"Erst in der Konzentration der Mittel zeigt sich der wahre Meister" - keine Ahnung, ob Capcom dieses Goethe-Zitat mit Blut an die Wände seiner Entwickler geschrieben hat, aber Resident Evil 7 fühlt sich verdammt danach an! Wir sagen euch deshalb, warum die Entwickler bei Resident Evil 7 alles richtig gemacht haben und dieser Mut von allen Gamern belohnt werden sollte.

Trotz der 7 im Titel brauchen unerschrockene Neulinge übrigens keine Angst davor zu haben, dass sie hoffnungslos im Resident Evil-Kosmos verloren gehen: Resident Evil 7 ist vielmehr ein Reboot und setzt keinerlei Kenntnisse der Resident Evil-Reihe voraus. Umso erfreulicher, dass sich der Mut der Entwickler auszahlt und ein rundum gelungener Titel rausgekommen ist, der die Gänsehaut zum beliebtesten Kleidungsstück in diesem Winter macht.

Resident Evil 7 - Warum Resident Evil 7 der aktuelle Höhepunkt im Horror-Genre ist

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In diesem Haus erwartet euch das Grauen.
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Keine gigantischen Gegnerhorden und keine Massen an Waffen, sondern komplette Konzentration auf eine erdrückend unheimliche Atmosphäre und permanenten Nervenkitzel. So geht Horror heute! Wenn die Hand zittrig nach der Türklinke tastet und wir als Spieler noch kurz Luft holen, bevor wir die Tür öffnen, dann drückt Resident Evil 7 genau die richtigen Tasten auf der Klaviatur des Schreckens. Denn der Wechsel von der Third-Person-Perspektive in die Ego-Perspektive macht selbst aus solch scheinbar trivialen Momenten einen Nervenkitzel, wie wir ihn bislang in kaum einem Spiel so intensiv gespürt haben.

Dabei bedient sich Resident Evil 7 auf extrem clevere Weise bei der eigenen Vergangenheit - ein Highlight ist beispielsweise eine atemlose Verfolgungsjagd durch das Baker-Haus, bei dem ihr nur mit guter Kenntnis des nonlinearen Grundrisses wirklich entkommen könnt. Das weckt Erinnerungen an Resident Evil 3: Nemesis, was Fans der Reihe neben Gänsehaut auch einen wohligen Schauer der Nostalgie über den Rücken jagt.

Mit dem siebten Teil will Resident Evil also so konsequent zurück zu den Wurzeln wie ein sadistischer Zahnarzt mit Skalpell in der Hand - und ebenso konsequent und gnadenlos drischt Resident Evil 7 auf unsere Sinne ein. Gut, dass wenigstens der Geruchssinn verschont bleibt, denn das verfallene Anwesen der Bakers verströmt auch in Gedanken einen so intensiven Gestank, dass Capcom diesen Duft sogar als Duftkerze auf den Markt gebracht hat. Ja, ihr habt richtig gelesen!

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Hinter jeder Tür kann ein Baker lauern...
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Dafür kommen andere Sinne aber umso intensiver auf ihre Kosten - VR wird hier nicht bloß zum Gimmick, sondern zur Existenzberechtigung: Sobald ihr die Brille überstülpt, seit ihr komplett gefangen im Anwesen der Baker-Familie, die euch nicht mehr aus ihren Krallen entkommen lassen will.

Wenn ihr Übelkeit verspürt, dann liegt es nicht an den Kinderkrankheiten der VR-Technologie - die sind in Resident Evil 7 nämlich überhaupt nicht existent. Stattdessen schlägt allenfalls der kranke Einfallsreichtum der Level-Designer auf empfindliche Mägen, denn mit Gekröse und widerlichen Details wird keinesfalls gegeizt. Resident Evil 7 ist nichts anderes als das mit Abstand beste Spiel für Sony VR, das derzeit erhältlich ist. Fantastische Lichteffekte erzeugen einen derart unangenehmen Realismus, dass uns auf Anhieb kein anderes VR-Erlebnis einfällt, bei dem wir so sehr mittendrin statt nur dabei waren.

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...Und ihr wollt keinem Baker begegnen.
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Auch auf der akustischen Ebene profitiert Resident Evil 7 extrem davon, dass die Entwickler sich auf das Wesentliche reduzieren: Jedes Geräusch lässt unsere Alarmsirenen schrillen, weil sich wieder einer der
Seine Backstory erzählt Resident Evil 7 auf ebenso originelle wie innovative Weise - mit Videokassetten! Okay, das klingt jetzt noch nicht so originell, aber Capcom unterläuft hier auf spannende Weise die Erwartungen. Denn die Videokassetten wecken bereits einschlägige Erwartungshaltungen: In den Hirnen von Horror-Freunden feuern die Synapsen bereits Erinnerungsfetzen an die schaurige Sequenz aus dem Grusel-Klassiker "The Ring" ab - doch statt verstörender Szenen finden wir uns selbst im Video wieder! In leicht verzerrter Krisselgrafik erleben wir die Ereignisse aus dem Video nach, was den Adrenalinspiegel in die Höhe treibt - eine jener ungewöhnlichen und frischen Ideen, die im Horror-Genre viel zu rar gesät sind. Am Ende jeder Kassette erhaltet ihr außerdem einen kleinen Hinweis, wie die Hauptstory weitergeht - das ist wesentlich effizienter und erhöht die emotionale Bindung zur Handlung deutlich mehr als jede noch so aufwendig gerenderte Zwischensequenz.

Jeder Schritt könnte der letzte sein, hinter jeder Ecke könnte der Tod lauern, jeder Raum könnte zum eigenen Grab werden - mit diesem ebenso simplen wie effektiven Erfolgsrezept serviert Capcom einen Instant-Klassiker, der wie ein Splitter unter die Haut geht.

In einer an Höhepunkten alles anderen als armen Ära für Horror-Games sticht Resident Evil 7 deshalb aus der Masse heraus. Also stellt euch eurer Angst und falls ihr noch nach einem Kaufgrund für VR gesucht habt - hier ist er.