Wir Deutsche gelten als wahre Aufbaumeister. Ob persönliches Eigenheim im echten Leben oder ganze Städte in virtuellen „Siedler“- und „ANNO“-Welten: Wenig bereitet uns dem Klischee zufolge mehr Freude, als „Häusle zu bauen“. „Red Faction: Guerrilla“ müsste uns also eigentlich Trauertränen in die Augen treiben. Denn nichts anderes als die physikalisch korrekte Zerstörung möglichst vieler Bauwerke steht hier auf der Agenda. Dass dieses völlig „undeutsche“ Spielprinzip trotzdem diebische Freude bereiten kann, haben die Xbox 360- und PlayStation 3-Versionen bereits im Juni bewiesen. Als letzter im Plattform-Bunde wartet nun die PC-Fassung auf sprengfreudige Abrissexperten.
Sprengmeister und Rebellenanführer in Personalunion: Da bleibt leider zu wenig Zeit für Storybindung und Atmosphäre.FazitInhaltlich gleicht das PC-„Red Faction: Guerrilla“ seinen Konsolenbrüdern erwartungsgemäß wie ein Zwilling dem anderen. Hier wie dort wird in zahlreichen monotonen Nebenmissionen und 20 weit abwechslungsreicheren Hauptquests zerstört, was Hammer und Minen hergeben. All das physikalisch nachvollziehbar und spektakulär, versteht sich. Werden Gebäude immer mehr tragender Pfeiler beraubt, neigen diese sich erst bedrohlich, um schließlich in krachendem Getöse vollends umzukippen. Übrig bleiben Schrottteile, die eingesammelt und gegen neue Waffen, Upgrades und stärkere Rüstung eingetauscht werden können.
Romantische Ader: Durch Gipfel scheinende Sonnenstrahlen gibt es nur auf dem PC.Ebenso bekannt wird Konsolen-Zockern die frei begehbare, aber leicht monotone Spielwelt vorkommen. Die wirkt trotz zahlreicher umher fahrender Boliden und schier endloser Gegner seltsam leblos. Charaktere mit Profil und stimmungsvolle Dialoge gibt es genau so wenig wie optischen Abwechslungsreichtum. Vielmehr fungiert die Welt als riesige Spielwiese, auf der Zocker ziemlich alles zerstören dürfen, zur wohligen Abwechslung selbst Niet- und Nagelfestes. Einzige Einschränkung: Gelände-Deformationen erlaubt die Engine nicht.
So sind es auch auf dem PC hauptsächlich die nie langweilig werdenden Sprengorgien, die immer wieder zum Spielen einladen. Dass die Inszenierung und die Story da nicht mithalten können, scheint anfangs belanglos, wirkt sich mit voran schreitender Spieldauer aber immer stärker auf die Motivation aus. „Red Faction: Guerrilla“ ist effektreiches Popcorn-Kino zum Selberspielen, dem das nötige Quäntchen Atmosphäre fehlt. Action-Puristen mag das freilich nicht weiter stören. Zeitgemäß ist es aber nicht!
von THQ, VolitionGenre: Action, Ego ShooterPC, PS3, XBox 360: 5.6.2009Offizielle WebseiteFreigegeben ab 18 Jahren
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bitte nachbessern.
Gruß, Moritz.
Also das Story und Spielteife Konsolenspielern "traditionell" egal sein soll, das höre ich zum ersten mal. Das einzige was auf Konsolen oft flöten geht ist Komplexität, aber sonst gibt es viele Konsolenspiele, die eine bessere Story und Spieltiefe haben als viele PC-only-Spiele.
Ansonsten verstehe ich den Unterschied zwischen Konsole und PC - Wertung auch nicht wirklich. Müsste es nicht eher umgekehrt aussehen? Auch wenn zwei verschiedene Tester dran saßen kann die deutlich bessere Version keine schlechtere Wertung einfahren als die frühere Fassung des Spiels, das ist doch irgendwo unlogisch, vorallem deshalb weil dieser Wiederspruch innerhalb einer Redaktion zustande kommt. Bei unterschiedlichen Testern verschiedener Seiten/Zeitschriften ist es relativ klar, dass Wertungen abweichen und vielleicht ein Konsolenhit bei einer PC-only Redaktion viel weniger bekommt als das Original bei einer Konsolenzeitschrifft. Oft ist die schlechtere Wertung aber bedingt durch PC-technische Umsetzungsmacken, diese scheinen hier nichtmal in die Wertun mit eingegangen zu sein (im Fazit wird die unsaubere technik nicht mehr als minus aufgeführt, im text aber angesprochen). Also wenn die Fehler, die die Wertung bestimmt haben, die selben sind wie in der Konsolenfassung und das restliche Game aber viel mehr Neuerungen hat, wie kommts dann, dass es eine niedrigere Wertung bekommt?
Mehr erwartet vor allem in Hinsicht Story und Spieltiefe was Konsolenspielern ja traditionell ehr egal ist.