Rise & Fall: Civilizations at War (PC Preview)
von Sebastian Weidner

Imperien kommen und Imperien gehen! Spieleentwickler ebenfalls. Kurz vor der geplanten Fertigstellung von Rise & Fall: Civilizations at War mussten die zuständigen Stainless Steel Studios aus Geldmangel ihre Pforten schließen.

Auf den Release des sehnlich erwarteten Echtzeitstrategiespiels hatte das zwar temporäre Auswirkungen. Doch nach viermonatiger Verschiebung und dem Wechsel zu einem internen Programmierer-Team von Publisher Midway ist der Titel lebendiger denn je. Wir haben uns eine fast fertige Betaversion intensiv angeschaut und berichten euch von unseren Erfahrungen.

Rise & Fall: Civilizations at War - Trailer 23 weitere Videos

Auf den ersten Blick ist Rise & Fall: Civilizations at War ein klassisches Echtzeitstrategiespiel im Stil monumentaler Historien-Schinken wie Age of Empires. Römer, Ägypter, Perser und Griechen streiten sich in der Antike um die Vormachtstellung im Mittelmeerraum. Euch erwarten zwei Kampagnen, in denen ihr den Ägyptern und Griechen zu möglichst viel Ruhm verhelft. Die anderen beiden Parteien stehen euch nur im ausführlichen Mehrspielermodus zur Verfügung. Die Spielmechanik unterscheidet sich oberflächlich kaum vom Genre-Einheitsbrei. Hier wie dort gilt es, Basen aufzubauen, Einheiten auszubilden, Verbesserungen zu erforschen und epische Schlachten zu schlagen. Moment, klickt nicht weg! Rise & Fall ist spannender, als ihr jetzt vielleicht denkt. Denn der Titel hat eindeutig mehr zu bieten als seine Konkurrenz. Da wären zum Beispiel die sehr gut umgesetzten Seeschlachten, die sich erheblich von den Landkämpfen unterscheiden.

Rise & Fall: Civilizations at War - Vorschau: Die perfekte Symbiose aus opulenter Echtzeitstrategie und knackiger Action?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 92/961/96
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

So könnt ihr mit den Booten richtige Entermanöver vollführen, die gegnerische Pötte spektakulär in alle Einzelteile zerlegen und die Mannschaft ins kühle Nass katapultiert. Mannschaft? Ja, richtig gelesen. Ihr dürft die Schiffe nach eigenem Ermessen mit Soldaten bemannen. Bogenschützen etwa nehmen vorzüglich gegnerische Kähne unter Feuer. Schwertkämpfer eignen sich perfekt für Entermanöver. Dadurch erhalten die Seeschlachten eine ganz eigene Note und sorgen für reichlich Abwechslung.

Mittendrin statt nur dabei
Das überzeugt euch noch nicht? Ihr wollt wahre Innovationen? Nichts leichter als das! Mit nur einem einzigen Knopfdruck verwandelt ihr das Echtzeitstrategiespiel in einen waschechten Action-Schnetzler. Das Zauberwort hört auf den Namen "Heldenmodus". Zur Erklärung: Jedes der Völker wird von einem historischen Helden angeführt, der stärker und ausdauernder ist als normale Einheiten. Bei den Ägyptern ist das etwa die kesse Cleopatra. Obermacker der Griechen ist der allseits bekannte Alexander der Große.

Packshot zu Rise & Fall: Civilizations at WarRise & Fall: Civilizations at WarErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Und auf römischer Seite sorgt selbstverständlich der sagenumwobene Caesar für Angst und Schrecken bei den Gegnern. Schon in der traditionellen Strategieansicht teilen die Heroen ordentlich aus. Zu unverwundbaren Kriegsgöttern mutieren sie aber erst, wenn ihr per Knopfdruck selbst die Steuerung übernehmt und in der Third person-Ansicht über die Schlachtfelder wütet. Mit den WASD-Tasten bewegt ihr euch umher. Per Linksklick führt ihr Standard-Attacken mit Schwert und Bogen aus, ein Rechtsklick sorgt für besonders mächtige Rundumschläge. Im Lauf des Abenteuers sammelt ihr immer coolere Waffen ein. Das sorgt für eine Prise Rollenspiel. Eigene Einheiten dürft ihr zudem rudimentäre Befehle wie "Stellung halten", "Folgt mir" oder "Angriff" erteilen. Da der Fokus von Rise & Fall ganz klar auf dem Strategiepart liegt, ist der Wechsel in die Actionperspektive streng reglementiert.Nur mit genügend Ausdauer könnt ihr den Heldenmodus aktivieren. Das Zeitfenster wird zudem mit jeder Sekunde und jedem eingestrichenem Gegnerhieb kleiner. Die Schnetzelorgie solltet ihr deshalb strategisch möglichst sinnvoll einsetzen. Etwa, wenn ihr einer Übermacht von Feinden gegenüber steht oder besonders mächtige gegnerische Einheiten gerade eure Armee aufreiben. Vergeudet ihr die Option mit dem Verprügeln schwacher Söldnergruppen, zahlt sich das spätestens beim Angriff auf große Feindheere aus. Doch auch bei Rise & Fall bestätigen Ausnahmen die Regel. In den zwei Kampagnen gibt es immer wieder einzelne Missionen, die ihr einzig und allein in der Third person-Ansicht verbringt. Sonderlich anspruchsvoll sind die leider nicht. Schließlich ist euer Held unverwundbar und die einzige Herausforderung besteht darin, möglichst schnell möglichst viele Gegner niederzuprügeln. Ob die primäre Zielgruppe des Titels, wahre Strategie-Cracks, sich mit den aufgezwungenen Egotrips anfreunden kann, halten wir für fraglich.

Rise & Fall: Civilizations at War - Vorschau: Die perfekte Symbiose aus opulenter Echtzeitstrategie und knackiger Action?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 92/961/96
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Rise & Fall: Civilizations at War - Vorschau: Die perfekte Symbiose aus opulenter Echtzeitstrategie und knackiger Action?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 92/961/96
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ehre, wem Ehre gebührt
Der eigentliche Strategiekern unterscheidet sich wie bereits erwähnt nur sehr partiell von Genrekonventionen. Wer bereits in der Age of Empires-Reihe in Reih und Glied formiert gewaltige Armeen in die Schlacht geschickt hat, findet sich schnell zurecht. Für eine frische Note sorgt hier nur das Ehresystem, neben Stein und Gold quasi eine dritte Ressource. Ehre könnt ihr allerdings nicht abernten oder einsammeln, sondern müsst sie euch mit erfolgreichen Kämpfen, Gebietseroberungen und dem Bau spezieller Skulpturen verdienen. Genügend des wertvollen Ansehens vorausgesetzt, dürft ihr globale Updates, so genannte Berater, kaufen.

Rise & Fall: Civilizations at War - Vorschau: Die perfekte Symbiose aus opulenter Echtzeitstrategie und knackiger Action?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 92/961/96
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Damit erhöht ihr beispielsweise dauerhaft die Holz- und Goldsammelquote oder stärkt einzelne Truppentypen. Alternativ verbessert ihr euren Helden, macht ihn stärker und ausdauernder.

Da ist noch mehr drin
Die uns vorliegende Betaversion von Rise & Fall macht einen recht fertigen Eindruck. Die Missionen funktionieren bis auf einige Balance-Schwierigkeiten hervorragend, die vielen Zwischensequenzen wurden bereits mit akzeptabler deutscher Sprachausgabe unterlegt. An der KI müssen die Entwickler allerdings noch arbeiten.

Des Öfteren haben unsere Truppen unsere Feldherren-Kompetenz angezweifelt und sich Angriffsbefehlen widersetzt beziehungsweise eigenen Zielen zugewandt. Ebenfalls beobachten konnten wir das Phänomen "Ich werde angegriffen, habe aber keine Lust, mich zu verteidigen". Gerne dürfen die Programmierer auch einige Überstunden einlegen, um die Wegfindung zu verbessern.

Nicht immer kommen unsere Truppen auf dem von uns beabsichtigten Weg zum Ziel. Exkurse quer durch stark verteidigte feindliche Lager waren zwar nicht an der Tagesordnung, kamen aber vor. In optischer Hinsicht haben wir weniger zu mäkeln. Wenn dutzende Bogenschützen mit feurigen Pfeilen auf den Feind schießen, kamen wir sogar kurzzeitig ins Staunen. Da stören uns auch die in Nahansicht leicht schwammigen Texturen und abgehackten Animationen unserer Kämpfer kaum.

Erster Eindruck
Gar nicht schlecht, was Midway uns da im Juni verkaufen möchte. Auf den ersten Eindruck wirkt Rise & Fall: Civilizations at War zwar wie der x-te Age of Empires-Klon. Setzt man sich aber ein wenig intensiver mit dem Spiel auseinander (oder liest unsere Preview), offenbaren sich einige innovative Gameplayelemente. Speziell der gut umgesetzte Actionmodus fügt sich sehr homogen in das Spiel ein. Einzig echte Hardcore-Strategen dürften sich an der damit verbundenen Hektik stören. Wenn die Programmierer jetzt noch die letzten Mängel beseitigen und sich der Mehrspielermodus genauso flott spielt wie die Kampagnen, schicken wir euch im Juni mit besten Gewissen in die opulent-antiken Echtzeitschlachten von Rise & Fall!