Um ein Haar hätte es den SEGA-Klassiker Gunstar Heroes nie gegeben. Nur dank des ehemaligen Sega-Produzenten Mac Senour konnte das Spiel erscheinen.

Retro-Gaming - Sega-Klassiker Gunstar Heroes wäre fast abgelehnt worden

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Das erste Gunstar Heroes erschien für das Sega Mega Drive
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Run 'n Gun war Anfang der 90er das, was heute First-Person-Shooter darstellen - actionreiche Spiele für hartgesottene Mannsbilder. Neben Konamis Contra (in Deutschland als Probotector bekannte Serie), Capcoms Mega Man und Rainbow Arts' Turrican, erinnern sich Fans vor allem auch an Segas Gunstar Heroes, das 1993 für den SEGA Mega Drive erschien, zu einem echten Klassiker des Genres avancierte.

Doch beinahe wäre dieser Klassiker gar nicht erst veröffentlicht worden, denn Segas verantwortliche Produzenten waren zunächst alle gegen das Spiel, was sich Mac Senour, ehemaliger Produzent gar nicht vorstellen konnte. "Wenn ich es nicht angenommen hätte, wäre es einfach abgelehnt worden", so Senour. "Ich spielte es ca. 5 Minuten, warf den Controller auf den Boden und sagte: "Das wird das Spiel des Jahres'. Jeder in Hörweite fing an, zu lachen."

Der Grund für die allgemeine Ablehnung sei auch schnell klar geworden. Obwohl das erste Mega-Drive-Spiel von Treasure, einem Studio, das aus ehemaligen Konami-Mitarbeitern bestand und von dem man daher viel erwartete, gut aussah, waren die Sprites angeblich den Produzenten zu klein.

"Der Grund wurde mir auch ganz direkt genannt. Gunstar Heroes hatte zu kleine Charaktere. Wir hatten gerade oder waren dabei World Series Baseball zu veröffentlichen - mit riesigem Schlagmann. Alle Spiele prahlten mit etwas, das die Entwickler von Spider-Man entdeckt hatten, eine Möglichkeit, Sprites doppelt so groß erscheinen zu lassen. Gunstar Heroes nutzte diese Technik nicht und wurde daher von den anderen Produzenten abgelehnt. Ich sah es als etwas anderes."

Mac Senour konnte also die anderen Produzenten davon überzeugen, Gunstar Heroes eine Chance zu geben. Dem Team bei Treasure wurden auch keine Fußfesseln angelegt. Senour ließ lediglich einen Endboss verändern.

"Da gab es diesen Boss in einer Militäruniform, und in der Originalversion handelte es sich dabei um Hitler. Ich bat sie also darum, entweder den Bart zu entfernen oder den Charakter zu ändern."

Senours "Controller auf den Boden schmeißen" wurde auch zu seinem Markenzeichen, selbst nachdem er Sega verließ, wurde er von zukünftigen Vorgesetzten immer gefragt, ob das Spiel, ein "Auf den Boden schmeißen"-Spiel sei.

Gunstar Heroes entwickelte sich auch dank Senours Eingreifen zu einem der bekanntesten Spiele SEGAs und wurde auf einigen der bekanntesten Konsolen und sogar für iOS und auf Steam veröffentlicht. Kaum zu glauben, dass Mac Senour mal der einzige Produzent war, der an den Erfolg des Titels glaubte.