Horrorfans kennen und lieben sie: Die Rede ist von der äußerst beliebten Resident Evil-Serie - in japanischen und US-amerikanischen Breitengraden Biohazard genannt -, die seit ihrem gelungenen Start auf der altehrwürdigen ersten PlayStation Freunde des wahren Horrors in ihren Bann zieht.

Mit dem "neuesten" vierten Teil konnten bereits auf dem Gamecube und der PS2 große Erfolge gefeiert werden, manche halten Resident Evil 4 gar für den besten Teil der gesamten Serie, die auch vor Spin-offs nur so strotzen kann. Da war es selbstverständlich nur eine Frage der Zeit, bis auch für den PC eine entsprechende Umsetzung erscheint. Und hier ist sie: Warum sie aber nicht mit den Konsolenversionen mithalten kann, verrät Euch unser Review!

Resident Evil 4 - Teil 4, 5 und 6 für PS4 und Xbox One5 weitere Videos

Sieht (fast) noch so aus wie früher...
Inhaltlich hat sich gegenüber der Gamecube- und PlayStation 2-Fassung nichts geändert: Nach wie vor verschlägt es uns als Leon Kennedy - Serienfans seit Resident Evil 2 ein Begriff - nach Europa, um dort die entführte Tochter des US-Präsidenten zu finden und wieder unbeschadet nach Hause zu bringen.

Resident Evil 4 - Dieses Spiel ist der wahre Horrortrip - leider auch seine Steuerung...

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Das war der Erste, und es werden noch Viele folgen.
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Doch von Anfang an hat Leon ein komisches Gefühl bei der ganzen Sache: Hinweise auf den Verbleib von Ashley - so der Name der reizenden Tochter des mächtigsten Mannes der Welt - führen zu einem mysteriösen Dorf abseits jeglicher Zivilisation. Als dann auch noch der Wagen der Polizeieskorte spinnt, die unseren Protagonisten zum Zielort bringen soll, kommt das grausame Abenteuer in Fahrt.

Wir starten in einem kleinen Waldstückchen und kommen... tja, irgendwie gar nicht vorwärts. Denn die Steuerung wurde für den PC "angepasst", allerdings auf eine Art und Weise, die eher auf eine rasche Portierung -war es wegen der langen Umsetzungszeit überhaupt nicht - schließen lässt, als auf einen gewissenhafte Auseinandersetzung mit den Unterschieden zwischen Controller- und Tastatursteuerung. Verknotungen sind an der Tastatur leider vorprogrammiert und führen oft in unmögliche Situationen.

Doch einen echten Fan kann dies nicht abschrecken und siehe da: Nach einer gewissen Einarbeitungszeit wird man allmählich "warm" mit der etwas zu komplizierten Steuerung. Was uns hier nur noch stört, ist der fehlende Mouse-Support, der das genauere Zielen um einiges schwerer macht.

Auf's Maul?
Doch nun gut: zurück zum Abenteuer. Nach anfänglichen Beschwerden treffen wir auf das erste Haus und beschließen, einen Blick hineinzuwerfen - die Gastfreundschaft in Europa soll ja nicht von schlechten Eltern sein. Ist sie aber scheinbar doch, denn statt einem gedeckten Tisch und freundlichen Gesichtern erwarten uns bereits beim ersten ominösen "Gastgeber" eine Mischung aus Wut und Waffengewalt.

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"Bin ich schon tot?" Nee, aber gleich!
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Denn der Freak stürmt sofort auf uns zu, ohne dass wir auch nur ein Wort sagen können. Das lassen wir uns natürlich nicht gefallen und strecken den Bastard nieder. Böse Erinnerungen werden wach: Die Attacke lässt auf einen Zombie schließen, die Leon seit den Ereignissen in Racoon City - Teil 2 der Serie - nur zu gut kennt. Dennoch sieht der Einheimische nicht aus wie ein Untoter.

Während wir uns fragen, was hier eigentlich los ist, bemerken wir, dass unsere Eskorte bereits abgemurkst wurde und wir nun eine Menge Ärger heraufbeschworen haben. Denn ein mit Fackeln und allerlei Mordwerkzeugen ausgestatteter Mob ist bereits auf dem Weg, das Haus zu stürmen. Und ab hier wird es erst richtig ungemütlich: Willkommen im schlimmsten Alptraum, den man sich nur vorstellen kann!

Damit sind nicht nur die Scharmützel mit den wütenden Gegnern gemeint, sondern auch die technischen "Einschränkungen", die man aus Gründen, die uns nicht in den Kopf wollen, gemacht hat. Grafisch gewinnt die PC-Fassung gegenüber den Vorlagen keinen Blumentopf: Auf den eher schwachbrüstigen Konsolen wurde mit Resident Evil 4 das Letzte an optischer Pracht herausgeholt.

Das war einmal...
Atmosphärische Lichteffekte, gelungene physikalische Aktionen, Tiefenunschärfe sowie Mipmapping: Das Spiel war grafisch für PlayStation 2- und Gamecube-Verhältnisse eine kleine Revolution. Niemand hätte gedacht, dass man aus den alten Kisten noch so viel herauskitzeln könnte. Und nun das!

Fehlende Kantenglättung, detailarme Texturen und eine einfache Beleuchtung: Das passt einfach nicht zum Rechenknecht anno 2007 und ist ein Schlag ins Gesicht für wartende Fans. Dadurch büßt Resident Evil 4 leider einen großen Teil seiner an sich tollen Gruselatmosphäre ein.

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In Resident Evil 4 geht es nicht zimperlich zu.
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Denn abgesehen von den gerade erwähnten "Anpassungen" ist der vierte Teil auch auf dem PC eines der spannendsten Horror-Abenteuer der letzten Zeit. Das Gefühl des ständigen Schreckens ist allgegenwärtig und lässt den Spieler immer wieder aufs Neue zusammenzucken. Die Bösewichter sind nämlich nicht nur zahlreich, sondern auch recht intelligent.

Verschanzen wir uns beispielsweise in einem Haus, finden die lieben Gastgeber immer einen Weg, uns einen Kopf kürzer zu machen. So werden Leitern errichtet, Türen aufgebrochen oder Fenster eingeschlagen: Wirklich sicher ist man eigentlich nie. Und selbst wenn wir einen Schrank vor die Eingänge schieben, findet sich meist immer jemand, der eine Kettensäge sein Eigen nennen kann und das gute Stück einfach zersägt. Das nennen wir einen echten Thrill!

Revolution der Nackenhaare
In den Kampf ziehen wir gegen alle möglichen Gegnertypen, die nur einem kranken Kopf entstammen können. Während wir für die "normalen" infizierten Bewohnern - alten und jungen Männern und Frauen -oftmals nur ein müdes Lächeln übrig haben, zucken wir spätestens dann zusammen, wenn das Rattern einer Kettensäge zu hören ist.

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Sieht alles ein bisschen steril aus. Die einfache Beleuchtung kostet Atmosphäre.
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Ist diese auch nur in Reichweite, kann Leon noch so viel Health auf den Rippen haben - mit einem Streich kostet uns Unachtsamkeit wortwörtlich den Kopf. Auch die Zwischengegner sind nicht von ungefähr: Da wäre zum einen das Seeungeheuer "El Lagos" oder der harte Kampf gegen das Oberhaupt des Dorfes. Richtig dick kommt es vor allem gegen Ende im mehrteiligen Gefecht mit dem hochrangigen Krauser, der so ganz nebenbei noch etwas mit der Verschwörung zu tun hat.

Unterstützt wird die gelungene Atmosphäre vom tollen und gruseligen Soundtrack, dem grausamen Gestöhne der "Zombies" - genau genommen sind es ja keine - sowie wuchtigen Explosionen. Gesprochen wird übrigens in Englisch, dennoch gibt es deutsche Untertitel ohne erkennbare Übersetzungsfehler.

Da kommt ja noch was!
Haben wir dann endlich Ashley gefunden, müssen wir sie beschützen - koste es, was es wolle. Denn wenn sie stirbt, endet unser Abenteuer. Damit das nicht passiert, können wir ihr in der Hitze des Gefechts beispielsweise den Befehl geben, sich in einem Container zu verstecken. Außerdem dürfen wir uns hie und da mit frischen Waffen und Items bei einem Händler eindecken, dem einzigen "normalen" Menschen auf der Insel.

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Sieht zwar nicht schlecht aus, aber gegen die Konsolenfassungen gewinnt Resident Evil 4 auf dem PC keinen Blumentopf.
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Den Schwierigkeitsgrad der Rätsel betreffend, ist Resident Evil 4 der einfachste Teil der Serie. Wenn Nachdenken nicht hilft, dann tut es oftmals auch das simple Ausprobieren. Lässt man die geistigen Herausforderungen einmal beiseite, ist Teil 4 in etwa gleich schwer wie seine Vorgänger. Denn Munition gibt es nie im Überfluss, und auch die Gegner sterben nicht bereits nach dem ersten Schuss. Hinzu kommt eine künstliche "Härte" durch die etwas komplizierte, aber glücklicherweise frei konfigurierbare Steuerung.

Darf man sich dann zu den Glücklichen zählen, die es bis zum Ende geschafft haben, kann man sich neben zusätzlichen Waffen für ein erneutes Durchspielen noch auf fünf Bonuskapitel mit der Auftragskillerin Ada freuen, deren Ereignisse sich mit denen von Leon überschneiden. Andere Bonusspiele - wie etwa "The Mercenaries" oder "Seperate Ways" - fehlen wie schon in den deutschen Konsolenfassungen in der hiesigen PC-Version. Ansonsten blieb Resident Evil 4 aber unangetastet und gehört somit auf keinen Fall in Kinderhände. Gerade der Kettensägeneinsatz sowie abgesprengte Köpfe sind starker Tobak.