Schutz. Als Schiffbrüchiger gelangt der Spieler an einen dieser letzten Zufluchtsorte: eine entlegene Vulkaninsel inmitten des Nirgendwo.

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Der Spieler wird als Schiffbrüchiger an eine Insel gespült.
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Doch es dauert nicht lange, bis jenes Eiland zum Mittelpunkt des fantasyweltpolitischen Geschehens wird: Die Inquisition wird entsandt, um zwischen dem Lavagestein der Insel Hinweise auf den Ursprung der katastrophalen Stürme ausfindig zu machen und Methoden für deren Beseitigung zu entwickeln. Es dauert nicht lange, bis die Inquisitoren ihre Macht missbrauchen und Gesetzlose, wie unseren angespülten Abenteurer, bitterlich jagen.

„In der Gothic-Serie lag der Fokus stets auf der offenen Welt und dem Freiheitsgefühl, das der Spieler darin erfährt“, erklären die Entwickler die neue Ausrichtung von Risen. „Dies wird zwar auch in unserem aktuellen Titel eine Rolle spielen, jedoch werden wir der Story eine sehr viel größere Bedeutung beimessen.“ Verlor man sich in den Quasi-Vorgängern schnell in den endlosen Freiheitsweiten, soll nun alles sehr viel dichter inszeniert sein.

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Aus dem Inneren der Insel erheben sich uralte Gemäuer.
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Schenkt man dem bisher veröffentlichten Trailer Glauben, dürfte Risen eine Spur düsterer werden als die bisherigen Piranha-Spiele. Auch gibt das Video einen Hinweis auf die mögliche Herkunft des Spielenamens: So erleben wir am Ende, wie sich mysteriöse, uralte Gemäuer aus den Tiefen der Erde erheben. Mehr über den Inhalt wollte man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

Der Kritik an Gothic 3 und vor allem dessen Bugs stellten sich die Entwickler auf der Leipziger Pressekonferenz überraschend einsichtig: „Die Spieler haben sich völlig zu Recht beschwert: So etwas darf unter keinen Umständen mehr passieren.“ Worte, die zuversichtlich stimmen und auf das Beste hoffen lassen. Zumindest bei der Engine lässt sich Piranha Bytes einmal mehr nicht ins Handwerk pfuschen und programmiert ein eigenes Grafikgerüst. Das Gezeigte sah schon recht ordentlich aus.