Wenn auf dem Mars eine kriminelle Organisation Minenarbeiter unterdrückt, eine Rebellion ausbricht und in einer zerstörbaren Levelumgebung ganze Gebäudekomplexe zerlegt werden können, weiß der erfahrene Shooterfreund: Hier kann es sich nur um Red Faction handeln. Jetzt geht das Actionspiel von Volition unter dem Titel „Red Faction: Guerrilla“ auf dem PC in die dritte Runde und feiert gleichzeitig sein Debut auf PS3 sowie Xbox 360. Nebenbei soll es außerdem im Action-Genre neue Maßstäbe setzen.

Das nächste große Ding also oder doch viel Lärm um nichts? Wir konnten uns nun erstmals ein Bild vom explosiven Spielgeschehen machen: Publisher THQ lud uns zwar nicht auf den Mars, dafür aber immerhin auf eine Präsentation nach London ein, wo Volitions Vizepräsident Dan Cermak sowohl Videos zu Spielsequenzen als auch erste Details zur Hintergrundgeschichte des Shooters enthüllte.

Red Faction: Guerrilla - DLC 2 Trailer28 weitere Videos

Abrissarbeiten für Fortgeschrittene

„Bevor ich euch das Spiel zeige, möchte ich gern demonstrieren, wie in anderen Shootern Gebäude zerstört werden“ beginnt Dan seine Präsentation. Was folgt, ist ein Potpourri verschiedenster Hausabrisse und Explosionen, das jeden Sprengmeister vor Neid erblassen lassen würde. Dan ist aber damals nicht etwa an einem Architekturstudium gescheitert und hegt nun einen Groll gegen sämtliche Gebäude, sondern will uns auf etwas ganz bestimmtes aufmerksam machen.

Red Faction: Guerrilla - Explosionsgefahr: Der dritte Teil des Shooters soll das Schadensmodell revolutionieren.

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So sieht physikalisch korrekte Zerstörung aus.
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„In den gezeigten Beispielen stürzen Gebäude nicht realistisch in sich zusammen, sobald sie von einem Geschoss getroffen werden“ führt er aus. „Stattdessen fliegen zum Beispiel einfach die vier Wände und das Dach weg, als ob es ein Fertigbausatz gewesen wäre und die herumfliegenden Teile stören den Protagonisten nicht einmal, da sie durch ihn hindurchfliegen.“ In der Tat würde die Explosion eines realen Gebäudes anders aussehen als in den gezeigten Beispielen. Hier setzt Red Faction: Guerrilla an.

Dan berichtet: „Wir haben ein Physics-Destruction-System eingebaut. Im Gegensatz zu anderen Shootern orientiert sich das Spiel an physikalischer korrekter Zerstörung“. Will heißen: Schießt ihr zum Beispiel gegen eine Wand, bekommt diese je nach Durchschlagskraft der Waffe ein mehr oder weniger großes Loch. Wird das Gebäude zu instabil, stürzt es ein – ohne dass die einzelnen Wände und das Dach einzeln in hohem Bogen davonfliegen und dann einfach verschwinden.

Packshot zu Red Faction: GuerrillaRed Faction: GuerrillaErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Hört sich gut an, umsichtig vorgehen sollte man aber trotzdem: „Es ist durchaus möglich, dass euer Charakter von herumfliegenden Trümmern erschlagen wird, wenn ihr nicht aufpasst“ warnt Dan. Immerhin gilt dies gleichermaßen für die Gegner im Spiel, so dass unter Umständen auch andere Vorgehensweisen als stumpfe Ballerei zum gewünschten Effekt führen können.

Konsequente und vielversprechende Weiterentwicklung der beiden Vorgänger. Shooterfreunde sollten schon allein wegen der zerstörbaren Umgebung einen Blick riskieren.Ausblick lesen

(Fast) grenzenlose Freiheit auf den Mars

Bevor wir ein Level zu Gesicht bekommen, kommt Dan zunächst auf die Story zu sprechen: Wie bereits der erste Teil der Reihe verschlägt euch Red Faction: Guerrilla erneut auf den Mars. Seit den Geschehnissen des ersten Teils sind 50 Jahre vergangen und alles wäre traumhaft, wäre da nicht die Earth Defense League – kurz: EDF, welche die Bevölkerung unterdrückt. Der Spieler wird wieder einmal in die Reihen der Red Faction Bewegung versetzt, die sich gegen die tyrannische EDF zur Wehr setzt und für die Freiheit der Bevölkerung kämpft.

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Neben dem neuen Open World System wurde auch die Perspektive gewechselt.
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Der Mars hat sich mittlerweile verändert: Durch gewaltige Anstrengungen im Bereich des Terraforming konnten Teile der Planetenoberfläche bewohnbar gemacht werden, die ihr fortan in einem Open-World-System erkunden könnt. Der Kampf führt euch von den abgelegenen Bergwerken bis hin zur strahlenden Hauptstadt Eos, in der die EDF ihre Verwaltung errichtet hat. Dementsprechend groß ist auch die Welt, in der ihr euch bewegt. Um einmal über die gesamte Karte zu laufen, würde euer Charakter über eine Stunde benötigen.

Das eigentlich Interessante: Das gesamte Spielgeschehen läuft simultan ab. Auf der unerbittlichen Marslandschaft trefft ihr auf patrouillierende Streitkräfte der EDF, Anhänger der Red-Faction-Bewegung sowie unterdrückte Siedler. Durch das Open-World-System könnt mehr oder weniger machen, was euch gerade in den Sinn kommt: Egal, ob ihr die Story vorantreiben oder erst ein paar Nebenaufgaben lösen wollt, alles ist möglich, sämtliche Aktionen haben Einfluss auf die Spielwelt.

Wir sprengen die EDF völlig weg

Bereits die beiden Vorgänger zeichneten sich durch die GeoMod-Engine aus, die eine zerstörbare Levelumgebung ermöglichte. Fans kritisierten allerdings, dass diese viel zu selten genutzt wurde – das soll sich jetzt ändern. Red Faction: Guerrilla basiert auf der Havoc-Physik-Engine und zahlreichen extra programmierten Modulen, die zusätzliche Leistung versprechen sollen. „Ihr könnt im Red Faction: Guerrilla sämtliche Gebäude und Fahrzeuge zerstören“, erzählt Dan. Oftmals gehört es sogar zum Ziel einer Mission, ein bestimmtes Gebäude lahm zu legen. Und wie das geht, wird umgehend demonstriert.

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Auch Fahrzeuge können von euch benutzt und zerstört werden.
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Dan präsentiert uns eine Mission in der es darum geht, einen Funkturm zu zerstören und so das Eintreffen des gegnerischen Nachschubs zu unterbinden. Dabei zeigt sich, dass die KI deutlich aufgepeppt wurde und intelligent mit der Umwelt agiert. Die feindlichen Soldaten rennen nicht stumpf auf uns zu, sondern verstecken sich hinter Gebäuden und Autos, die übrigens genauso wie Maschinen und improvisierte Waffen vom Spieler benutzt werden können.

Im Vergleich zu den beiden Vorgängern fällt außerdem der Wechsel von der First-Person zur Third-Person-Perspektive auf, die den rasanten Guerillakampf übersichtlicher erscheinen lässt. Zurück zur Mission: Auf dem Weg zum Funkturm bahnen wir uns den weg durch andere Gebäude und sprengen uns dabei schon mal ein Loch ins Dach, falls wir nicht durch die Tür hereinkommen können. Am Ziel angekommen, befestigen wir Sprengstoff am Turm und sehen zu, wie er in Schutt und Asche versinkt.

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Natürlich wird es auch einen Mehrspielermodus geben.
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Red Faction: Guerilla wird neben der Solokampagne auch einen Mehrspielermodus bieten, an dem bis zu 16 Spieler teilnehmen können werden. Im Mittelpunkt steht dabei die zerstörbare Umgebung, die neue Spielzüge möglich machen soll. Einen Kooperationsmodus soll es dagegen leider nicht geben – schade, es wäre sicherlich spaßig, zusammen mit einem Freund die EDF zu bekämpfen.

Und die Grafik? Die kann sich zwar nicht mit einem Crysis messen, ist aber dennoch bereits in dem frühen Spielstadium sehr hübsch anzusehen und auch die Explosionseffekte brauchen sich nicht zu verstecken. Bleibt nur zu hoffen, dass das Spiel nicht wie schon die beiden Vorgänger zensiert wird oder gar auf dem Index landet.