In Hamburg trafen wir auf einen gut gelaunten Jason Vandenberghe, der als Creative Director in den letzten Monaten mit der Fortsetzung von Red Steel beschäftigt war. Bei der Einführung der Wii war Red Steel als Shooter angepriesen, der die Möglichkeiten von Nintendos neuer Konsole offenbaren sollte – und letzten Endes wohl auch ein Grund war, warum die FPS-Fans lieber weiterhin Tastatur und Maus benutzen. Die Wii eroberte sich ihren Platz als Allerweltskonsole und schicker Zappelkasten, während Ubisofts Versuch, einen knallharten Shooter zu etablieren schnell als mitleidige Erinnerung verblasste.
Man sollte also meinen, der quirlige Spielemacher mit den langen Haaren und dem gefährlich aussehenden Bart müsste unter gewaltigem Druck leiden. Doch weit gefehlt: Enthusiastisch verkündet er uns: „Es ist soweit fertig. Das Spiel ist jetzt dort, wo wir es haben wollten – und es ist verdammt gut!“. Einer Veröffentlichung Ende März soll also nichts mehr im Wege stehen.
Das schreit nach einer eingehenden Untersuchung, denn schließlich muss Red Steel 2 mehr drauf haben, als nur den Ruf eines mittelmäßigen Ballerspiels mit Bewegungsaktivität wiederherzustellen. Ein ganzes Genre traute sich nach der Einführung mehr so recht, die Wiimote zu einer Pistole umzufunktionieren, sieht man einmal von den Railshootern á la Dead Space Extraction oder House of the Dead ab.
Als erster großer Unterschied wird Kennern des ersten Teils wohl der neue Look auffallen. Die Entwickler wollten weg vom Realismus und entschieden sich für ein Cel-Shading-Antlitz. Dieser Stilwechsel unterstreicht sogar noch ein wenig das neue Setting, das man vielleicht als „Western meets Eastern“ beschrieben könnte. „Realismus ist zwar eine coole Sache, aber Cel-Shading ist ein mindestens ebenso aufregender Stil“, erklärt Vandenberghe dann auch sogleich die neue Umgebung. In der Tat passt die Comic-Welt prima zu dem etwas absurd anmutenden Setting, das wir am ehesten aus abseitigen Italo-Western kennen. Colt oder Katana sind also die Waffen der ersten Wahl.
Jason Vandenberghe ist Creative Director von Red Steel 2.Die Stadt, die alle Gegensätze vereint, heißt Caldera. In ihr reihen sich Saloons wie aus dem Wilden Westen neben chinesischen Pagoden, japanischen Dojos und sogar neben Tankstellen. Man befindet sich also in der heutigen Zeit und bekommt ebenso Gelegenheit, mit explosiven Gegenständen zu jonglieren. Auf diesen gottverlassenen Fleck Erde hat das Schicksal nun unseren Helden geschubst. Er kommt gerade recht, denn viel vom früheren Flair hat Caldera nicht mehr. Ein fieser Boss tyrannisiert alle Bewohner, die noch nicht ihre Siebensachen gepackt und sich einen gesunderen Wohnort gesucht haben. Als kerniger Haudegen kommen uns solche Gestalten natürlich gerade recht, um mal wieder richtig aufräumen zu können.
Der neue Cel-Shading-Stil passt besser als der Yakuza-Look im ersten Teil.Dass es uns nicht allzu leicht gemacht wird, sehen wir schon sehr bald: Der fiese Obermotz hat nämlich unsere Kameraden auf dem Gewissen, die seinerzeit einen mächtigen Kriegerclan bildeten. Eine bessere Gelegenheit, gründlich Rache zu üben, wird es wohl kaum geben. Dem Showdown im von Canyons gesäumten Wüstenkaff steht aber eine ganze Horde Schergen im Weg, die als Jackals gefürchtet sind. Wir werden also nicht nur einmal alles aufbieten müssen, um unsere verblichenen Mitstreiter sühnen zu können. Hier lugen an vielen Ecken allerhand Genre-Zitate aus Filmen wie Kill Bill hervor. Der Coolness-Faktor steigt.

Jelow03.02.2010 11:52
Fanatic03.02.2010 10:05
seden03.02.2010 09:28
Alph03.02.2010 09:17
jörg03.02.2010 09:14
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