Die PSP scheint aufgrund ihrer Konstruktion nicht gerade prädestiniert als Plattform für Shooter-Action zu sein. Games dieses Genres sind daher naturgemäß Mangelware auf Sonys Handheld und doch veröffentlicht man nun mit Resistance: Retribution einen Ableger der Action-Serie auf der portablen Konsole. "Ob das gut gehen kann?", ist daher einer der ersten Gedanken, die man sich nach Erhalt des Testmusters ob des fehlenden zweiten Analogsticks zwangsläufig macht.

Doch wie sich sehr schnell zeigt, sind die Zweifel größtenteils unbegründet. Entwickler Sony Bend hat nicht nur optisch das Maximum aus der PSP herausgeholt, auch das Handling lässt kaum Wünsche offen. Wie sie das hinbekommen haben? Lest selbst!

Resistance Retribution - Story Trailer

Im Mittelpunkt: die Steuerung

Jeder Shooter steht und fällt mit einem entscheidenden Feature: der Steuerung. Die Spiele können noch so gut sein, wenn das Handling der Hauptfigur und damit das Aiming vergurkt wird, kann man den Titel meistens in die Tonne treten. Das gilt umso mehr bei einem Spiel auf dem Handheld, das ohnehin meist gewisse Einschränkungen bei der Bedienbarkeit hinnehmen muss. Daher steht dieser Punkt bei Resistance: Retribution nolens volens im Mittelpunkt der Betrachtung und dementsprechend am Beginn des Artikels.

Resistance Retribution - Widerstand ist zwecklos

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Das automatische Zielerfassungssystem erspart euch viel Ärger.
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Um das Fehlen des zweiten Analogsticks zu kompensieren, mit dem man auf den "großen Konsolen" die räumliche Ausrichtung des Fadenkreuzes vornimmt, greift man hier zu einem kleinen Trick: Statt die Ausrichtung des Zielkreuzes ausschließlich in eure Finger zu legen, bietet man ein bequemes Auto-Aiming-Feature, mit dem anrückende Feinde selbsttätig ins Visier genommen werden, sobald sie sich in einen Aktionsradius bewegen, der von einem fast bildschirmfüllenden Rechteck dargestellt wird.

Das funktioniert in aller Regel hervorragend, zumal man mithilfe der Symbol-Buttons auf der rechten Seite des Handhelds kleinere Korrekturen am Autoaiming vornehmen kann und auf diese Weise zwischen den Zielen umschalten kann.

Nicht alles automatisiert

Damit der Spielablauf auf Dauer aber nicht zu einfach wird, hat man den einen oder anderen Fallstrick eingebaut. So muss man zur effektiven Bekämpfung einiger Ziele immer wieder in den manuellen Zielmodus wechseln (via D-Pad), was zum einen nicht ohne Zeit-und Kontrollverlust möglich ist und zum anderen von euch abverlangt, dass ihr dann das Fadenkreuz händisch ausrichtet.

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Schöne Grafik auf der PSP ist keine optische Täuschung.
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Dies lässt sich mit den vier Symbol-Knöpfen jedoch bei Weitem nicht so fein justiert bewerkstelligen, wie mit einem Analogstick - was zwar eine spielerische Herausforderung darstellt, bei einigen Widersachern aber auch ganz schön nervig werden kann. Intuitiv läuft hingegen das Ballern selbst ab, wofür die rechte, respektive linke Schultertaste für Sekundärfeuer, der PSP eingesetzt wird.

Nicht ganz so problemlos gestaltet sich jedoch der Einsatz des Scharfschützengewehrs, dessen zweifache Zoomfunktion ebenfalls über das D-Pad aktiviert wird. Die dafür benötigte Zeit fehlt jedoch, wenn ihr unter feindlichem Beschuss steht - allzu viel hält euer Anti-Held nämlich nicht aus.

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Blau macht glücklich.
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Ja, richtig gelesen. So ein strahlender Recke ist James Grayson in den Augen seiner Offiziere nämlich nicht. Nach dem durch die Chimera verursachten Tod seines Bruders desertiert der Soldat und radiert auf eigene Faust bedeutende Stellungen der außerirdischen Invasoren aus. Eigenhändig. Doch trotz dieser Taten wird er von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt.

Ballern auf dem Handheld kann richtig Spaß machen - dank Retribution!Fazit lesen

Kurz vor der Vollstreckung des Urteils erspart ihm die Widerstandbewegung des Maquis den Gang zum Schafott - man braucht ihn seiner Erfahrung wegen und setzt ihn fortan bei selbstmörderischen Einsätzen von Rotterdam über Bonn bis hin nach Paris in ganz Europa ein. Doch sein Hass treibt ihn und die Geschichte voran, was mitunter zu einigen amüsanten Dialogen führt, die allerdings auch antifranzösische und antibritische Tendenzen verraten lassen.

In Deckung!

Doch dies nur am Rande. Die zwischen Resistance 1 und Teil 2 angesiedelte Story steht nicht wirklich im Mittelpunkt des 3rd-Person-Shooters, sondern vielmehr die Action. Dort ist nicht nur die Zielfunktion automatisiert, sondern auch das Gegenstück - das Deckungsfeature. Wann immer ihr euch einem geeigneten Objekt, z.B. einer Mauer, nähert, begibt sich Grayson selbstständig dahinter in Deckung, sodass ihr zumindest bei Fernkämpfen gut geschützt seid. Und natürlich aus dieser sicheren Position heraus das Feuer erwidern könnt, ohne selbst getroffen zu werden.

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Gegen diese Brocken sollte man unbedingt auf das Deckungsfeature zurückgreifen.
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Apropos Treffer: Auffallend ist das geringe Feedback auf eigene und gegnerische Munitions-Einschläge. Die verschiedenen Chimera-Angreifer zeigen kaum Wirkung auf euren Beschuss, erst wenn sie umfallen, bekommt man ein verwertbares Feedback auf eigene Aktionen.

Dabei verfügt man über ein reichhaltiges Arsenal einsatzbereiter Waffensysteme, von denen die meisten Modelle bereits aus den "großen" Serienvertretern bekannt sind. Den Zugriff darauf hat das Entwicklerteam denkbar einfach gestaltet. Neben einer Durchschalttaste auf dem D-Pad könnt ihr diese auch gedrückt halten und dann über ein bequemes Menü direkten Zugriff auf alle Schießprügel nehmen. Als zusätzliches Feature wird in diesem Auswahl-Modus sogar der Spielablauf angehalten und somit überflüssiger Hektik ein Riegel vorgeschoben.

Das heißt jedoch nicht, dass Resistance: Retribution langweilig wäre - im Gegenteil. Mit ständig neuen Aufgabenstellungen wird stets für ein abwechslungsreiches Geschehen gesorgt. So ballert ihr euch nicht permanent allein durch die feindlichen Horden, immer wieder befinden sich einige Kameraden an eurer Seite, mitunter müsst ihr sogar als deren Beshützer für ihr Überleben garantieren.

Gelegentlich entsteht allerdings aufgrund der vielen Automatismen der Eindruck, man spiele sich durch einen interaktiven Hindernisparcours, bei dem die KI-Gegner zwar eigenständig nach Deckung suchen, letztendlich aber nicht mehr sind als wandelnde Zielscheiben.

Plus & Infiziert

Für Fans und Besitzer einer PS3 UND Resistance 2 halten die Entwickler sogar zwei weitere Goodies bereit. Zum einen handelt es sich um den Plus-Modus, bei dem man nach erfolgreicher Verbindung via USB-Kabel Retribution mit einem Wireless-Pad zocken kann. Dann wird allerdings auch der Schwierigkeitsgrad angehoben und zusätzlich die Zielerfassungshilfe deaktiviert. Bei 2000er- und 3000er-Modellen lässt sich der Spielablauf sogar am Fernseher mitverfolgen.

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Nicht immer seid ihr alleine utnerwegs.
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Zum anderen steht nach gelungener Verbindung der "Infiziert-Modus" zur Verfügung. Neben neuen Waffen (Plasmagranaten und HE .44 Magnum), erhält Grayson nicht nur eine Resistance 2-Uniform und leuchtende Augen, sondern auch übermenschliche Fähigkeiten, die seine Lebenskräfte eigenständig regenerieren lassen und Wasseratmung ermöglichen.

Zusätzlich werden vorher unzugängliche Bereiche freigeschaltet und auch die Storyline soll um düstere, alternative Handlungsstränge erweitert werden. Das macht sich in der Praxis jedoch kaum bemerkbar. Durch simples Trennen der beiden Konsolen werden auch die Auswirkungen beseitigt.

Wer seine PSP mit dem PSN statt mit der PS3 vernetzt, darf sich über einen vollwertigen Mehrspieler-Modus freuen, der sich hinter der großen Konkurrenz kaum verstecken muss. Bis zu acht Spieler konkurrieren nicht nur in fünf etablierten Modi (u.a. Deathmatch, Capture the Flag), sie nutzen auch Features wie ein Ranking System sowie Chat und erhalten sogar Clan-Support. Der Netzwerk-Code erwies sich in unseren Online-Sessions übrigens als ausgesprochen stabil.