Rampage: Total Destuction (PS2 Review)
von Nedzad Hurabasic

Viele Spielhallenhits früherer Tage boten oft ein lineares Spielsystem ohne große Abwechslung. So war es bei Space Invaders, Frogger, Arkanoid und auch bei Rampage.

Aktuell bringt Publisher Midway diese Spielereihe in einem neuen Gewand auf den Markt. Das "Schicksal" der virtuellen Reinkarnation hat mit Rampage - Total Destuction nun auch die Monster George, Lizzie und Ralph und weitere Weggefährten getroffen, die erneut verschiedene Großstädte dieser Welt dem Erdboden gleichmachen dürfen.

Ganz nach dem Kinovorbild Godzilla, dürfen sie sich so richtig austoben. Ob das Spiel heute aber mehr sein kann, als eine aufgewärmte Kamelle, haben wir für euch herausgefunden.

Worum es in diesem Spiel geht, sagt eigentlich schon der Titel: "Rampage" kann man frei übersetzt als Amoklauf bezeichnen. Totale Zerstörung beim Amoklauf also. Wie kommt es aber dazu? Das erklärt ein nettes Introvideo, bei dem ersichtlich wird, dass sich eifrige Brausehersteller ein wenig bei der Formel für ein neues Getränk vertan haben. Das Resultat: die 30 Probanden mutieren zu riesigen Bestien a la King Kong, Godzilla & Co. und legen zur Strafe ganze Städte in Schutt und Asche.

Als Spieler dürfen wir also in die schuppige, haarige oder auch verknöcherte Haut dieser Monstren schlüpfen, von denen aber anfangs - natürlich - mit sechs Spielfiguren nur eine kleine Auswahl zur Verfügung steht. Die Mehrheit muss erst in bester Arcade-Tradition im Spielverlauf freigeschaltet werden.

Rampage: Total Destruction - Städte zerstampfen wie Godzilla! Doch nur eine aufgewärmte Kamelle des Klassikers?

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Dabei muss der Arcade Schwerpunkt des Spiels eigentlich gar nicht groß betont werden, zu keiner Zeit wird dieser Ursprung verleugnet. Gameplay, Grafik, Spielmusik, Modi - ja eigentlich alles ist von den Vorgängern übernommen. Und nicht nur das, man kann diese Uralt-Spiele sogar als Vergleich heranziehen, da sowohl die Ur-Ur-Version Rampage als auch die Vorgängerversion Rampage World Tour (1998) als Bonus-Inhalte auf der DVD enthalten sind.

Nettes Schmankerl, allerdings in heutigen Zeiten höchstens noch als abschreckende Beispiele für Augenkrebs verursachende Grafiken sinnvoll.

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Wie bei Arcade-Spielen üblich, bietet auch RTD nicht übermäßig viele Spielmodi. Dem Spieler stehen die vier Modi Kampagne, King of the City, King of the World und Timed Run zur Auswahl. Vom Hauptmodus Kampagne unterscheidet sich das Gameplay der anderen drei aber nur sehr marginal. Die beiden "King of"-Modi können nur mit zwei Spielern gezockt werden, während die Zerstörungsorgie beim Time Attack Modus mit limitierter Zeitvorgabe ausgeführt werden soll. Ansonsten bleibt das Gameplay nahezu identisch, weshalb wir im Folgenden nur noch auf die Kampagne eingehen, die auch zu zweit im quasi kooperativen Modus angegangen werden kann.Jede der Spielfiguren hat dabei ihre kleinen Eigenheiten und vier freispielbare, spezielle Fertigkeiten. Allerdings ist es prinzipiell fast egal, für welchen der Charaktere sich die Spieler entscheiden.

Letztendlich spielen sich alle Monster mehr oder weniger gleich. Alle Mutanten haben dieselben grundlegenden Funktionen wie Treten, Schlagen, Greifen und Springen sowie einen Schrei. Darüber hinaus können, wie schon erwähnt, vier weitere spezielle Fähigkeiten freigespielt werden. Diese kann man mittels Kombomove aktivieren. Die zerstörerische Wirkung auf die städtische Bebauung und deren Verteidiger ist beachtlich.

Mit diesen Fähigkeiten im Gepäck stampfen wir mit nur einer zentralen Aufgabe durch sieben Städte der Welt: die Zerstörung der Metropole, die wir Viertel für Viertel dem Erdboden gleichmachen, sei es Tag oder Nacht. Angefangen beim Sündenpfuhl Las Vegas, über London, San Francisco bis hin zu New York.Etwa sieben Bezirke dienen als einzelne Level für jede Stadt, an deren Ende wir natürlich zusätzlich noch einen Obermotz plätten müssen. Das gesamte Spiel hat dabei nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad und der der ist auch nicht wirklich hoch. Selbst mittelmäßige Spieler werden kaum einmal in Gefahr geraten, eines der drei Leben zu verlieren. Selbst die Endbosse sind ohne große taktische Sperenzchen einfach zu besiegen. Hier bieten sich die speziellen Fähigkeiten besonders gut an.

Damit das Gameplay nicht zu simpel und eintönig wird, gibt es in jedem Stadtteil immer auch eine zusätzliche Aufgabe, bei deren Erfüllung dem Spieler entweder Punkteboni oder eben die Freischaltung von weiteren Kombos winken. Diese Aufgaben sind immer nach demselben Strickmuster entworfen. Also: Suche und Fresse X Polizisten, Hamburger, Motorradfahrer, Wassermelone usw. Die Ziele findet der Spieler entweder direkt auf der Straße oder in den Häusern, die alle zerstört werden müssen.

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Dabei gilt es, die Gebäude zu erklettern und die einzelnen Fenster und Geschosse zu zerstören. Oft erscheinen dann anstelle der zerstörten Objekte Icons, die diese Hamburger, Bananen oder auch Nationalflaggen symbolisieren und außerdem auch eine heilende Wirkung auf die Spielfigur haben können. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch einige Symbole, die den Mutationen Schaden zufügen. Aus diesem Grund muss der Spieler schon mit ein wenig Augenmerk vorgehen und nicht alles vorschnell zerstören, was möglich ist. Wer blindlings seiner Zerstörungswut folgt, wird nicht alle die nötigen Gegenstände für die Upgrades erhalten können.

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Wird ein Haus zum Einsturz gebracht, bevor alle Power-Ups eingesammelt wurden, so gehen alle darin verloren.

Während sich der Spieler an die Zerstörung der Häuser macht, versuchen natürlich verschiedene Feinde dies zu verhindern. Von der Polizei, die mit fortschreitender Spieldauer in immer größerer Anzahl und besserer Bewaffnung anrückt, bis hin zu Sondereinheiten, Panzern, Hubschraubern und anderen militärische Einheiten reicht das Spektrum der Widersacher. Wirklich gefährlich werden sie den Kreaturen aber nur selten, meist ist dann eher die zu unpräzise Steuerung verantwortlich, die das Ausrichten der Monster teilweise erschwert.Auf der Straße tummeln sich außerdem noch die stadt- und landestypischen Gefährte, die aufgenommen und als Waffe genutzt werden können.

Bei größeren Fahrzeugen wie Bussen werden diese automatisch geleert und der Inhalt verspeist, was, wie bei Passanten oder Bewohnern der Häuser, ebenfalls zu einem Anstieg der Lebensenergie führt. Sollte es dem Spieler nicht gelingen, das Viertel vor Ablauf der Zeit zu zerstören, rücken Bomberflotten an, die den noch stehenden Häusern den Todesstoß verpassen und dem Spieler so die dafür winkenden Punkte-Boni entziehen.

Grafisch ist das Spiel sicherlich nicht berauschend. Die fast zehn Jahre alte Vorlage wurde zwar halbwegs auf modernes Niveau angepasst, wirklich toll sieht das Spiel trotz 3D-Look deshalb aber noch lange nicht aus. Die neueste Auflage vom Rampage erreicht nur deutlich unterdurchschnittliches PS2-Niveau.

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Das rein horizontal ablaufende Gameplay, das dazu noch nach links und rechts sehr beschränkt ist, wirkt auch sehr schnell eindimensional und monoton. Auch vom Sound darf man nicht mehr erwarten, als vom Vorgänger. Mehr als ein paar urige Laute der Mutationen, ein bisschen Hintergrund-Gebimmel und ein paar Sprüche der Einwohner werden nicht geboten.