Remedys Executive Vice President Aki Järvilehto hält nicht all zu viel von mobilen Spielkonsolen. Das zumindest wird in einem Interview deutlich, in dem er sagt, dass die traditionellen Handheld-Konsolen sich selbst neu erfinden müssten, damit sie im Wettbewerb mit dem immer schneller wachsenden Markt der Smartphones und Tablet-PCs mithalten könnten.

Remedy Entertainment - PSP und DS müssten sich selbst neu erfinden, um mithalten zu können

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Spiele werden auf iOS-Geräten immer beliebter. Ob die Spieleindustrie hier nun aber um ihre Existenz fürchten muss, ist zu bezweifeln.
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Remedy, Entwickler des Xbox-360-Titels Alan Wake, veröffentlichte erst kürzlich sein Debüt-Spiel Death Rally für iPhone und iPad - und landete damit in über 34 Ländern direkt einen Nummer-1-Erfolg in Apples App Store. Järvilehto sagte, dass viele der Smartphones und Tablets den Spielern „unglaubliche Werte anbieten.“

„Momentan kann man tonnenweise Spaß für iOS-Geräte kaufen. Und das zum Preis eines einzelnen Spiels für eine Handheld-Konsole. Verdammt, du kannst tonnenweise Spaß für umsonst haben, wenn er mit werbebasierten Konzepten vertrieben wird. Darum denke ich, dass die traditionellen Handheld-Konsolen sich komplett neu erfinden müssen, wenn sie im Wettbewerb mithalten wollen.“

Nimmt man an, dass ein Spiel für den Nintendo DS oder die PlayStation Portable etwa 30-40 Euro kostet, dann bekommt man dafür tatsächlich eine ganze Menge iOS-Spiele, wenn man einen Durchschnittspreis von 79 Cent annimmt.

Im Gegensatz zu kritischen Stimmen in der Spieleindustrie, wie beispielsweise Silicon-Knights-Geschäftsführer Denis Dyack, der davon ausgeht, dass die Spiele im App Store die Industrie auf eine sehr negative Art und Weise beeinflussen, hält Järvilehto ihren Einfluss sogar für recht positiv.

„Ich denke, der Markt verändert sich auf eine radikale Art und Weise. Zugangsbarrieren werden wortwörtlich weggesprengt. Neue Geschäftsmodelle boomen und das ist nicht entwertend.

Facebook verändert das Spielen auf gewaltige Art und Weise, indem eine komplett neue Zielgruppe angezogen wird, die mehr Casual- und Social-Games spielen. Ich kann nicht sagen, wie die Tatsache, dass die Mainstream-Kunden nun endlich von unserer Industrie erreicht werden, negativ wäre. Ist das nicht das, was wir schon immer gehofft haben?

Spiele und spielen als ein Erlebnis verändert sich ganz bestimmt - Plattformen entwickeln sich und Entwickler und Kosumenten entwickeln sich mit ihnen. Auf iOS glauben wir, dass es etwas total fantastisches ist, ein Spiel wie Death Rally kaufen zu können: Sechs Stunden spielen in Konsolenqualität mit einer hochwertigen Produktion für nur 79 Cent.“

Die Zielgruppe scheint auch nicht sonderlich klein zu sein. Eine kürzlich veröffentlichte Studie geht von etwa 63 Millionen Spielern auf iOS-Geräten innerhalb Europas aus, die alle zusammen etwa fünf Millionen Spiele pro Tag herunterladen.

Damit ist sicherlich nicht das Ende der Handhelds angebrochen, denn immerhin gibt es von ihnen auch noch einige Millionen und insbesondere Nintendo verkaufte im letzten Quartal 2010 immer noch doppelt so viele Geräte (Heim- sowie Handheldkonsolen zusammen), wie Microsoft und Sony zusammen. Der Markt mag sich also umstrukturieren, aber wohlmöglich geht es nicht ganz so schnell, wie Aki Järvilehto es vermuten mag.