Fragt ihr euch nicht auch manchmal, wo die guten alten Tage geblieben sind? Oder gehört ihr zu den jüngeren Spielern, die sich gerne über die Retro-Zeit informieren, und wissen wollen, "wie alles begann"? Wie dem auch sei, folgt uns zurück in die Vergangenheit - in den November von 1994.

Retro-Gaming - Rückblick: Der November vor 20 Jahren

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Die seltsamen Weiten des unerforschten Internets als Titelthema der TIME von '94 (Bild von timeinc.net)
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Erst einmal einen schönen ersten Advent an alle. Die Vorweihnachtszeit hat angefangen, und der Jahresendspurt hat damit auch endgültig begonnen. So hektisch die kommenden Wochen nun für manche auch werden, sollte man sich doch einen Moment Zeit nehmen, und zurückblicken. Vielleicht auf Dinge, die in diesem Jahr geschehen sind, vielleicht auf noch weiter zurückliegende Tage? Wir hier werfen jedenfalls einen Blick zurück auf die Videospielegeschichte im November vor 20 Jahren.

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Quentin Tarantinos Durchbruch als Regisseur mit Pulp Fiction
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Der November des Jahres 1994 war ein guter Monat für Videospiele, aber auch für den Film. In dem Monat starteten hier bei uns der für viele beste Disney-Zeichentrickfilm Der König der Löwen, Quentin Tarantinos Kultstreifen Pulp Fiction und auch der Zeitreise-Actionfilm Timecop mit Jean-Claude Van Damme.

Es war auch insgesamt das Jahr, das Nintendo als "das Jahr der Cartridge" auserkor. Vielleicht ein verzweifeltes Klammern? Im Grunde auch nur ein Kampf gegen Windmühlen, den Nintendo da fochte, denn es war vor allem auch das Jahr, in dem sich auch die CD als Medium für Konsolen etablieren sollte. Und den entscheidenden Schritt leitete dabei SEGA mit dem Sega Saturn ein.

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SEGAs vorletzte Konsole SEGA Saturn kam im November 1994 auf den Markt
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SEGA Saturn:

Sony feiert am 3. Dezember das 20. Jubiläum der PlayStation. Doch auch SEGA feiert ein 20-jähriges Jubiläum - das des SEGA Saturn. Am 22. November 1994 kam die 32Bit-Konsole auf den Markt. Zu Zeiten der 8Bit- und 16Bit-Ära war SEGA der Runner Up zu Nintendo. Dem japanischen Traditionsunternehmen rund um Mario und Co. blieb SEGA ganz besonders mit dem Mega Drive auf den Fersen. Vor allem in den USA konnte man sich, nicht zuletzt durch das coolere Image als ernstzunehmende Konkurrenz etablieren.

Mit dem Sega Saturn sollte die Erfolgsgeschichte SEGAs endgültig gekrönt werden, weswegen man die Konsole zur ultimativen 2D-Maschine heranzüchtete, die gleich über zwei 32Bit-RISC-Prozessoren verfügte. Das allein war bereits eine Herausforderung für viele Entwickler, die Saturn zu beherrschen. Doch erschwerend kam hinzu, dass SEGA Anfang 1994 erfuhr, dass Sony ins Konsolengeschäft einsteigen, und mit der PlayStation klotzen statt kleckern wolle. Es hieß also nicht mehr nur Nintendos 2D-Hoheit zu bezwingen, sondern die Gefahr von Sonys 3D-Monster zu bannen. Übereilt stattete man den Saturn mit einem weiteren Grafikchip aus.

Am 22. November 1994 kam der Sega Saturn in Japan auf den Markt. Und im Grunde kannibalisierte sich SEGA selbst, denn nur wenige Tage später kam am 3. Dezember desselben Jahres der 32X-Aufsatz für den Sega Mega Drive heraus, der entwickelt wurde, weil man befürchtete, der Saturn würde sich verspäten, und wichtige Marktanteile am 32Bit-Anteil an den Konkurrenten Atari mit der Atari Jaguar gehen. Der 32X war somit quasi eine Totgeburt.

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Blizzards Warcraft führte 1994 die erfolgreiche Marke ein
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Warcraft:

Mit Warcraft veröffentlichte Blizzard am 23. November 1994 ein wahres Ungeheuer von einem Strategietitel, das die Grundfeste, die Westwood Studios' Dune II einführte, und Command & Conquer perfektionierte, zwar nicht neu erfand, aber dennoch erfolgreich vom Sci-Fi- ins Fantasy-Genre einführte. Auch führte Blizzard eine epische Hintergrundgeschichte ein, in der es um die ewige Schlacht zwischen Menschen und Orks in Azeroth geht. Dabei stammen die Orks ursprünglich von einer anderen Welt - Draenor.

Warcraft war ein riesiger finanzieller Erfolg und kann damit auch als Grund für Blizzards Abkehr von den Konsolenwurzeln hin zum PC bezeichnet werden. Heute kennen viele Blizzard für das MMORPG World of Warcraft, das vor kurzem sein 10. Jubiläum feiern konnte - mit dem Addon Warlords of Draenor.

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Donkey Kong Country beeindruckte durch perfektes Gameplay und wahnsinnig guter Grafik
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Donkey Kong Country:

Nintendo war anno '94 noch lange nicht in der 32Bit-Ära angekommen. Ganz im Gegenteil, Nintendo sollte mal wieder ein eigenes Süppchen kochen und die Generation komplett überspringen und das N64 veröffentlichen. Doch bis es soweit war, musste das Super Nintendo seine letzten Kraftreserven bündeln, und noch zwei Jahre als alternde Konsole gegen die 32Bit-Konkurrenz von SEGA und Sony antreten. Und dafür stellte Nintendo seinem Schützling den denkbar stärksten Bodyguard zur Seite - das englische Edelstudio Rare.

Anfang der 90er Jahre waren die Workstations von Silicon Graphics vor allem für die beeindruckenden visuellen Effekte von Steven Spielbergs Dino-Spektakel Jurassic Park bekannt. Auch Rares Gründer Chris und Tim Stamper experimentierten mit einer solchen Workstation. Ihr eigentliches Ziel war es, ein Boxspiel zu entwickeln, doch Nintendo zeigte sich dermaßen beeindruckt, dass man sofort Anteile an Rare aufkaufte, und die Entwicklung von Donkey Kong Country genehmigte.

Der umfangreiche Titel war eines der ersten Spiele mit vorgerenderten 3D-Grafiken. Um die Features und Vorzüge von Donkey Kong Country zu bewerben, veröffentlichte Nintendo ein 15-minütiges Werbevideo, um auch darauf hinzuweisen, dass es dieses fantastisch aussehende Spiel nur für die 16Bit-Konsole Super Nintendo gibt, und nicht für die 32-Bit-Konkurrenz. Donkey Kong Country wurde ein immenser Erfolg mit Millionen verkaufter Cartridges, und erhielt gigantische Wertungen, die selten unter 9/10 oder 90 Prozent fielen.

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Das erste Videospiel der Welt: Tennis for Two
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William Higinbotham, der Großvater und Erfinder des ersten Videospiels Tennis for Two stirbt:

Am 10. November 1994 verstirbt der amerikanische Physiker William Higinbotham. Warum er hier genannt wird? Higinbotham entwickelte 1958 mit Tennis for Two das erste Videospiel der Welt. Jahrzehnte vor Pong, das gemeinhin als erstes kommerzielles Videospiel bezeichnet wird, hatte Higinbotham die Idee bereits per Analogcomputer und Oszilloskop in die Tat umgesetzt. Als Controller dienten zwei Kästchen mit einem Knopf zum Schlagen des Balles und einem Knauf zum Einstellen des Abprallwinkels. Der Öffentlichkeit stellte Hginbotham das Spiel am Tag der offenen Tür des Kernforschungszentrums vor, in dem er arbeitete. Mit Tennis for Two wollte er den Besuchern des Brookhaven National Laboratory die Langeweile nehmen. Kein Wunder, wer von Physik nichts versteht, wird die trockene Theorie mörderisch spannend finden.

Ihr seht, nicht nur Full-HD und 60 FPS können spannend sein.