Dollar, überall Dollar. Dicke, schwere, rostige Münzen. So weit das Auge blickt: in hölzernen Straßensperren, in Müllsäcken, in Tonnen und Kisten. Wie Konfetti sprudeln sie heraus, wenn man auf all die Levelobjekte schießt oder das Katana durchzieht. Hmmm.... wie zum Teufel quetscht unser Herr Martial-Arts-Westernheld einen 200.000 Dollar schweren Münzvorrat unter seinen Mantel?
Die Schwertkämpfe funktionieren präzise, schnell und dynamisch, der Rest enttäuscht.FazitEigentlich total unwichtig. Er schleppt die Kohle eben, ohne mit der Wimper zu zucken. Genau genommen sagt er kaum einen Ton. Starrt ebenso wort- wie emotionslos aus zwei Schlitzen unter dem ins grimmige Gesicht gezogenen Hut hervor. Stochert und schießt sich zehn Stunden lang durch eine Wildwestwelt, die mit all ihren Steampunk-Anleihen und der offenen Levelstruktur so verlockend, so spannend gefüllt sein könnte. Ist sie aber nicht, denn zwischen flackernden Reklametafeln und knirschenden Zahnrädern, Cola-Automaten, Saloons und dem täglichen Gruß des Tumbleweeds haben die Designer eins vergessen: die Seele.
Je nachdem, wie ihr die Schwerthand haltet, blockt ihr horizontal, vertikal oder irgendwo dazwischen.Deswegen ist es auch fast schon Nebensache, dass ich gerade zum achten Mal drei Banditentrupps in den Eimer ballern muss. Oder dass es zum fünften Mal heißt: „Erledigt: 7/10“. Ubisoft serviert hier unheimlich viel Beliebiges, eine ganze Menge aus der Retorte für farb- und herzloses Missionsdesign, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie man anspruchsvolle Spieler wirklich packt: mit starken Momenten, mit Geschichten, mit kräftigen Gesichtern und noch kräftigeren Auftritten.
Das Intro foppt die Neugier wenigstens ein bisschen und begrüßt Mr. „Swordsman“ mit der vollen Breitseite. Als er da wie der Wurm am Haken von einem Motorrad durch die staubige Einöde gezogen wird, prollige Explosionen den Weg säumen und das Gelächter des Jackal-Gangmitglieds auf dem Feuerstuhl unerträglich wird, wirkt das wie ein eindeutiges Statement: „Fuck you! Du bist hier nicht willkommen, also zieh Leine.“ Tut er natürlich nicht. Sondern: Bombt sich irgendwie aus der Misere … und … tja, da steht er plötzlich. Das waren wirklich rasante drei Minuten, aber sobald man endlich selbst den Herrn Schwertkämpfer steuern darf, verliert Red Steel 2 an Tempo, an Brisanz und schlagartig auch an Attraktivität.
Lässt euch nie in Ruhe: der kauzige Meister im Dojo, der euch "unterrichtet".Ähnlich wie Borderlands schmeißt es mich in eine Wüstenstadt irgendwo im Nirgendwo, die genau so wenig aufregend ist, wie es der erste Blick vermuten lässt. Statt mit Informationen über den Hauptcharakter, die Spielwelt oder ihre Bewohner auch nur ein Fünkchen Interesse zu schüren und der Neugier wenigstens ein paar Brocken in den Rachen zu werfen, holen die Entwickler den Friss-oder-stirb-Hammer raus. Man muss einfach akzeptieren, dass die Kulisse so ist, wie sie eben ist, dass sie erzählerisch kein bisschen auf eigenen Beinen steht oder, noch besser, eine eigene Geschichte erzählt. Caldera oder so heißt das Kaff. Who cares?
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Die Story ist bei all diesen Spielen nur belanglos bis peinlich.
Wer eine fesselnde anspruchsvolle Story will spielt kein Actionspiel und guckt keinen Actionfilm. Spieler die auf Anspruch stehen sollten eher zu Fragile Dreams greifen.
Na ja vllt. irgendwann wenn es billiger wird. ^^