Rise of Nations: Rise of Legends (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Vor drei Jahren hat Entwickler Big Huge Games mit dem Strategiespiel Rise of Nations einen Hit landen können. Nun legt das Unternehmen den Nachfolger Rise of Nations - Rise of Legends nach.

Dieser hat zwar jede Menge inhaltlicher Parallelen, vom geschichtlichen Kontext hat man sich jedoch verabschiedet. Diesmal gibt einen bunten Mix aus Fantasy-, Magie- und Technologie-Elementen. Ob Fans des Genres auch diesmal blind zugreifen können, haben wir für euch herausgefunden.

Die Kampagne von Rise of Legends (RoL) nennt sich Feldzug und besteht aus drei Akten, in denen wir die Geschichte der drei enthaltenen Völker miterleben dürfen. Während wir in Akt eins die Vinci übernehmen, deren Technologie auf Objekten aus Stahl und Dampfmaschinen fußt, kontrollieren wir im späteren Spielverlauf die Alin, eine magiebegabte Rasse und später auch das Dschungelvolk der Cuotl, das über unerklärliche Kräfte verfügt.

Alle Szenarien beruhen auf einer übergeordneten Hintergrundgeschichte, die den Geschehnissen ihren Sinn geben und die Hauptcharaktere, die zugleich auch die Helden des Spiels sind, glaubhaft ins Spiel integrieren soll.

Akt eins erzählt beispielsweise die Geschichte des Giacomo, der nicht nur den Tod seines Bruders rächen will, sondern auch eine mysteriöse Bedrohung durch ein krankmachendes Artefakt aufklären will.

Rise of Nations: Rise of Legends - Der Strategie Mix ist zurück! Hat Rise of Legends das Zeug zum echten Blockbuster?

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Diese Handlung wird auch in den beiden anschließenden Akten aufgegriffen und fortgeführt, wo es den Spieler in das Reich der Alin verschlägt und letztendlich in der Auseinandersetzung mit den geheimnisvollen Cutol gipfelt.

In jedem Spielabschnitt breitet sich vor dem Spieler ein Spielfeld aus, das mit dem Spielbrett von "Risiko" vergleichbar ist und als "Strategische Karte" bezeichnet wird. Sie ist der zentrale Ort des Spiels. Verschiedene Teile der Weltkarte sind bereits von anderen Mächten besetzt und haben gleichzeitig einen gewissen Wert, respektive Schwierigkeitsgrad.

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Danach richtet sich auch, wie hoch und welcher Art die Belohnungen sind, die es für die Eroberung dieser Gebiete gibt. Eine Anzeige gibt aber auch darüber Aufschluss, ob das Einnehmen der Territorien nur diese Boni vorsieht, oder auch für das Weiterführen der Story wichtig ist. Die erworbenen Boni lassen sich auf der strategischen Übersicht für das Anwerben von Armeen, das Erforschen neuer Einheiten, das Errichten neuer Stadtbezirke oder die Weiterentwicklung der Heldenfähigkeiten einsetzen.

Schon allein aus taktischen Gründen macht es daher Sinn, alle Gebiete eines Feldzugs einzunehmen, um mit den Boni seine Handlungsfähigkeiten zu erhöhen.Schließlich gibt es für eroberte Territorien außerdem noch so genannte Dominanzen zu gewinnen - spezielle strategische Kräfte, die nur selten einsetzbar sind, dafür aber große Vorteile bringen können.

Wie auf einem Spielbrett kann der Spieler entscheiden, wo die Spielfigur des Giacomo als Nächstes platziert werden soll, womit in der Regel ein Angriff initiiert wird.

Abhängig davon, welches Gebiet attackiert wird, ergeben sich verschiedene Aufgaben, die dem Spieler gestellt werden. Diese unterscheiden sich nicht allzu sehr von dem, was man heutzutage aus den gängigen RTS kennt: Erobere die Burg, zerstöre alle feindlichen Städte, verteidige diese Position, schmiede Allianzen mit den neutralen Völkern usw. Manchmal kommen auch wirtschaftliche Gesichtspunkte bzw. Ziele hinzu, jede Runde enthält außer ein oder mehreren Hauptaufgaben auch Nebenmissionen, deren Erledigung zwar oft fakultativ, aber Gewinn bringend ist.Das Gameplay von RoL konzentriert sich darauf, zunächst als Basis die eigene Nation aufzubauen und die dadurch gewonnenen Vorteile auf dem Schlachtfeld in Siege umzumünzen.

Grundlage und Mittelpunkt eines jeden Erfolgs ist daher der Bau einer Stadt. Diese besteht aus mehreren Bezirken, die verschiedene Vorteile bringen und auch für den Ausbau der Städte hin zu Metropolen nötig sind. Militärbezirke erhöhen beispielsweise die Bevölkerungsobergrenze und erzeugen eine bestimmte Anzahl kostenloser Soldateneinheiten, während Handelsbezirke die Ressourcenobergrenze erhöhen. Jedes Volk verfügt zudem über spezielle weitere Bezirke.

Darüber hinaus lassen sich natürlich auch noch weitere Ausbauten der Städte vornehmen. Kasernen zum Bau von neuen Einheiten gehören genauso zur Grundausstattung wie Forschungseinrichtungen, vor allem aber auch Minen.

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Diese werden zum Abbau vom Titonium benötigt, die neben Geld einzige Resource des Spiels. Für den Bau von Gebäuden und die Herstellung vieler Einheiten wird diese Resource benötigt, daher gehört es zu den Hauptaufgaben des Spielers, die Quellen zu finden, zu sichern und auszubeuten. Meist befinden sie sich in der Hand von neutralen Völkern, die erst dazu "überredet" werden müssen, dem Spieler den Vortritt zu überlassen. Damit der Spieler am Anfang eines Levels nicht nur mit seinem einsamen Helden beginnen muss, steht ihm jeweils ein Grundgerüst an Starteinheiten zur Verfügung, das sich im Verlauf des Spiels mithilfe der eingangs beschriebenen Gebietsboni aufstocken lässt.

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Über eine eigene Startstadt verfügt man aber niemals, immer muss eine fremde Stadt erobert werden, die nach Inbesitznahme sukzessiv zur Metropole und Zentrum der Macht ausgebaut werden muss. Um möglichst effektiv zu sein, empfiehlt es sich zudem, alle weiteren Eroberungen so weit als möglich auszubauen.

Die eigene Position gegen Angriffe der Computergegner zu verteidigen gestaltet sich als relativ einfach. Die eher defensiv eingestellte KI versucht es meist mit der Politik der Nadelstiche und entsendet nur kleinere Trupps zu den immer gleichen Stellen unserer Stadt.Ein wohlüberlegt dort positionierter Abwehrturm im Verbund mit einigen wenigen Einheiten reicht meist, um diese Attacken abzuwehren und gleichzeitig selbst aktiv zu werden oder in aller Ruhe eine komplette Operationsbasis auszubauen. Selbst Unmengen eigener Einheiten zu produzieren ist in der Regel nicht nötig. Durch den Ausbau der eigenen Stadt und das Erobern fremder Stellungen oder auch durch das Schmieden von Allianzen stehen in der Regel mehr als genug Einheiten bereit. Lediglich Flugvehikel, Spezialeinheiten oder gepanzerte Fahrzeuge müssen selbst erzeugt werden.

Sobald man der Meinung ist, genügend Einheiten zur Verfügung zu haben, können die Aufträge erfüllt werden, die übersichtlich per Menü abgerufen werden können und auf die auch immer wieder audiovisuell hingewiesen wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann übrigens so oft den Spielstand sichern, wie er möchte, auch inmitten von Schlachten.Wer zusätzliche Hilfskräfte benötigt, kann auch Helden herbeirufen, was jedoch wertvolle Ressourcen kostet und daher meist nicht zu Beginn einer Mission zu empfehlen ist. Bei Attacken auf feindliche Gebäude kann der Spieler auf das spezielle "Erstürmen"-Feature zurückgreifen. Das senkt die Verteidigungsfähigkeit auf null, sofern genügend eigene Einheiten vorhanden sind. Diese werden jedoch dabei beschädigt oder gehen gar völlig verloren.

Leider können die eigenen Truppen nicht zu Formationen gegliedert werden, was teilweise für etwas chaotische Verhältnisse auf den Spielfeldern sorgt. Dafür haben einige Einheiten Spezialfähigkeiten, mit denen sie besonders viel Schaden anrichten können, die aber einem Timer unterliegen. Eigene Einheiten haben zudem leider teilweise Wegfindungsprobleme, vor allem dann, wenn das Terrain zerklüftet ist. Dann bleiben sie schon mal an Ecken und Kanten hängen und bewegen sich nicht mehr.

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Neben dem Feldzug können Spieler genreüblich natürlich auch noch die "Schnelle Schlacht wählen" und dabei eine einzelne Schlacht gegen menschliche oder computergesteuerte Gegner angehen oder auch im Mehrspielermodus per Internet oder LAN gegen bis zu sieben Gegner antreten.

Grafisch macht RoL schon einiges her, was aber vor allem auf die detailliert und wirklich liebevoll kreierten Einheiten und Gebäude zutrifft. Die Landschaften sind im Gegensatz dazu nicht allzu spannend, doch das wird durch die abwechslungsreichen Truppen, Vehikel und Gebäudetypen mehr als wettgemacht.

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Teilweise ist es fast zu viel des Guten: Bei heiß umkämpften Schlachten mit sehr vielen Einheiten und in Flammen aufgehenden Gebäuden, gerät das Spiel ins Stocken, auch Abstürze waren zu beobachten. Allerdings schwächelt das Spiel beim Sound. Während der Soundtrack noch ganz nett vor sich hinplätschert, vermisst man häufiger die Soundeffekte von zusammenstürzenden Häusern, explodierenden Einheiten und dergleichen. Entweder gibt es sie nicht oder sie werden nicht oder extrem leise abgespielt. Schade, denn das würde dem guten Spiel noch einige Prozentpunkte mehr einbringen.

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