Die Zukunft der Spiele oder
Wie riecht eigentlich Doom?

In Los Angeles hat wieder mal das größte Games-Spektakel der Welt stattgefunden. Auf der E3 zeigen die Entwickler und Hersteller jedes Jahr, wie sie sich die Spiele der nahen Zukunft vorstellen.
Das diesjährige Ergebnis: Wir dürfen uns auf viele Déjà-vu-Erlebnisse in Form von Fortsetzungen und Wiederbelebungen alter Klassiker einstellen. Auch Lizenzen sind wieder ein beliebtes Thema. Gibt es eigentlich einen Film oder eine TV-Serie, die noch nicht als Spiel umgesetzt wurde? Ich glaube nicht. Also müssen neue Lizenzthemen her.

Vielleicht bringt bald jemand »Musikantenstadl - Marianne und Michaels Horrorscheune« heraus. Oder »Arabella Kiesbauers Talk-Abenteuer«, ein Adventure, in dem der Spieler Leute nach peinlichen Intimitäten ausfragt. Auch die Tagesschau zum Nachspielen wäre vorstellbar. Aber dieses Game würde wahrscheinlich schnell indiziert werden.

Ein Klingeln in der Kasse erhoffen sich die Firmen in Kürze von neuen Handheld-Modellen. Angekündigt ist beispielsweise die Handy-Konsole N-Gage von Nokia. Praktisch, mit einem Gerät gleich Mobiltelefon und Konsole dabei zu haben.

Doch was passiert, wenn man kurz vorm Knacken des Highscores einen Anruf bekommt? Sind dann alle Spielstände futsch, so dass der enttäuschte Gamer seine Anrufer frustriert anschreit? Dann wird die Telefonfunktion schnell überflüssig, weil sich niemand mehr anrufen traut.Auch Sony will eine Mini-Playstation herausbringen, die nebenbei MP3s und Filme abspielen kann. Hört sich gut an, aber wozu brauchen die Geräte ständig diese Zusatzfunktionen? Wie steht es mit wirklich sinnvollen Extra-Features? Eine Konsole, die Fenster putzt und ein Handy, das Kaffee kocht wären doch viel praktischer. So könnten endlich auch die Mütter die Begeisterung ihrer Kinder für Konsolen nachvollziehen.

Zwar gab es eine Menge viel versprechender Software auf der E3 zu sehen, aber einen Blick auf die ferne Zukunft der Spiele konnten wir trotzdem nicht erhaschen. Wie zocken wir also in zehn oder 15 Jahren? Was kommt nach immer besseren Physik-Engines, realistischerer Grafik und Dolby-Sound? Vielleicht Geruch. Dann stellen wir neben den PC oder die Konsole eine kleine Box, die je nach Spielgeschehen Duft oder Gestank ausströmt.

Besonders eindrucksvoll ist dieses Feature bestimmt bei Titeln wie »Silent Hill 9« oder »Resident Evil 12«. Zocker sollten allerdings damit rechnen, dass der Vermieter mal reinschaut und nach Leichen und Abfall sucht. Hm, aber dann müsste man ihm erklären, dass man kein Massenmörder, sondern Videospieler ist...
Trotzdem, bei Ego-Shootern wäre dieses Geruchsextra enorm praktisch. Wir können dann die Feinde nicht mehr nur anhand der Schritte, sondern zusätzlich am Geruch orten. Die Monster in »D**m 7« sind so bestimmt außerordentlich leicht zu erkennen.

Und danach spielen wir einfach eine Runde »Ape Escape 6« und der Duft nach Himbeerkaugummi lässt die Wohnung wieder wie frisch geputzt riechen.

Aber wahrscheinlich sieht die Zukunft ganz anders ausDie PS2-Kamera Eye Toy zeigt, dass Videospiele auch ohne Controller funktionieren, wenn man vor dem Monitor nur richtig mit dem Teil herumfuchtelt.
Wenn dieser Trend sich durchsetzt, sind wir Coach Potatoes bald endgültig gezwungen, uns fit zu halten. Wie sollte man sonst Jump'n Runs durchspielen können? Indem man wie ein nasser Sack vor der Konsole herumhopst, wohl kaum. Damit wäre e-Sports bestimmt auch endlich als olympische Disziplin anerkannt.
Vielleicht ist das auch alles Unfug und wir werden weiterhin mit Maus, Controller oder Lenkrad spielen. Die wären dann natürlich viel besser und realistischer als die jetzigen Vertreter ihrer Zunft.

Während Spieler momentan noch mit Vibrationen für einen Unfall bestraft werden, ist es in Zukunft möglicherweise ein Elektroschock.

Für Shooter, die verschiedene Trefferzonen unterscheiden, kleben sich die Zocker der Zukunft verdrahtete Saugnäpfe auf die Haut. Gibt es einen Beinschuss, zuckt es kurz am Draht an der Wade. Aber spätestens dann werden Videospiele wohl gänzlich verboten.

Mein Vorschlag, wie wäre es mit einem ganz anderen Trend: 100 prozentige Spielbarkeit. Ich denke da an regelmäßige Speichermöglichkeiten, keine Bugs, faire Gegner, intuitive Steuerung und optimale Kameraführung bei allen Games.
Schon gut, war ja nur so ein Gedanke ...

Ramona Gamona???object??? ???/object???
???iframe??????/iframe???
- Werbung -