Resident Evil Outbreak - File 2 Review

Als vor gut einem Jahr Resident Evil Outbreak erstmals mit einem Online-Mode erschien, war die Aussicht, mit ein paar Kumpels gemeinsam in Racoon City auf Zombie-Jagd gehen zu können,

noch ziemlich verlockend. Schnell hatte sich jedoch der Enthusiasmus gelegt. Zu wenig Action, umständliche Steuerung und bisweilen nerviges Gameplay führten zu eher frustrierten Spielsessions. Nun gibt es mit Resident Evil Outbreak - File 2

Resident Evil - Trailer

eine Erweiterung, die fünf neue Missionen, neue Gegenstände und neue spielbare Charaktere mit neuen Fähigkeiten enthält. Bleibt zu klären, ob das Erweiterungspack die Schwachstellen beseitigen konnte und wie sich die neuen Funktionen auswirken...

Das Grauen nimmt kein Ende
Abermals sieht man sich im zombieverseuchten Racoon City einer Fülle von menschenfressenden Monstern gegenüber. Nachdem ein Virus die Menschen der Stadt zu hirnlosen Zombies mutieren ließ, kämpfen die wenigen verbliebenen Gesunden um ihr Überleben. Im Verlauf des Spiels muss man natürlich versuchen, irgendwie lebend aus dieser zur Hölle mutierten Stadt zu entkommen.

Der erste Level des Spiels heißt bezeichnenderweise "Training Ground" und dient als Tutorial, in dem die Grundfunktionen des Spiels erläutert und sogleich in die Praxis umgesetzt werden. Schon hier fällt auf, dass die Steuerung sich im Vergleich zum Originalspiel nicht verändert hat.

Noch immer ist sie relativ hakelig und mehr als gewöhnungsbedürftig. Oft ist nicht ersichtlich, was in der eigenen Blickrichtung lauert, weil die Kameraperspektive nicht frei schwenkbar ist. Eventuell auf die Spielfigur zulaufende Feinde sind daher teilweise erst sehr spät auszumachen.

Wie im Vorgänger ist es auch diesmal möglich, das Horror-Abenteuer online zu spielen. Wer lieber offline zocken möchte, kann das aber natürlich auch tun. In diesem Fall übernimmt die KI die drei Kameraden, die genauso wie die Hauptfigur aus einem Pool von acht Charakteren ausgewählt werden können, und das leider nur leidlich.

Zwar tun die KI-Gesteuerten Spielfiguren in der Regel nichts wirklich Falsches, eine große Unterstützung sind sie aber meist nicht. Es kann sogar vorkommen, dass die "Freunde" dabei zusehen, wie die Zombies Hackfleisch aus uns machen, was dem Spielprinzip des Zusammenarbeitens doch ein wenig

Resident Evil Outbreak File 2 - Zahnlose Zombie-Akte

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ad absurdum führt. Unterlassene Hilfeleistung par excellence. Meist dienen sie folgerichtig nur als eine Art laufendes Inventory, wo gerade nicht benötigte Gegenstände abgelegt werden. Das kann sich zwar als Bumerang erweisen, weil sie die Herausgabe von Items auch verweigern können. Ausserdem darf nur auf sie zugegriffen werden, wenn sie sich mit der eigenen Spielfigur in einem Raum befinden und teilweise wie aufgescheuchte Hühner in der Weltgeschichte herumrennen.

Packshot zu Resident Evil Outbreak File 2Resident Evil Outbreak File 2Erschienen für PS2 kaufen: Jetzt kaufen:

Abgesehen davon ist das Gepäck mit vier Slots auch deutlich zu klein geraten, sodass ständig abgewogen werden muss, ob man lieber ein Medikit mehr oder doch lieber Zusatzmunition mit sich herumschleppen möchte.

Wer den ersten Teil schon kennt, wird das Tutorial vermutlich nicht benötigen und kann sofort in einen der verbliebenen Level einsteigen. Dabei ist die Reihenfolge nicht vorgeschrieben, es steht einem frei zu wählen, welches Szenario zu welchem Zeitpunkt gespielt werden soll. Dort gilt es, immer wieder verschiedene Rätsel zu lösen, um einen Raum nach dem anderen hinter sich zu lassen. Das Spielgeschehen ist meist absolut linear aufgebaut, verschiedene Wege eine Mission zu lösen gibt es nur dann, wenn die Hauptfigur gewechselt wird. Wer den Schlüssel zu einer Tür nicht findet, kann nicht weiterspielen. Dass einem natürlich des Öfteren aggressive Zombies oder auch mutierte Tiere über den Weg laufen, die ganz gerne ein Stück von uns abbeißen würden, versteht sich von selbst. Um die Monstren an einer kleinen Zwischenmahlzeit zu hindern, können sich die Helden mit verschiedenen Waffen ausrüsten und die Feinde aus dem Weg pusten.

Dabei ist es oft mehr als schwierig im Eifer des Gefechts die richtige Waffe auszurüsten oder eine Tür zu öffnen, deren Schlüssel sich in unserem Gepäck befindet. Das Spiel läuft nämlich jederzeit weiter: Ob auf die Map geschaut wird oder das Inventory durchsucht wird, die Zombies nagen derweil munter weiter an der Spielfigur herum. Eine Pausenfunktion wäre hier angebracht gewesen, zumal man leider ständig auf das Gepäck zurückgreifen muss und der Spielfluss darunter beträchtlich leidet.

Da File 2 auch für das Onlinespiel vorgesehen ist, stößt es doch ein wenig bitter auf, dass es fast keine Möglichkeiten gibt, mit den Mitspielern zu kommunizieren. Im Multiplayer- wie auch im Singleplayer-Modus stehen dem Spieler lediglich einige banale Zurufe wie "Hilfe", "Hier her" oder auch "Bewegung" und "Los" zur Verfügung. Das ist doch etwas arg mau für einen Onlinemodus, in dem Kommunikation doch eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte. Der Hauptunterschied zum Vorgänger sind eigentlich nur die neuen Szenarien, die auch durchaus überzeugen können. Vor allem die Atmosphäre ist stimmig, dunkle Gassen und Straßen, auf denen die eine oder andere Furcht einflößend Gestalt durch die Gegend wankt sorgen schonmal für Gänsehaut. Auch im Zoo oder in einer zerstörten U-Bahn warten Überraschungen auf das Team von Überlebenden, doch leider ist das Gameplay insgesamt einfach zu eintönig und damit langweilig. Anders, als man vielleicht denken könnte, geht es bei Outbreak auch nicht darum, sich durch Horden von Monstern zu ballern. So viel Action gibt das Spiel auch nicht her. Eher gelegentlich und auf den Schock bzw. Schreck-Effekt setzend tauchen Gegner plötzlich aus dem Nichts auf, langen durch Fensterscheiben oder ... nein, alles wollen wir nicht verraten.Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ gruselige Zombie-Atmosphäre + Team-Modus (online)

Contra:
- miese KI - hakelige Steuerung - störende Kameraperspektiven - nerviges Nachladen - kaum Unterschiede zum VorgängerPro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ gruselige Zombie-Atmosphäre + Team-Modus (online)

Contra:
- miese KI - hakelige Steuerung - störende Kameraperspektiven - nerviges Nachladen - kaum Unterschiede zum Vorgänger