Las Vegas, die Stadt der Sünde. Nirgendwo ist soviel Glamour und Glitter angesagt, wie in der Erlebnisfabrik im Wüstenstaat Nevada. In der Gambling-Metropole jagt ein Superlativ den anderen. Das habt ihr auch in Rainbow Six Vegas zu spüren bekommen, dem ersten Ableger einer neuen Franchise der Tom Clancy-Serie. Mit dem Nachfolger Rainbow Six Vegas 2 möchten die Entwickler von Ubisoft nun an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen und entführen Shooter-Fans ein weiteres Mal in die sündige Casino-Oase.

Da die Story in Rainbow Six Vegas 2 parallel zu der Geschichte aus dem Vorgänger abläuft, dürfte euch bereits in den ersten Missionen die eine oder andere Szene bekannt vorkommen. Beispielsweise erlebt ihr die Explosion eines Wohnhauses aus einer anderen Perspektive oder besucht bekannte Orte, an denen ihr im ersten Teil nur kurz zuvor gekämpft habt. Dabei legt Rainbow Six Vegas 2 im Gegensatz zum ersten Teil weniger Wert auf Nachteinsätze und Kampfaktionen in Hotels und Casinos. Anstatt über den pompösen Strip zu schlendern, stehen diesmal Besuche in Nachtclubs, Schrottplätzen, dem Convention Center und in der Wüste an.

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USK zwingt zur Zensur

Nachdem die Entwickler von Ubisoft den ersten Teil der Vegas-Serie genau analysierten um die Schwachstellen ausloten zu können, präsentiert Rainbow Six Vegas 2 gleich zu Spielbeginn eine Neuerung: Zum ersten Mal habt ihr die Möglichkeit, eurem Charakter einen individuellen Touch zu verpassen. So bestimmt ihr beispielsweise die Farbe und Musterung der Tarnfarbe im Gesicht oder an den Kleidungsstücken.

Rainbow Six Vegas 2 - Der zweite Teil bietet erneut Actionspaß, erreicht aber nicht das Niveau des Vorgängers.

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Las Vegas aus der Luft: Auch der Stratosphere Tower hat es in leicht veränderter Form in das Spiel geschafft.
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Damit aber nicht genug: Auch im Multiplayer-Modus spielt ihr mit eben jenem designten Helden, mit dem ihr im folgenden Spielverlauf weitere individuelle Änderungen vornehmen könnt. In der deutschen Funktion funktioniert dies dank USK-Zensur jedoch nur eingeschränkt: In der Originalfassung von Rainbow Six Vegas 2 kommt das so genannte A.C.E.S.-System zum Einsatz, mit dem ihr für viele Aktionen mit Erfahrungspunkten belohnt werdet.

Beispielsweise gibt es Punkte für Nahkampf-Kills, Headshots, Treffer als Meisterschütze aus der Distanz oder taktisch erfolgreiche Säuberungsaktionen. Diese Erfahrungspunkte werden dann eurem Konto gutgeschrieben, womit ihr nach und nach neue Ausrüstungsgegenstände, Waffen und Klamotten freischaltet. Geblieben ist lediglich ein verstümmeltes Punktesystem, mit dem ihr eurem Charakter im weiteren Spielverlauf mit zusätzlichen Kleidungsstücken ausstatten könnt.

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Damit ist es aber auch möglich, den Rainbow-Veteran Bishop einer Geschlechtsoperation zu unterziehen, so dass ihr den Rest des Spiels mit einem weiblichen Charakter bestreitet. Der Vorteil der Zensur: Statt das große Waffenarsenal erst mit A.C.E.S.-Herausforderungen nach und nach freischalten zu müssen, stehen euch sämtliche Knarren schon von Anfang an zur Verfügung. Schade ist allerdings, womit wir beim Nachteil wären, dass die Langzeitmotivation unter den Schnitten gewaltig leidet.

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Gipfel-Abenteuer statt Vegas-Flair

Bevor es euch aber nach Las Vegas verschlägt, steht in eurer ersten Mission erst einmal ein Besuch auf einem Gipfel in den Pyrenäen auf dem Plan – und das fünf Jahre vor den Ereignissen von Rainbow Six Vegas. Ganz ohne blinkende Leuchtreklamen und unentwegt dudelnde Spielautomaten ist es hier eure Aufgabe, Terroristen in einer Bergstation auszuschalten und eine Bombe zu entschärfen. Dabei schlüpft ihr in die Rolle des Elitesoldaten Bishop, dessen Vorname von den Entwicklern komplett verschwiegen wird.

Rainbow Six Vegas 2 - Der zweite Teil bietet erneut Actionspaß, erreicht aber nicht das Niveau des Vorgängers.

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Eure Odyssee startet auf einem Gipfel in den Pyrenäen.
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Der erste Einsatz in luftigen Höhen dient als Tutorial, in dem euch Truppführer Bishop die grundlegenden Spielelemente des Spiels näher bringt. Die Spielmechanik wurde weitestgehend vom Vorgänger übernommen – und das ist auch gut so, schließlich zeichnete gerade das intuitive Deckungssystem den Vorgänger aus. Seid ihr an einer Deckungsmöglichkeit angekommen, müsst ihr lediglich die rechte Maustaste betätigen.

Bishop presst sich dann gegen eine Wand oder andere Objekte, um dem tödlichen Kugelhagel zu entgehen. So könnt ihr um Ecken schauen, Gegner anvisieren und einen kurzen gezielten Feuerstoß abgeben, um die Kontrahenten ins Jenseits zu befördern. Das System ermöglicht es euch sogar, aus der Deckung heraus ungezielt in den Raum zu ballern. Das sieht zwar cool aus, schreckt aufgrund der Ungenauigkeit aber die wenigsten Gegner ab.

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Eure Rainbow-Kameraden stehen euch mit Rat und Tat zur Seite.
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Team-Anweisungen funktionieren ebenfalls wie gehabt: Wenn ihr auf dem Schlachtfeld oder im Gelände einen Punkt anvisiert und dann die Leertaste betätigt, eilen eure beiden Kameraden Jung Park und Michael Walter zur entsprechenden Position. Das Ganze funktioniert natürlich nicht nur mit verschiedenen Positionen auf der Map, sondern kann auch auf Objekte angewendet werden: Zielt ihr beispielsweise auf eine Tür und betätigt dann die Leertaste, stellen sich eure Mitstreiter davor auf.

Gleiches gilt für eine Abseilstelle, an der sich Park und Walter dann mit ihrem Klettergeschirr einhängen. Die KI ist bei solchen Manövern aber noch ausbaufähig. Zwar geht eure Unterstützung immer wieder an markanten Stellen in Deckung, was aber herzlich wenig nützt, wenn es sich dabei um Kartons oder Pappaufsteller handelt, die Kugeln aus einem Sturmgewehr nicht aufhalten können.

Babysitter für Terroristen

Was hingegen unbedingt hätte verbessert werden müssen, ist die Intelligenz der eigenen Kameraden bei einer Kampfhandlung. So kommt es häufiger vor, dass eure Untergebenen einfach in der Schusslinie stehen bleiben, unbeeindruckt von den Treffern, die sie gerade einstecken müssen. Also bleibt euch nichts anderes übrig, den Babysitter zu spielen und eure Kameraden mit einem Marschbefehl vor dem sicheren Tod zu retten.

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Das Deckungssystem sorgt für viel Abwechslung in den Kämpfen.
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Oft ist es aber zu spät und mindestens ein Teamkamerad liegt verletzt auf dem Boden. In diesem Fall könnt ihr entweder dem Partner den Befehl geben, sich um den Verletzten zu kümmern oder selbst erste Hilfe leisten. Dennoch: Treffsicher sind eure Teamkameraden, was euch vor allem in einer der späteren Missionen auffallen wird, in der ihr komplett ohne Unterstützung überleben müsst.

Lobenswert ist die Tatsache, dass Rainbow Six Vegas 2 auch einen erweiterten Koop-Modus besitzt. Dieser erlaubt es euch nicht nur, die gesamte Story mit einem Freund gemeinsam anzugehen, euer Mitspieler kann sogar ganz nach Belieben ins laufende Spiel einsteigen oder sich ausklinken - ohne den Spielablauf in irgendeiner Weise negativ zu beeinflussen. Einen kleinen Haken hat die Sache dann doch: Euer Mitstreiter kann den computergesteuerten Soldaten keine Befehle geben.

Dinge, die die Welt nicht braucht

Aus der Rubrik „Dinge, die die Welt nicht braucht“ gibt es bei Rainbow Six Vegas 2 einiges zu berichten. So implementierten die Entwickler von Ubisoft im zweiten Teil der Serie einen Angriffs- und Schleichmodus für Park und Walter, in dem die Soldaten zum einen aggressiv gegen Gegner vorgehen, zum anderen aber Vorsicht walten lassen und lieber einen Schalldämpfer an der Waffe montieren. Letzteres ist aber absolut überflüssig, da den Terroristen herzlich egal ist, wie viel Krach das Team macht. Im gesamten Spiel gibt es keine Szene, in der laute Feuergefechte das Verhalten der Gegner beeinflussen würden.

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Der Unschärfe-Effekt nervt bei Treffern, kann aber im Optionsmenü ausgeschalten werden.
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Eine weitere sinnlose Erfindung sind die Laserzielhilfen bei einer der beiden neuen Gegnerklassen. Nicht, dass ein solcher Laserstrahl nicht nützlich zum Zielen wäre. Vielmehr verrät euch aber der gebündelte Lichtstrahl, wo sich die Gegner befinden. Und das liegt sicher nicht im Interesse des Erfinders. Darüber hinaus versuchen euch eure Kontrahenten auch mit Nachsichtgeräten auszuspähen, was aber ebenfalls recht wenig hilft, da Rainbow Six Vegas 2 im Gegensatz zum Vorgänger hauptsächlich bei Tageslicht spielt.

Steriles Las Vegas

Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären: Das Spiel hat in Sachen Grafik nur noch wenig mit dem Vorgänger zu tun. Habt ihr euch auf eurer ersten Terroristen-Hatz durch stimmungsvoll ausgeleuchtete Casinos geschlichen, bekommt ihr diesmal fast nur triste Hinterhöfe, biedere Räume und unschöne Hoteldächer präsentiert. Deshalb vermisst man beim Sequel vor allem viel von der Glitzerwelt-Atmosphäre des Vorgängers.

Auch aus technischer Sicht macht Rainbow Six Vegas 2 nicht die beste Figur: Abgesehen von einigen Frameeinbrüchen während der Kampagne enttäuschen vor allem die Texturen der Umgebung, die etwas verpixelt aussehen. Die verbesserten Animationen der Charaktere können Grafik-Fetischisten da nur wenig besänftigen. Im Großen und Ganzen sieht der Shooter aber trotzdem noch hübsch aus, was in Zeiten von Crysis gar nicht mehr anders zu vertreten ist.

Soundkulisse mit Hindernissen

Im Audiobereich kann Rainbow Six Vegas 2 ebenfalls nicht vollends überzeugen. Die Ingame-Soundtracks sind zwar stimmig und fügen sich in das jeweils gegebene Szenario ein, wurden aber nach bester Addon-Manier nur vom Vorgänger übernommen. Wer die Musikstücke von Rainbow Six Vegas also schon zu genüge gehört hat, wird mit dem Nachfolger sicher weniger Spaß haben.

Rainbow Six Vegas 2 - Der zweite Teil bietet erneut Actionspaß, erreicht aber nicht das Niveau des Vorgängers.

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Neben Helikoptern könnt ihr euch auch von Gebäuden abseilen.
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Als weitere Problematik stellt sich die Abmischung heraus. So besucht ihr beispielsweise einen Nachtclub mit Party-Musik, die mit dem Soundtrack vermischt wird. Das Resultat dieser Mixtur ist natürlich kein Genuss für die Ohren. Ein weiteres Problem fällt immer wieder in Räumen auf, in denen Musik aus einem Radio schrillt: Bewegt ihr euch hier nur einen Schritt in eine bestimmte Richtung, erlischt die Musik plötzlich wie von Geisterhand.

Bewegt ihr euch hingegen wieder zurück, dröhnt sie euch wieder mit voller Kraft entgegen. Von einer dynamischen Lautstärkenanpassung haben die Entwickler in diesem Fall wahrscheinlich noch nichts gehört. Die deutsche Lokalisierung geht allerdings in Ordnung und sorgt für die entsprechende Atmosphäre.