Der Dezember 2005 war ein relativ ruhiger Monat, was Filme und Spiele anging. Ein Riesengorilla stapfte über die Leinwände, eine ebenso riesige Konsole hatte ihr Debüt und Mario schnürte sich die Schuhe, um das Fußballfeld zu betreten. Folgt uns auf eine Reise zurück in den Dezember 2005.

Microsofts größter Konsolenerfolg

Immer wieder gern wird die Anekdote bemüht, dass sich Nintendo seinen ärgsten Rivalen selbst erschuf. Weil die Kyotoer trotz unterschriebener Verträge aus einem Deal für ein CD-ROM-Laufwerk für das Super Nintendo ausstiegen, entwickelte Sonys Ken Kutaragi daraus kurzerhand die allererste Sony-Konsole PlayStation. Da möchte man doch meinen, dass Sony derlei Fehler niemals unterlaufen sollten. Falsch gedacht. Wenn man Joachim Kempin, dem ehemaligen Vizepräsidenten der Sparte Windows Sales glauben darf, dann hat Sony maßgeblich dazu beigetragen, dass Microsoft ins Konsolengeschäft eingestiegen ist. Mehr noch: Beide Unternehmen seien niemals Freunde gewesen. Microsoft habe sich zwar um eine Zusammenarbeit bemüht, Sony lehnte jedoch ab. Und spätestens als die PlayStation herauskam, wusste man bei Microsoft, dass man Sony davor stoppen müsse, den gesamten Markt außerhalb des Desktop-PCs zu übernehmen.

Retro-Rückblick - Xbox 360, King Kong und Prince of Persia - Der Dezember vor 10 Jahren

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Auch äußerlich hat sich die Xbox 360 im Laufe der Jahre gewandelt.
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Mit der allerersten Xbox von 2001 gelang dieses Vorhaben zwar nicht, aber mit insgesamt 24 Millionen verkauften Exemplaren konnte man auf Anhieb den GameCube von Nintendo übertreffen – ein Achtungserfolg. Darauf aufbauend begann im Jahr 2003 die Entwicklung von Projekt Xenon. War die erste Xbox noch ein Sprung ins kalte Wasser, hatte man sich nun akklimatisiert und musste herausfinden, wie man an die Spitze schwimmt. Das Herzstück der Xbox 360 stellte die Microsoft XCPU-TriCore-CPU basierend auf IBMs PowerPC-Architektur mit 3,2 GHz Taktfrequenz dar. Anfangs noch in 90 nm gefertigt, wurden die späteren CPUs in 45 nm produziert. Nach einem Meeting im Doubletree Hotel in Bellevue entschieden sich die Verantwortlichen dafür, den Arbeitsspeicher von 256 MB auf 512 MB zu steigern. Hinzu kam, dass sich Microsoft für eine Unified Memory-Architektur entschied, sprich CPU und GPU teilen sich den verfügbaren Arbeitsspeicher. Für die Grafikeinheit entschied man sich gegen Nvidia, die noch den Grafikprozessor für die erste Xbox bereitstellten und griff stattdessen auf ATIs Xenos-Grafikprozessor zurück, den man leistungstechnisch mit dem ATI Radeon X1950XT-Modell vergleichen kann. Das Besondere am Grafikprozessor war der Framebuffer mit 10 MB eDRAM. Zum Start erschien die Xbox 360 in zwei Versionen: einmal als Core Edition ohne Festplatte, ohne HDMI-Ausgang und nur mit kabelgebundenem Controller und einmal als „Premium“-Edition mit 20 GB Festplatte, HDMI-Ausgang und kabellosem Controller.

Doch nicht die leistungsfähige Hardware war ausschlaggebend für den Erfolg der Xbox 360. Es war das Verständnis Microsofts dafür, wer die Zielgruppe ist und was diese Zielgruppe wollte: Online-Gaming über Xbox Live. Der bereits 2002 gestartete Xbox Live-Dienst rückte mit der Xbox 360 nun noch stärker in den Mittelpunkt. Xbox 360-Besitzer hatten die Wahl zwischen Xbox Live Silber (später Xbox Live Gratis) und Xbox Live Gold. Während Silber den Onlinezugriff gewährte, bot nur der kostenpflichtige Gold-Dienst die Möglichkeit, online zu spielen. Errungenschaften peppten den Gamerscore auf und boten zusätzlichen Ansporn. Wie sehr allein der Gamerscore fesseln kann, zeigt sich an Raymond Cox, dem ersten Spieler mit einem Gamerscore von einer Million Punkten. Und kurz vor Weihnachten hatte der Gamerscore sogar einen finanziellen Wert. Je höher der ausfiel, desto höher war der Betrag, den man beim Kauf eines Xbox-One-Bundles beim Gamerscore Super Deal sparen konnte. Einer offiziellen Grafik zufolge haben die Xbox-360-Besitzer im Laufe von zehn Jahren rund 472 Milliarden Punkte generiert und 26 Milliarden Errungenschaften eingeheimst.

Es dürfte zudem geholfen haben, dass Sony sich mit der PS3 derart verzettelte (zusätzliche GPU, Blu-ray-Laufwerk), dass die Konsole erst Ende 2006 (bei uns sogar erst im März 2007) auf den Markt kam. Microsoft hatte quasi ein ganzes Jahr Vorsprung. Genug Zeit, um bis zum Launch der PS3 (und der unterschätzten Wii) genügend Konsolen zu verkaufen. Die PS3 war beim Launch auch noch um einiges teurer als die Xbox 360, ein schlagendes Verkaufsargument, das eine Generation später genau umgekehrt war.

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Call of Duty 2 war der erfolgreichste Launchtitel der Xbox 360
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Keine Frage, Microsoft konnte die Xbox 360 zu keinem besseren Zeitpunkt veröffentlichen, wie Technical Lead Boyd Multerer in einem Interview mitteilte. „Als die Xbox 360 herauskam, wurden grafische Errungenschaften noch von der PC-Industrie gemacht, heute sind es die Smartphones. Damals ging es um so viel Leistung wie möglich“, so Multerer, "heute geht es darum, so viel Strom wie möglich zu sparen.“

Hierzulande wurde die Xbox 360 mit 15 Spielen auf den Markt gebracht, darunter Call of Duty 2, Perfect Dark Zero, Project Gotham Racing 3, Kameo: Elements of Power und Condemned. Letzteres wurde in Deutschland aufgrund von Gewaltverherrlichung beschlagnahmt.

Rund eine Dekade später hat Microsoft mit der Xbox 360 die siebte Konsolengeneration entscheidend geprägt. First-Person-Shooter wurde das dominierende Genre, Spielereihen wie Gears of War und Crackdown erblickten das Licht der Welt, die Benutzeroberfläche wechselte zwei Mal das Aussehen und die Konsole verkaufte sich über 84 Millionen Mal. Nur den japanischen Markt konnte Microsoft auch mit der immens erfolgreichen Xbox 360 nicht erobern.

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Es wurde gekickt, eine Trilogie beendet und viel nackte Haut gezeigt

Die ganz großen Highlights sind 2005 ausgeblieben, wenn man die Spiele-Veröffentlichungen im Dezember 2005 rückblickend betrachtet. Doch damals waren Mario Smash Football und Prince of Persia: The Two Thrones eine große Sache. Und ein wenig kann man auch verstehen, warum.

Mario Smash Football

Bis dato hatte der dicke Klempner aus New York bereits Ausflüge in den Rennsport, Tennis, Golf und Baseball hinter sich. Ja, sogar in den MMA-Ring ist er bereits gestiegen. Nur den populärsten Sport der Welt hatte er bis 2005 gemieden – Fußball. Doch das änderte sich pünktlich zum Fest der Liebe 2005. Da erschien Mario Smash Football (in den USA hieß das Spiel Super Mario Strikers) auf dem Markt. Entwickelt wurde es vom kanadischen Entwicklerstudio Next Level Games, das hierbei zum ersten Mal mit Nintendo zusammenarbeitete. Auslöser war wohl NHL Hitz Pro, das Debüt des Studios und ein erstklassiges Eishockey-Spiel mit realistischem, aber auch arcadige-mäßigen Gameplay. Die Zusammenarbeit verlief offensichtlich mehr als gut, denn fortan arbeitete Next Level Games nahezu exklusiv für Nintendo und verkündete Anfang 2014, dass man in Zukunft nur noch für Nintendo arbeiten werde. Ihr letzter Titel war Metroid Prime: Federation Force.

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Marios Fußballeinstand war ein voller Erfolg.
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Doch zurück zu Mario Smash Football. Vorgestellt wurde der Titel auf der E3 2005. Das Ziel war zunächst ein realistisches Sportspiel, nur eben mit Nintendo-Charakteren. Allerdings erkannte man recht schnell, dass die beliebtesten Elemente aus Marios bisherigen Sporttiteln eben jene sind, die besonders skurril und ausgefallen waren. Also entschied man sich für eine actionlastige Herangehensweise mit „over the top“-Gameplay. Jedes Team bestand aus einem von acht bekannten Nintendo-Charakteren, drei weiteren Sidekicks als Feldspieler und einem Torwart. Neben charakterspezifischen Special Moves gab es selbstverständlich auch die Nintendo-typischen Gegenstände wie den roten Schildkrötenpanzer, um das Gameplay noch verrückter zu gestalten. Bis zu vier Spieler konnten dabei wahlweise mit- oder gegeneinander antreten. Und wie immer machte das Ganze besonders mit Freunden viel Spaß. Knapp zwei Jahre später erschien mit Mario Strikers Charged Football eine nicht minder spaßige Fortsetzung für die Wii. Leider hat Mario seither die Treter an den Nagel gehängt.

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Prince of Persia: The Two Thrones

Man stelle sich mal vor, Ubisoft hätte aus dem ersten Assassin's Creed tatsächlich Prince of Persia: Assassins gemacht, wie es zu Beginn angedacht war. In diesem Spin-off hätte man einen jungen Prinzen beschützen müssen, wie "Assassin's Creed"-Schöpfer Patrice Désilets in einem Interview enthüllte. Wäre es so gekommen, dann wäre es entweder bei einem Ableger geblieben, oder die "Assassin's Creed"-Reihe wäre unter Prince of Persia fortgesetzt worden. Prince of Persia Black Flag, Prince of Persia Syndicate. Gut, dass sich Ubisoft umentschied. 2010 erschien mit Prince of Persia: The Forgotten Sands zwar ein erneuter Ableger, der zwischen Sands of Time und Warrior Within angelegt ist, die Sands of Time-Trilogie endete aber mit Prince of Persia: The Two Thrones von 2005.

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Mit Prince of Persia: The Two Thrones endete die Sand der Zeit-Saga vorerst.
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Angeknüpft an das richtige Ende von Prince of Persia: Warrior Within, kehren der Prinz und Kaileena nach Babylon zurück. Dort finden sie allerdings eine verwüstete Stadt vor. Der Wesir lebt noch (wieder) und ermordet Kaileena, wodurch der Sand der Zeit freigesetzt und die Realität erneut verändert wird. Der verletzte Prinz wird dabei mit dem Sand der Zeit infiziert und in zwei Persönlichkeiten gespalten. Während der dunkle Prinz versucht, die Kontrolle über den Körper zu erlangen, muss der gute Prinz alles in seiner Macht Stehende versuchen, die Welt wieder ins Lot zu rücken.

Mit Prince of Persia: The Two Thrones schloß Ubisoft den Kreis der Sands of Time-Trilogie und kombinierte das Beste aus den beiden Vorgängern. Vor allem der düstere Ton von Warrior Within und die blutigen Kämpfe wurden stark zurückgefahren. Stattdessen herrschten wieder hellere Schauplätze wie in Sands of Time. Auch in Sachen Gameplay gab es Neuerungen wie die Speedkills, mit deren Hilfe man Gegner lautlos und unbemerkt ausschalten konnte. Die Tatsache, dass man nun quasi zwei Charaktere spielen konnte, zeigte sich auch in deren unterschiedlichen Fähigkeiten. Als dunkler Prinz konnte man zwar keine zwei Schwerter halten, dafür erhielt man den Daggertail, eine Art Schwertpeitsche, die mit dem Arm verbunden ist.

Prince of Persia: The Two Thrones erschien seinerzeit als Multiplattform-Titel und wurde unter dem Titel Prince of Persia: Rival Swords auch für die Wii und PSP veröffentlicht.

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Dead or Alive 4

Mit dem „Dead or Alive 3“-Exklusivdeal versuchte Microsoft anno 2001 der japanischen Zielgruppe den Kauf einer Xbox schmackhaft zu machen. Die beiden Vorgänger von Schöpfer Tomonobu Itagaki verhalfen Tecmo, Team Ninja und dem Ninja Gaiden-Spin-off zu großem Erfolg. Den Titel wählte Itagaki aus, da es für ihn bei der Entwicklung von Dead or Alive um Alles oder Nichts ging. Gewissermaßen ging es auch bei Microsoft um Alles oder Nichts, auch wenn am Ende letzteres der Fall war.

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Selbstverständlich durfte auch ein waschechter Spartan nicht fehlen.
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Dennoch blieb der Exklusivdeal auch bei Dead or Alive 4 bestehen. 16 Charaktere und weitere freischaltbare warteten darauf, in den Kampf zu ziehen. Da es sich hierbei um ein Xbox 360-exklusives Beat 'em' Up handelte, arbeitete Team Ninja mit Bungie zusammen, um mit Spartan-458 einen Halo-inspirierten Charakter anzubieten. Nicole, so der Name der toughen Braut, ist ein Petty Officer Second Class des SPARTAN-II-Programms und kam mit ihrer eigenen Stage (Nassau Station) daher. Zudem gilt sie als Kanon innerhalb des Halo-Universums, auch wenn sie niemals außerhalb von Dead or Alive 4 gesichtet wurde. Für ihr Design wurden hauptsächlich Spieledaten aus Halo 2 verwendet.

Und es gab auch eine weitere Überraschung. Oder auch nicht, je nachdem, wie man es sehen mag. Dead or Alive 4 war der erste Titel der Reihe, der in den USA ein Mature-Rating erhielt. Der Grund: die ziemlich freizügigen und Dead or Alive-typischen Kostüme der Damen, die nicht gerade mit ihren Vorzügen geizten.

Übrigens bot Dead or Alive 4 auch ein superbes Gameplay, viele Spielmodi, eine tolle Story-Kampagne und wegweisende Online-Unterstützung, wenn man sich “tiefer” mit dem Spiel beschäftigte.

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King Kong dominiert einen recht ruhigen Dezember

Auch im Kino könnte man rückblickend meinen, der Dezember von 2005 sei nicht besonders attraktiv gewesen. Doch damals war es eine große Sache, dass King Kong und Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia ins Kino kamen.

King Kong

King Kong war das erste Projekt von Regisseur Peter Jackson nach seiner gefeierten Herr der Ringe-Trilogie. Vor allem Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs konnte weltweit über 1,1 Milliarde Dollar einspielen und alle elf Oscars abräumen, für die er nominiert wurde – eine Sensation. Dadurch waren die Erwartungen an Jacksons King Kong-Remake des 1933er Klassikers King Kong und die weiße Frau exorbitant hoch. Dabei plante Jackson King Kong bereits, als er noch ein zwölfjähriger Bengel war, der davon träumte, sich einen Namen in der noch nicht und bis heute kaum existenten neuseeländischen Filmindustrie zu machen. Wäre Universal Pictures nach dem Flop von The Frighteners nicht abgesprungen, Jackson hätte King Kong noch vor Der Herr der Ringe inszeniert. Zudem hätte der Film gegen Sony Pictures' Godzilla und Disneys Mighty Joe Young antreten müssen – ein zu hohes Risiko für Universal.

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Den Kampf zwischen King Kong und Tyrannosaurus Rex filmte Bryan Singer in zwei Tagen.
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Noch während der Arbeit am letzten Teil der phänomenalen Herr der Ringe-Trilogie kam das Studio wieder auf ihn zu und so nahm er das Projekt erneut in Angriff. Aber nicht ohne einen Scheck über 20 Millionen Dollar plus Gewinnbeteiligung einzustreichen. Da Jackson der Meinung war, dass der Film zur selben Zeit wie das Original spielen sollte, verlegte er das Setting ebenfalls in die 30er Jahre. Es gab sogar die Überlegung, den Film ebenfalls in schwarz-weiß zu drehen. Andy Serkis übernahm wieder eine Performance-Capture-lastige Rolle und empfahl sich mit seinem überragenden Schauspiel wohl auch für die Rolle des Caesar in Planet der Affen: Prevolution. Neben Serkis, den man wohl kaum wiedererkennen dürfte, waren auch Jack Black, Adrien Brody, Naomi Watts, Jamie Bell, Colin Hanks und Thomas Kretschmann mit an Bord auf der Reise nach Skull Island, die Jackson nicht das erste Mal betrat. Bereits in seiner infamen Zombie-Splatterkomödie Braindead war die Insel zu sehen. Eine Hommage findet sich auch an Bord der Venture in Form einer Holzkiste mit der Aufschrift „Sumatranischer Rattenaffe – Hüten Sie sich vor dem Biss!“ Eine tolle Erinnerung für Fans von Jackson.

Eher weniger schön war das Erlebnis dagegen für Komponist Howard Shore, der die Musik zur Herr der Ringe-Trilogie schrieb. Kaum stand er vor der Fertigstellung des Soundtracks zu King Kong, verließ er das Projekt. Jackson nannte kreative Differenzen als Grund für das Aus. Um den Soundtrack kümmerte sich dann der routinierte James Newton Howard (Die Tribute von Panem, Sixth Sense), der weniger als zwei Monate für eine komplett neue Komposition hatte. Zu seiner Zeit war King Kong mit 207 Millionen Dollar Budget der teuerste Film aller Zeiten mit den meisten Effects Shots überhaupt. Angesetzt waren ursprünglich nur bis zu 175 Millionen Dollar als Budget. Jackson musste den Rest aus eigener Tasche zahlen. Bei 20 Prozent Gewinnbeteiligung dürfte das allerdings ein verschmerzbarer Verlust gewesen sein.

Auch die Laufzeit variierte stark. Geplant waren 135 Minuten. Am Ende waren es knapp 200 Minuten. Zu viel für Universal Pictures. Also flog man Manager nach Neuseeland, die aber kaum etwas an der Rohfassung zu beanstanden hatten. Geschnitten wurde nur wenig, um letzten Endes auf 187 Minuten Laufzeit zu kommen. Die Weltpremiere feierte King Kong am 5. Dezember in New York. Leider war ihm kein großer Kinoerfolg beschieden. Gerade mal 550 Millionen Dollar konnten weltweit eingespielt werden. Weitaus weniger als erwartet. Dennoch gab es durchwegs positive Kritiken und drei Oscars für Besten Tonschnitt, Beste Tonmischung und Beste visuelle Effekte.

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Domino – Live Fast, Die Young

Mit Domino – Live Fast, Die Young trieb Regisseur Tony Scott seinen progressiven Stil auf die Spitze. Hatte bereits Mann unter Feuer zu viel von dem, was Spy Game – Der Finale Countdown noch unterhaltsam machte, geriet Domino vollends zum hyperkinetischen Epilepsie-Anfall. Den Stil begründete Scott mit der Tatsache, dass viele Kopfgeldjäger Drogen nehmen würden. Der auf der wahren Geschichte von Domino Harvey basierende Film behandelte den außergewöhnlichen Lebensweg der Tochter des Schauspielers Laurence Harvey.

Auf Domino wurde Scott erstmals 1994 aufmerksam, als ihm ein Zeitungsartikel der Mail on Sunday zugeschickt wurde. In dem Artikel mit dem Titel „My gun for hire: Why a movie star's rebel daughter turned into a bounty hunter“ berichtete Journalist Sacha Gervasi über das Leben von Domino Harvey, die das harte Leben als Kopfgeldjägerin dem gemütlichen Leben einer reichen Tochter vorzog. Scott suchte Harvey auf, kaufte ihr die Rechte an der Verfilmung ihres Lebens für 360.000 Dollar ab und nahm ein Interview über mehrere Stunden auf. Es dauerte aber fast zehn Jahre, bis er mit Richard Kelly einen geeigneten Drehbuchautoren fand, der seine Vision umzusetzen wusste.

Für die Rolle der Domino engagierte Scott Keira Knightley. Bereits als er sie in Fluch der Karibik sah, wusste er, dass sie die Richtige sei. Neben Knightley spielten auch Mickey Rourke, Edgar Ramirez, Delroy Lindo, Mo'Nique und Mena Suvari in weiteren Rollen mit. Das Finale im „Top Of The World“-Restaurant in Las Vegas ist auch eine Hommage an das Finale in Scotts Kultfilm True Romance. Leider waren weder Kritiken noch das Einspielergebnis besonders positiv. Gerade mal 22 Millionen Dollar konnte der laut Village Voice „schwachsinnige und Mitleid erzeugende“ Film weltweit einspielen.

Domino Harvey konnte den Film leider nicht mehr sehen, sie verstarb im Juni 2005, nur wenige Monate vor dem Kinostart von Domino – Live Fast, Die Young.

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Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia

Und noch einmal ein Bezug auf Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie. Diese endete 2003 mit Die Rückkehr des Königs und das auf vorweihnachtliche Fantasy-Spektakel konditionierte Publikum musste 2004 völlig auf seine Dosis verzichten. Auch, weil Harry Potter und der Gefangene von Askaban bereits im Sommer des Jahres in den Kinos anlief. Die Zeit war reif für die Verfilmung von C.S. Lewis' Chroniken von Narnia. Bereits Mitte der 90er Jahre versuchten die Produzenten Frank Marshall und Kathleen Kennedy die Rechte zu sichern.

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Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia profitierte vom Herr der Ringe-Hype.
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Douglas Gresham, einer der Stiefsöhne und Nachlassverwalter von C.S. Lewis' Vermächtnis fand ihre Idee, die Handlung in die Moderne zu verlegen, nicht besonders ansprechend und so dauerte es noch einmal weitere Jahre, bis Peter Moore von Walden Media die Rechte zur Verfilmung von Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia erhielt. Tatsächlich war es der Erfolg von Harry Potter und der Stein der Weisen, der die Macher davon überzeugte, dass es möglich sei, eine möglichst originalgetreue Verfilmung zu bewerkstelligen.

Für die Regie verflichtete man Andrew Adamson, der zuvor mit den Shrek-Animationsfilmen große Erfolge feiern konnte. Im Gegensatz zum Sequel Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia hielt sich Adamson bei Der König von Narnia ziemlich eng an die Vorlage. Für die Stimme vom titelgebenden Aslan wurde Liam Neeson engagiert. Interessante Anekdote: Ursprünglich hätte Gerard Butler Aslan sprechen sollen. Aber beim Vorsprechen fragte er: „Das wird nicht wie bei der BBC-Puppe von Aslan, oder? Denn wenn dem so wäre, dann bin ich sofort weg.“ Bei schätzungsweise 180 Millionen Dollar Budget konnte der Film weltweit rund 745 Millionen Dollar einspielen. Die beiden Nachfolger Prinz Kaspian von Narnia (2008) und Die Reise auf der Morgenröte (2010) konnten an diesen Erfolg nicht mehr anknüpfen.

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