Die britische Internetseite Trusted Reviews hat sich nach einem Leak bezüglich Red Dead Redemption 2 mit Publisher Take-Two Games darauf geeinigt, über eine Million Pfund zu spenden.

Das war dann wohl ein ungleicher Kampf David gegen Goliath

Es ist eine Meldung, die zunächst schockiert: Die britische Gaming- und Tech-Seite Trusted Reviews hat sich nach Veröffentlichung von Leaks zu Rockstar Games' gerade erschienenem Red Dead Redemption 2 Anfang dieses Jahres mit Publisher Take-Two Games darauf geeinigt, einen Betrag von über eine Million Pfund zu spenden. Die Seite gehört zu TI Media, einem führenden britischen Digital- und Printverlag mit jährlich über 350 Millionen verkaufter Exemplare.

Besagter Artikel befindet sich nicht mehr auf der Seite, stattdessen kann man nun folgende Entschuldigung des Verlages lesen:

"Am 6. Februar 2018 haben wir einen Artikel veröffentlicht, der aus einem vertraulichen Unternehmensdokument entnommen wurde. Wir hätten wissen müssen, dass diese Information vertraulich ist und hätten diese nicht veröffentlichen sollen. Wir entschuldigen uns hiermit bei Take-Two Games und haben Sorge dafür getragen, dass so etwas in Zukunft nicht wiederholt wird. Wir haben darüber hinaus zugestimmt, über eine Million Pfund an Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden, die Take-Two Games bestimmen wird."

In dem Artikel ging es unter anderem um die Möglichkeit, Red Dead Redemption 2 komplett aus der First-Person-Perspektive zu spielen, sowie um einen potenziellen Battle-Royale-Modus für die noch nicht erschienene Online-Komponente. Auf Anfrage ließ Take-Two Games lediglich wissen, dass man gegen jede Person und jedes Unternehmen rechtliche Schritte einleite, die oder das vertrauliche und interne Informationen verbreite. "Weil diese Situation Informationen zu Red Dead Redemption 2 beinhaltete, hat Rockstar Games folgende Wohltätigkeitsorganisationen für die Gelder bestimmt: das American Indian College Fund, das American Prairie Reserve und das First Nations Development Institute", so das Unternehmen in einem Statement.

Was bei all dem ungeklärt bleibt, ist die Frage, inwiefern Trusted Reviews rechtliche Linien überschritten haben könnte, um angreifbar für eine Klage von Seiten Take-Two Games zu werden. Inwiefern wurden hier amerikanische oder britische Gesetze gebrochen? Denn sollten die Informationen der Seite zugespielt worden sein, wäre es journalistisch gesehen rechtens, diese zu veröffentlichen. Anders sähe es aus, wäre ein Mitarbeiter der Seite direkt im Beschaffen der Informationen involviert gewesen, egal ob aktiv oder passiv. Solange das nicht geklärt ist, bleibt die Sache vor allem eins: ein furchtbares Beispiel, das - sollte es Schule machen - die Grenzen des Videospielejournalismus verschieben könnte - in negativer Hinsicht.

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