Capcom hat es geschafft, Resident Evil ist wieder in aller Munde. Die in dieser Form überraschende Ankündigung von Teil 7 verspricht eine Rückkehr zum Horror alter Tage – etwas, das die Serie ja schon sehr lange nicht mehr gesehen hat. Doch war daran bekanntlich nicht alles schlecht, wie vor allem Resi 4 und 5 bewiesen haben. Letzteres gibt’s jetzt auch für PlayStation 4 und Xbox One.

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Erinnert ihr euch noch an die Majini auf Motorrädern und die Krokodile im hüfthohen Sumpfwasser des Marschlandes? An Chris Redfields tapfere Partnerin Sheva, die tolle Coop-Funktion und den sehnsüchtigen Wunsch nach einer besseren KI im Offline-Modus? Falls ja, wisst ihr bereits, was ihr von Resident Evil 5 auf den aktuellen Konsolen erwarten könnt: exakt das gleiche, was ihr 2009 schon auf 360, PS3 oder dem PC gespielt habt, dieses Mal vielleicht einen Tacken schöner und in Full-HD.

Falls nein, ist dieses Remastered eure beste Gelegenheit, eines der spannendsten und unterhaltsamsten Coop-Abenteuer der letzten Jahre zum ersten Mal zu erleben, denn auch wenn das Orignal nun schon sieben Jahre zurückliegt, ist Resident Evil 5 durchaus gut gealtert.

Resident Evil 5 - Zurück nach Afrika

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Mit einem Coop-Partner an der Seite wird man dieses Ding schnell los.
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Wie schon bei der Neuauflage von Teil 6 gibt es auch hier keine großen Überraschungen und die Prämisse ist ziemlich simpel: die Auflösung auf 1080p hochgedreht, alle DLCs mit in das Spiel gepackt, die Texturen und Animationen ein kleines bisschen optimiert – fertig ist das Remastered. Wirkliche Grafiksprünge solltet ihr folglich auch nicht erwarten und so sieht Resident Evil 5 auf PS4 und Xbox One zwar nicht schlecht, aber doch recht betagt aus, gerade im Vergleich zum optisch wesentlich detaillierteren und moderneren Nachfolger – der allerdings auch das schlechtere Spiel ist.

Survival-Action statt Survival-Horror

Die Rettungsmission von Muskelprotz Chris und seiner Begleiterin Sheva in Afrika fühlt sich trotz Actionfokus deutlich mehr nach Resident Evil an: es gibt nicht so viel Munition, weniger, dafür stärkere Feinde, mehr Dunkelheit, größere und mächtigere Bossgegner – und die aus Teil 4 bekannte, leicht panzerartige Steuerung, bei der man sich während des Zielens und Nachladens nicht bewegen kann. Das mag für heutige Verhältnisse und gerade auch im Vergleich zu Teil 6 veraltet wirken, macht aus Resi 5 aber ein viel intimeres, viel interessanteres Actionspiel, in dem es nicht nur auf Timing und Präzision, sondern auch auf Taktik, cleveres Munitions- und Inventarmanagement ankommt. Viele dieser Vorteile ergeben sich gerade aus dem Festhalten an schon im Jahr 2009 alten Mechaniken wie einem Inventar, das beim Öffnen nicht das Spiel pausiert, oder dem Fehlen einer Ausweichtaste.

Packshot zu Resident Evil 5Resident Evil 5Erschienen für PS3, Xbox 360, PC, PS4 und Xbox One kaufen: ab 8,75€

Teamwork war damals so wichtig wie heute, vor allem dann, wenn man direkt auf dem härtesten Schwierigkeitsgrad „Veteran“ startet. Es ist zudem der Grund dafür, warum Resi 5 auch sieben Jahre nach seiner Veröffentlichung noch so ein großartiges Coop-Abenteuer ist. Wenn jeweils ein menschlicher Spieler in die Rollen von Chris und Sheva schlüpft, sich beide intelligent auf den oft relativ offenen Gebieten verteilen, die langsam heranwackelnden Zombie-Eingeborenen anlocken und per Kopfschuss ausschalten, dann macht das einfach einen Heidenspaß, zumal man nicht dazu gezwungen wird, stets aufeinander zu kleben. Hier und da gabelt sich sogar der Weg für beide Spieler – sehr cool.

Resident Evil 5 - Zurück nach Afrika

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Egal ob auf PS3 oder PS4: Resi 5 ist langsam – und das ist auch gut so.
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Offline und mit der KI im Schlepptau fällt der Spaß ein wenig ab: Sheva stellt sich häufig ziemlich doof an, rennt sich in Gegnern und Hindernissen fest oder ist gefühlt mehrere hundert Meter hintendran, wenn man mal wieder gemeinsam eine Tür öffnen muss. Daran hätte Capcom für die überarbeitete Version noch ein wenig dran schrauben können, auch wenn der Coop natürlich die erste Wahl sein sollte.

So ist Resident Evil 5 auf der PlayStation 4 und Xbox One wie schon sein Nachfolger vor ein paar Monaten keine überragende oder besonders außergewöhnliche, dafür aber eine durchaus kompetente Umsetzung des Originalspiels, das ihm in eigentlich allen Punkten fast ein zu eins treu bleibt – bis auf die höhere Pixelzahl.