Oh nein. Es geht schon wieder los. Aliens greifen die Erde an. Echt jetzt. Dieses Mal aber ohne Raumschiffe und Laserwaffen. Dieses Mal sind sie einfach nur groß und garstig. Die kleinsten sind so schwer wie ein Kampfpanzer und die großen gehen gerne mal an die 1000 Tonnen ran. Es lag daher wohl auch nahe, sie „Titanen“ zu nennen.

Es ist natürlich klar, dass sich diese Fleischberge nicht so ohne Weiteres mit der Pissflitsche vom Nachbarsjungen fertig machen lassen. Dafür müssen schon richtig schwere Geschütze her. Kampfroboter und Türme nämlich. Denn „Revenge of the Titans“ ist nichts weiter als ein Tower-Defense-Spiel, in dem ihr auf einer unterschiedlich großen Karte eure Basis vor den anstürmenden Horden beschützen müsst.

Revenge Of The Titans - Sie sind groß, sie kommen und sie sind richtig sauer!

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Es kommen wirklich viele Viecher.
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Euch stehen dafür sechs unterschiedliche Grundtürme zur Verfügung, drei schwere Waffen und zwei verschiedene Typen von Kampfrobotern, die ihr in Fabriken bauen, aber leider nicht aktiv steuern könnt. Untypisch für dieses Genre ist das Ressourcensystem. Ihr bekommt nämlich nicht pro Kill einen bestimmten Betrag aufs Konto überwiesen, sondern ihr müsst durch Raffinerien blaue Kristalle abbauen. Je mehr Raffinerien ihr unterhaltet, desto schneller prasselt es Geld. Aber die Abbaugebäude sind teuer und ihr braucht auch noch Geld für eure Verteidigungsanlagen. Könnt ihr den schmalen Grat finden?

Um euch bei der Suche nach der richtigen Balance zu helfen, steht euch ein kaffeesüchtiges Wissenschaftlerteam zur Seite, das euch nach jeder gewonnenen Schlacht mit einer neuen Technologie versorgt. Ihr könnt selbst auswählen, was erforscht werden soll. Toll daran ist, dass es wirklich viele Technologien gibt. Doof dagegen, dass man erst nach dem Erforschen mitgeteilt bekommt, was das jetzt eigentlich bringt. Das ist recht dämlich gelöst und kann frustrieren. Besonders weil viele Technologien selbst überhaupt keinen Nutzen bringen, sondern nur Voraussetzung für eine weitere sind. Entsprechend genervt ist man, wenn man nun die dritte Mission ohne eine Verbesserung spielen muss, obwohl man fleißig geforscht hat, denn der Schwierigkeitsgrad hat es sich zu eigen gemacht, deutlich von Mission zu Mission zu steigen.

Revenge Of The Titans - Sie sind groß, sie kommen und sie sind richtig sauer!

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Was eine Forschung letzten Endes gebracht hat, erfahrt ihr blöderweise erst hinterher.
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Dieses demotivierende Forschungssystem und das angesprochene Ressourcensystem lassen viele Missionen zu Trial-and-Error-Aufgaben werden. Teilweise ist es nicht verständlich, warum in der Vormission eine Verteidigungsstrategie einwandfrei geklappt hat und sie es in der aktuellen einfach nicht tut. Offenbar sind einige Türme stärker gegen bestimmte Gegner als andere. Fein, blöderweise kommen aber immer so viele Gegner, dass man eigentlich eh von allen etwas braucht, und das in rauen Mengen. Wer glaubt, dass Revenge of the Titans entspannt, der hat sich geschnitten.

Das ist schade, da die Retrografik des Spieles durchaus ansprechend aussieht. Ebenfalls gibt es Situationen, die zwar einen recht anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad haben, sich aber meistern lassen. Immer wieder denkt man sich: „Ok, einen Versuch noch“ und probiert eine neue Taktik aus. Dennoch bleibt immer ein fader Geschmack zurück, da man sich während des Kampfes nicht für eine andere Verfahrensweise entscheiden kann. Dafür reichen die knappen Ressourcen so gut wie nie. Hat man sich mit dem Geld verschätzt, hat man verloren. So einfach ist das.

Nettes Tower-Defense-Spielchen für zwischendurch, das nicht lange fesseln kann.Fazit lesen

Das ist ärgerlich. Natürlich kann man dieses veraltete Trial-and-Error-System dem Retrocharakter des Spieles zuschreiben, denn damit fügt es sich zweifelsohne nahtlos an einige Kopfnüsse vergangener Zeiten ein, aber hätte man den Retrocharakter nicht bewahren und dennoch modere Flexibilität einbauen können?