Der Gaming-Journalismus lebt von Leaks und Gerüchten, wie eben jede andere Form des Journalismus auch. Doch auf der anderen Seite sind die Studios und Publisher die Leidtragenden, denen solche Leaks und Gerüchte schaden können, wie Rebellions CEO Jason Kingsley in einem Interview mitteilte.

Rebellion - CEO Jason Kingsley: Leaks und Gerüchte schaden den Unternehmen

alle Bilderstreckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 1/21/2
Rebellions-Gründer und -CEO Jason Kingsley
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der Gaming-Journalismus ist die Brücke zwischen Produzent und Konsument. Die Gamer wollen erfahren, auf was sie sich freuen dürfen und die Publisher und Entwickler wollen, dass die Gamer erfahren, an was und dass sie an etwas arbeiten. Und der Gaming-Journalismus lebt davon, diese Lücke zwischen Sender und Empfänger zu überbrücken. Es ist demnach ein Nehmen und Geben. Allerdings nur so lange, wie ein Publisher kontrollieren kann, was an die Öffentlichkeit darf und was nicht.

Diesem Interesse stehen Leaks und Gerüchte gegenüber, die zwar für Outlets wichtig sind, um sich zu profilieren und auf die sich Leser geradezu stürzen, den Publishern und Studios selbst schaden sie allerdings in den meisten Fällen nur.

"Die Leute unterschätzen die negative Wirkung auf Geschäftspartner"

"Wir sind etwas gespalten in Sachen Leaks und Gerüchte", so Kingsley. "Während sie aus der Fanperspektive schön zu lesen sind, sind sie Fluch und Segen für einen Berufstätigen innerhalb der Industrie. Wenn es um das eigene Unternehmen oder ein Spiel geht, kann eine überraschende Geschichte, die auf Leaks und Gerüchten basiert, eine Menge Ärger bedeuten. Es gibt sehr gute Gründe, warum Entwickler dazu tendieren, ihre Informationen sehr sorgsam zu enthüllen. Es ist keine heimtückische PR-Verschwörung, um eine Information völlig grundlos zu 'kontrollieren'"

Vor allem die negative Auswirkung auf die unterschiedlichen Partner sei hierbei zu bedenken. Etwas, was der gemeine Leser und die meisten Journalisten weniger bedenken würden. "Im extremsten Fall können Leaks und Gerüchte den Aktienwert eines Unternehmens beeinflussen. Glücklicherweise müssen wir uns darüber keine Sorgen machen. Aber was ist, wenn ein derartiger Bericht die Verhandlungen mit einem Publisher oder Distributor negativ beeinflusst? Oder was, wenn ein Individuum nie wieder in der Industrie Fuß fassen kann, weil er aus Versehen etwas ausgeplaudert hat? Leaks sind toll für Leser und großartig für die Medien, die sie enthüllen, da sie oft lebendig und echt wirken und einen verbotenen Kitzel erzeugen."

Selbstverständlich freue er sich darüber, wenn die Spiele seines Studios tolle Cover-Storys erhalten und er sehe das Verhältnis zwischen Entwicklern und Gaming-Journalisten als gesund an. Immerhin gelte die Pressefreiheit.

Was meint ihr dazu? Könnt ihr auf Leaks und Gerüchte verzichten oder wollt ihr diesen Blick "hinter die Kulissen" nicht missen?