Größer, schneller, besser und natürlich in 3-D. Was mit den Jump-n-Run-Spielen der letzten Zeit passiert ist, kann das Herz eines altmodischen Spielers kaum kalt gelassen haben. Viel haben die Neuinterpretationen mit den geliebten Klassikern meist nicht gemein. Da ist es schön, ab und zu eine Perle im Schlamm zu finden.

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Immer noch keine Gliedmaßen

Es ist bunt, es ist fröhlich. Überall grinsende Gesichter, die manchmal schon ein wenig gruselig wirken. Rayman ist zurück und so farbenfroh und liebenswert wie eh und je. Diese Fröhlichkeit bewahrt sich der Charakter die gesamte Zeit über, auch wenn böse Albträume seine Welt überfallen haben und er bei ihrer Bekämpfung das eine oder andere Mal einfach wie eine Seifenblase zerplatzt.

Rayman Origins - Der hat noch Hand und Fuß...

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Ein "echtes" Jump-n-Run?
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Das kommt öfter vor, als man es in heutigen Casual-Tagen gewohnt ist. Altbekanntes Von-links-nach-rechts-Rennen stellt sich als schwieriger heraus als manch komplexe Rätselspiele von heute. Und macht auch doppelt so viel Spaß. Vor allem, wenn die Spielfigur stets gute Laune hat und breit grinsend in den Tod hopst.

Mit dem Charakter meiner Wahl, von denen die meisten laufende Nasen in unterschiedlichen Kostümen sind, hüpfe, renne, gleite und prügle ich mich durch eine atemberaubende Welt. Gestaltet mit viel Liebe zum Detail, in Form quietschbunter und motivierender Level. Die schön gezeichneten Hintergründe sind ständig in Bewegung und vermitteln den Eindruck von Leben und Abwechslung.

Eine Vielzahl nicht allzu gruseliger Gegner stellen sich mir in den Weg und es kostet von Abschnitt zu Abschnitt mehr Querdenken, sie zu umgehen und zu besiegen. Die Welten selbst werden immer komplexer und die Fähigkeiten meiner Figur umfangreicher. Das ist genau die Mischung, die ein solcher Titel braucht, um sich den Spielspaß zu bewahren, und das nicht nur über die ersten zwei, drei Spielstunden.

Wobei die Abwechslung ein treuer Weggefährte ist: Die Level verändern sich deutlich, neue Charaktere und Gegner kommen hinzu, und der kleine Rayman entwickelt neue Fähigkeiten, während der Schwierigkeitsgrad deutlich zunimmt. Ja, in solchen Fällen passiert es, dass man Stunden vor dem Bildschirm hockt und nur noch schnell dieses eine Level beenden möchte... Und das danach. Und in das folgende nur mal kurz reingucken...

Packshot zu Rayman OriginsRayman OriginsErschienen für PS3, Wii, Wii, Xbox 360, PlayStation Vita, PC und 3DS kaufen: ab 6,00€

Obendrein ist es schön, mal ein entsprechendes Spiel zu haben, wo die Zeitherausforderungen optional sind. Wer rennt schon gerne wie ein wilder Affe durch die Abschnitte und übersieht dadurch die schönsten Hintergrundanimationen, verpasst gewinnbringende Abzweigungen und sieht von einem Level weniger als sechzig Prozent?

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Jag die Kiste.
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Nein, in erster Linie geht es darum, Welten zu erkunden, die in mehrere Abschnitte unterteilt wurden. Dabei kann man auf verschiedenste Art und Weise Sammelobjekte finden. Ob in den besiegten Gegnern, an fast unmöglich zu erreichenden Stellen, in versteckten Kammern, irgendwo auf der Karte oder als Münzen an noch viel vertrackteren Orten.

Genau so muss ein Jump-n-Run aussehen. Kleinere Fehler hin oder her: Dieses Spiel ist liebenswert.Fazit lesen

Wer sich die Mühe macht und die Augen offen hält, wird mit der Jagd auf Schatzkisten belohnt... Und wer von diesen genug fangen konnte, darf sich auf einen besonderen Abschnitt in der Unterwelt freuen. Dieser Umfang und dazu die liebevolle, putzige Hintergrundmusik machen das Spiel interessant und zu einem wahren Schmuckstück für Jump-n-Run-Fans.

Natürlich muss man bedenken, dass sich der Umfang kaum mit heutigen AAA-Titeln messen kann. Nach einer Weile kommen einem die Welten dann doch sehr bekannt vor. Die Angriffsroutinen der Endbosse sind schnell durchschaut und ein wenig Abwechslung von der Objektjagd ist nach einer Weile wünschenswert. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung.

Vier gewinnt

„Rayman: Origins“ ist ohne Frage ein Titel, der kooperativ gespielt werden möchte. Mit jedem Spieler, der hinzukommt, schwillt das Spaßbarometer noch einmal deutlich an. Während der Titel alleine unterhaltsam ist, zu zweit viel Spaß macht und zu dritt die beste Abendbeschäftigung seit langem bietet, ist eine Viererpartie einfach nur eine Pracht.

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Vierfacher Spaß.
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Man rast gemeinsam durch die Abschnitte, hilft sich gegenseitig dabei, an die Münzen zu kommen, und rettet so manches Leben. Denn wer im Solomodus stirbt (und dafür reicht bereits ein einzelner feindlicher Treffer), der darf den Abschnitt nochmal beginnen. Learning by doing. Doch wer im Multiplayer-Modus das Zeitliche segnet, bläst sich einfach nur zu einem Ballon auf. Ein Schlag von den Kameraden und man ist wieder bei Sinnen und mit von der Partie. Ähnlich wie in „New Super Mario Bros.“.

So kommt man ohne Probleme an schwierige Stellen, wo sich manch Einzelspieler das Genick gebrochen hätte, und hat zusätzlich noch jemanden, der mitlacht, -schreit und manchmal sogar -verzweifelt. Letzteres besonders wenn einem klar wird, dass man seine Kumpels virtuell schlagen kann. So mancher will eigentlich nur einem verstorbenen Freund mit einem leichten Schlag helfen und schubst dabei einen Dritten in kochende Tomatensuppe.

Da ist natürlich Teamwork gefragt. Wer in einer Gruppe schlecht spielen kann, wird hier eher Frust aufbauen als wirklichen Spaß. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit, so viele Sammelobjekte wie möglich zu erwischen und versteckte Orte zu entdecken, natürlich um einiges höher. Das Spiel wird also unterhaltsamer, aber auch einfacher. Muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das ein Pro- oder ein Contra-Argument ist.

Unterm Strich ist man auch in der Gruppe noch bis zu zehn Stunden unterwegs, bevor sich die ersten Level auf gestalterischer Ebene wiederholen. Die Abschnitte sind natürlich so abwechslungsreich wie bisher, doch wirklich neu ist ab jetzt nichts mehr. Dafür trumpft Rayman an dieser Stelle mit gigantischen Endgegnern auf, die jeweils auf unterschiedlichste Art und Weise bekämpft werden müssen, vielen neuen Charakteren zum Freispielen und teilweise bockschweren Kistenrennen.

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Bekloppte unter sich.
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Leider haben besonders Letztere den großen Nachteil, dass sie mit wachsender Spielerzahl schwerer zu werden scheinen. Man kann es als Ausgleich für den herabgesetzten Gesamtschwierigkeitsgrad ansehen, aber ein wenig frustrierend ist es schon. Spätestens wenn man ein Level zum zwanzigsten Mal spielt, mittlerweile perfekt durchkommt und am Ende nur verliert, weil alle vier Spieler aus dem Bildschirm gedrängt werden und dadurch sterben... Dann fragt man sich, wie lange die Geduld für diesen Mist wohl noch reichen wird.

Als letztes bliebe noch die Hintergrundgeschichte. Als letztes deshalb, weil absolut nebensächlich. Aber nicht im negativen Sinne. Hier wird halt nicht lange mit Details herumgetrödelt. Um es kurz zu machen: Die einen haben zu laut geschnarcht, die anderen wurden dadurch langsam, aber sicher stinksauer. Mehr Gründe für eine Invasion braucht es nicht.

Und nach wenigen Minuten rennt man auch schon durch den ersten Abschnitt und lernt, was es heißt, wieder ein waschechtes Jump-n-Run zu spielen. Es geht nämlich vor allem um den Spaß und die Herausforderung. Beides findet man in „Rayman: Origins“.