Rare und Nintendo, das war DAS Traumpaar der Spieleindustrie in den 90er Jahren. Doch nicht bei jedem Spiel herrschte harmonische Zweisamkeit, so wusste Nintendo einfach nicht, was man mit Conker's Bad Fur Day machen sollte. Dasselbe Problem hatte später auch Microsoft.

Rare - Nintendo und Microsoft wussten nicht, wie sie mit Conker umgehen sollten

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Conker in Conker: Live and Reloaded
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Rare war in den 90ern das vielleicht beliebteste Studio. Jedes ihrer Spiele wurde ein Hit und Fans warteten immer sehnlichst auf den nächsten Titel der englischen Spieleschmiede. Nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit Nintendo sorgte dafür, dass sich Rare zu einer echten Größe entwickeln konnte. In der Zeit erschuf man auch eigene Figuren, die zu Berühmtheit gelangten, wie etwa die Battletoads und Banjo. Nur eine Figur fiel da aus dem Rahmen - Conker.

Das erste Spiel, Conker's Pocket Tales für den Game Boy Color, war noch ein durchschnittliches Spiel, das schnell vergessen wurde. Conker's Bad Fur Day war allerdings ein ganz anderes Kaliber. Zuerst auf der E3 1997 vorgestellt, sollte Conker's Quest anfangs noch ein generisches Adventure im Stile von Banjo-Kazooie werden, dessen Zielpublikum die ganze Familie war.

Drei Jahre zogen ins Land bis man wieder etwas von Conker's Quest hörte. Nur dieses Mal nannte Rare das Spiel in Conker's Bad Fur Day um, nahm erhebliche Änderungen vor und präsentierte ein Spiel, das in Sachen schwarzem Humor allein auf weiter N64-Flur stand.

Verständlich, dass Nintendo, die sich seit jeher damit brüsten, familienorientierte Unterhaltung zu bieten, nicht so recht wussten, was man mit diesem Spiel anfangen sollte. So erhielt Conker's Bad Fur Day so gut wie kein Marketing in den prüden Staaten. In Europa distanzierte sich Nintendo gleich komplett davon, so dass THQ einspringen musste, um als Publisher zu fungieren.

Chris Seavor, der als Project Leader und Game Designer an Conker's Bad Fur Day arbeitete und auch vielen Charakteren seine Stimme lieh, erinnert sich, dass die Verantwortlichen bei Nintendo nichts für Conker übrig hatten. "Ich erinnere mich daran, dass mich ein betrunkener Nintendo Executive auf einer ihrer E3-Parties ansprach", so Seavor. "Sie mochten Conker wirklich nicht und teilten mir das auch so mit. Ich hatte das Gefühl, dass Conker bei Nintendo of America nicht wirklich beliebt war."

Nach der Übernahme Rares durch Microsoft, erschien 2005 ein Remake für die Xbox mit dem Titel Conker: Live and Reloaded. Da möchte man meinen, die Mannen von Microsoft hatten mehr Verständnis für Conker. Doch mitnichten: "Ich demonstrierte Microsofts CEO Steve Ballmer das Spiel Conker: Live and Reloaded, und sein Kommentar lautete, 'Wie sollen wir das vermarkten?'"