Wer behauptet, er hätte nicht einmal davon geträumt, berühmt zu sein, der lügt. Das Internet kann fast jeden zum Star machen - solange er oder sie Qualitätsarbeit abliefern. Oder sich zumindest zu vermarkten wissen. Gerade auf Twitch scheinen die Möglichkeiten fast endlos und genau hier will Razer Träume verkaufen: Mit Hilfe des Seiren X-Mikrofons und der Kiyo-Webcam, soll jeder Gamer zum nächsten DrDisrespect aufsteigen können.

Für das Seiren X und die Kiyo hat Razer einen eigenen Trailer gefilmt - hier findet ihr ihn:

Razer - Trailer des Seiren X-Kiyo-Streamersets

Die Razer Kiyo - ein geniales Konzept mit Anlaufschwierigkeiten

Als ich zum ersten Mal von der Razer Kiyo hörte, war ich total aus dem Häuschen. Als Hobby-Fotograf weiß ich, was ein gutes, simples Ring-Licht ausmachen kann - eine ganze Menge! Aber das Licht der Kiyo ist kleiner als die, die Fotografen für sich nutzen. Ist ein Spagat möglich?

Jain. Das Ringlicht ist hilfreich; aber alleine keineswegs ausreichend. Wer sich alleine auf die Kiyo verlässt, wird schnell mit einer niedrigen Bildqualität rechnen müssen - besonders im Dunkeln. Dafür eignet sich das Ringlicht perfekt als Unterstützung: Wer sich kein professionelles Studio leisten kann, aber wenigstens eine Schreibtischlampe, dem hilft die Kiyo enorm zum ausleuchten des Bildes. Hierbei sei erwähnt, dass ich in etwa 80cm von der Webcam entfernt saß - eine durchschnittliche Distanz.

Hierbei muss allerdings auch erwähnt werden, dass ich nach einer einstündigen Zocksession vor der Kiyo meine Augen überanstrengt waren: Etwa eine Minute lang hatte sich, egal wohin ich schaute, der weiße Kreis in meine Sicht “eingebrannt”. Dementsprechend wichtig: Viele Pausen machen, damit ihr euren Augen keinen Schaden zufügt!

Die Bildqualität der Webcam ist äußerst ordentlich, und mit die beste, die ich im Preissegment von etwa 100€ finden konnte. Während der 720p-Modus noch etwas verwaschen scheint, liefert die Kamera in 1080p starke Bilder ab! Besonders das bei Webcams so häufig auftretende Problem der verwaschenen, grauen Bilder kommt hier nicht auf: Farben werden originalgetreu wiedergegeben.

Die Sache mit dem Autofokus

Ein letztes Manko muss aber angesprochen werden: der Autofokus funktioniert nur bedingt gut. Mehrere Male hat sich der Fokus der Kamera von alleine umgestellt - obwohl ich mich nicht großartig bewegt habe. Das kann besonders bei längeren Streams und Videos nervig sein. Dementsprechend empfehlenswert ist es, den Autofokus der Kamera auszustellen, über OBS oder Xsplit geht das zum Glück ziemlich leicht.

Fazit:

Der Kiyo wohnt ein fantastisches Konzept inne, das gut umgesetzt wurde. Das Ringlicht ist als weitere Lichtquelle äußerst hilfreich, auf sich allein gestellt aber zu schwach. DIe Bildqualität ist dafür im Preissegment von 109€ überdurchschnittlich gut, der Autofokus ist nervig aber ausschaltbar. Wichtig ist allerdings, dass ihr alle halbe Stunde Pause macht - sonst könnten eure Augen zu stark belastet werden.

Das Razer Seiren X

Deutlich abgeschlankt im Vergleich zum Vorgänger kommt das Seiren X daher: 18,5 cm ist das Mikrofon hoch, gerade einmal neun Zentimeter ist es breit, und ist damit eines der kleinsten Qualitätsmikrofons auf dem Markt. Damit lässt es euch angenehm viel Platz vor der Nase und wirkt auch nicht sonderlich störend im Bild.

Schade hierbei ist aber, dass die Qualität sehr stark von der Nähe des Sprechers zum Mikrofon abhängt - noch mehr als bei Produkten der Konkurrenz. Ein Mikrofonständer ist äußerst ratsam, da das Seiren X bei direkter Nähe fantastische Ergebnisse abliefert - wenn es aber auf dem beigelegten Standbein befestigt ist, ist die Soundqualität “nur” noch gut. Aber eben nicht so gut, wie sie sein könnte.

Positiv hervorzuheben ist das minimale Auftreten von Rausch- und Störgeräuschen - hier kann das Mikrofon sogar mit dem Publikumsliebling der Konkurrenz, dem Blue Yeti, mithalten - und das obwohl das Seiren X knappe 40€ günstiger und schlanker ist.

Für alle angehenden Streamer und die, die es noch werden wollen

Technik bedeutet zu oft Stress. Stress der aufgrund von fehlenden Treibern, falschen Einstellungen oder einem Programm-Wirrwarr daherkommt. Doch gerade diesem Problem für uns Technik-Noobs wollte Razer wohl Einhalt gebieten - das Seiren X kommt frisch aus der Box und kann sofort für Streams oder Aufnahmen verwendet werden. An den Soundeinstellungen kann man in der Post-Produktion immer ein wenig feilen, die Grundeinstellungen sind aber schon äußerst zufriedenstellend.

Problematisch wird es allerdings für stolze Besitzer von mechanischen Tastaturen: Das wundervolle Geklacker der Tasten verträgt sich nicht wirklich mit dem Mikrofon, die Ausblendung der Hintergrundgeräusche funktioniert einfach nicht so gut, wie von Razer angepriesen. Schade. Auch dieses Problem lässt mit Hilfe eines Mikrofonständers deutlich verbessern.

Fazit:

Auch das Seiren X überzeugt! Das schlanke Design und die gut eingestimmten Grundeinstellungen machen aus dem Mikrofon die perfekte Option für Neuankömmlinge im Streaming-Bereich, auch ist das Preis-Leistungsverhältnis bei 109€ ordentlich. Falls ihr euch das Seiren X bestellen solltet, packt allerdings gleich einen Mikrofonständer mit in den Einkaufswagen. Es lohnt sich.