




Dieses Spiel ist nichts für Hello-Kitty-Fanatiker: Raue Kerle, derbe Sprüche, düstere Atmosphäre. Was Fans der rosaroten Spaßkatze eher abschrecken dürfte, bringt das Fantasy-Rollenspielerherz zum Lachen. „Risen“ ist das Beste aus Gothic 1 bis 3, gepaart mit einigen nützlichen Neuerungen. Wer einmal angefangen hat, die geheimnisvolle Vulkaninsel zu erkunden, der wird so schnell nicht mehr die Maus aus der Hand legen.
Selten hat mich eine Welt aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit derart in ihren Bann gezogen, wie es Piranha Bytes mit „Risen“ gelungen ist. Es macht einfach nur Freude, durch dichte Wälder und dunkle Höhlen zu streifen. Es ist ein ebenso kribbelndes wie wohlig vertrautes Gefühl, wenn im Dickicht ein einsamer Wolf sein Kampfgeheul anstimmt und man sich panisch umdreht. Dies sind Momente, die ein Fantasyabenteuer spielenswert machen und lange in Erinnerung bleiben.
Zum besseren Verständnis sollte aber eines klar sein: „Risen“ ist ein klassisches Rollenspiel – sowohl (wie erwähnt) im guten, als auch schlechten Sinne. Wer darauf Wert legt, an der Hand durch das Spiel geführt zu werden, der dürfte mit der offenen Welt und der geforderten Eigeninitiative überfordert werden. Auch aufwändige Skriptsequenzen und wendungsreiche Storybögen vom Schlage eines „Mass Effect“ oder „Dragon Age: Origins“ sollte man hier nicht erwarten.
Für die nächste Serieniteration würden für uns zudem mehr Alleinstellungsmerkmale wünschen, die uns ein hundertprozentiges „Risen“ garantieren – und keinen versteckten „Gothic“-Klon. Sonst könnte sich das Rollenspielrad irgendwann an Piranha Bytes Traditionstitel vorbeigedreht haben. Aber dennoch: „Risen“ ist ohne Zweifel eines der besten Rollenspiele der vergangenen Jahre.
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Das grafische Grundgerüst wirkt altbacken, hat aber auch seine guten Momente. Einerseits darf der Spieler hübsche Licht- und Nebeleffekte sowie einen dynamischen Tag- und Nachtwechsel bestaunen, andererseits wirken viele Charaktermodelle recht klobig und gelegentlich lassen sich schwache Texturen entdecken. Die liebevoll von Hand modellierte Spielwelt entschädigt allerdings für einiges, in noch keinem anderen Rollenspiel wirkte die Umgebung dermaßen organisch und in sich geschlossen.
Die Hintergrundmusik wurde abermals von Kai Rosenkranz komponiert, der bereits für die Gothic-Reihe verantwortlich zeichnete. Die Musik wirkt dezent, nicht zu aufdringlich und dennoch stets passend. Ob ruhige, idyllische Töne auf der tropischen Oberfläche der Insel, oder düstere, dramatische Klänge unter Tage – Risen hat für jede Situation die angemessene Soundkulisse parat. Auch, oder gerade, die Sprachvertonung kann sich hören lassen.
Das Gameplay ist genretypisch, beinahe schon klassisch, und macht keine Experimente: Das Kampfsystem ist fordernd, aber leicht eingängig; Quests entpuppen sich meist als Sammel- oder Töte-Aufgaben, werden dafür aber meist in ein hübsches Storykorsett verpackt.
von Deep Silver, Piranha BytesGenre: RollenspielPC, XBox 360: 2.10.2009Offizielle WebseiteFreigegeben ab 12 Jahren
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