Rainbow Six: Black Arrow (XBox)
(von Andreas Schnäpp)

Maskierte Spezialeinheiten stürmen unseren Fernseher und UbiSoft schaut gelassen zu: Mit Tom Clancy's Rainbow Six 3: Black Arrow schickt das in Montreal stationierte Entwicklerstudio seine bekannteste Anti-Terror-Einheit

erneut in den Kampf gegen den Abschaum der Welt. Ob das legendäre Team Rainbow den Genrethron genau so schnell und effizient wie gefährliche Geiselnahmen stürmen konnte, erfahrt ihr in unserem Test!

Rainbow Six 3: Black Arrow - Rainbow Six 3: Black Arrow Singleplayer Movie

Nur eine Erweiterung?
Wie der Name des Spiels schon sagt, handelt es sich bei Rainbow Six 3: Black Arrow lediglich um eine Erweiterung für den meistgespielten Xbox Live Titel aller Zeiten. Dass sich dieser Fakt nicht nur in der Namensgebung des Spiels bemerkbar macht, stellt der Otto Normalverbraucher spätestens fest, wenn er das Preisschildchen entdeckt: Gerade mal 30 Euro muss dieser für das Standalone-Addon hinblättern.

Alles beim Alten
Bevor wir jedoch etwas genauer auf die Neuerungen des Spiels eingehen, geht kein Weg an den Konsequenzen vorbei, die man mit dem Kauf einer Erweiterung zu tragen hat. Obwohl Rainbow Six 3: Black Arrow wie schon erwähnt ein Standalone-Addon ist, man benötigt also das eigentliche Spiel Rainbow Six 3 nicht zum spielen, sollte man sich nicht wundern, wenn sich auf den ersten Blick recht wenig im Gegensatz zum Hauptspiel getan hat: Grafisch hat der neueste

Tom Clancy Ableger nichts Neues zu bieten und basiert auf der gleichen Engine. Auf gut Deutsch: Die gleiche Engine, die schon bei Splinter Cell und Rainbow Six 3 zum Zug kam, ist auch in der Erweiterung vertreten und sorgt so unter anderem für physikalisch korrekt wehende Vorhänge. Das war aber auch schon alles, was uns an Interaktivität erwartet, denn aufgrund der mittlerweile sichtlich gealterten Engine muss man sich mit dem statischen Leveldesign begnügen und auf Ragdollverhalten geschweige denn beeinflussbare Objekte, wie mit der Havok 2 Engine möglich, verzichten.

So dürfen wir auf recht kargen Levels mit unserem vier Mann starken Team auf Terroristenjagd gehen und lediglich Türen entsprechend mit Granaten oder Sprengladungen bearbeiten, falls man sich selbst nicht in die Nähe dieser begeben will. Die teilweise ziemlich verwaschenen Texturen tun dabei ihr

Rainbow Six 3: Black Arrow - Team Rainbow ist endlich zurück! Warum uns das Game schlaflose Nächte bereitete erfahrt ihr in unserem Test!

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übriges und dürften schon nach wenigen Minuten die ersten nur auf gute Grafik wert legenden Spieler abschrecken. Wer sich dem Spiel jedoch hingibt und sich etwas damit beschäftigt, wird jedoch sogar als Neueinsteiger seine Freude finden, denn die Verbesserungen stecken im Detail.Chicken-Run?
Konnte man im Vorgänger teilweise Gegner beobachten, die bei Feindkontakt zwar wie wild Sprüche ins Funkgerät gebrüllt haben, aber dabei eher einem aufgescheuchtem Huhn mit Drehwurm ähnelten, wurde mit Black Arrow auf diesem Gebiet, wenn auch nur größtenteils, Abhilfe geschaffen.

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Während der zehn neuen Singleplayer Missionen, die der Spieler mit Black Arrow erhält, glänzten die KI-Gegner durch ihr koordiniertes Vorgehen sowohl alleine als auch in der Gruppe.

In unseren hauptsächlich gleich gebliebenen Einsätzen, dessen Missionsziele man großzügig in drei Gruppen einteilen könnte (Terroristen töten, Geiseln retten, Bombe entschärfen...), wurden wir in so manchen Hinterhalt gelockt, weil ein Gegner uns entdeckt und seine in der Nähe befindlichen Kumpanen umgehend per Funk davon in Kenntnis setzte. Hier werden dann auch alle Möglichkeiten

zur Deckung genutzt, die umgebungsbedingt umsetzbar waren. Rennt einer der KI-Gegner laut brüllend beispielsweise vor uns davon, um einige Meter weiter hinter einer Wand in Deckung zu gehen, kommt sein Kollege diesem zu Hilfe und verschanzt sich hinter einer zwei Meter großen Werbetafel für Prince of Persia.

Kurz diese interessante Form der Werbung bestaunt, wird auch schon der Abzug gedrückt und einer der Gegner ins virtuelle Jenseits befördert, weil dieser im falschen Moment aus der Deckung ging. Das sich dies nicht immer so einfach abspielt und im Laufe der Missionenauch durchgehend schwieriger wird, muss man an dieser Stelle nicht weiter betonen. Etwas verwirrender ist es jedoch, wenn man sich für kurze Zeit allein auf die Jagd macht und dermaßen vorsichtig vorgeht, dass die Kontakt-Scripts nicht ausgeführt werden und die Gegner in aller Ruhe, meistens mit dem Rücken zu uns gedreht, gegen die nächste Häuserwand starren und sozusagen auf ihren Tot warten. Zwar wurden seine Kollegen nur wenige Meter vorher in die ewigen Jagdgründe befördert, aber dies scheint den Gegner genau so wenig zu stören, wie eine um die Ecke luchsende Spezialeinheit.

Zusammenfassend kann man über den Singleplayermodus von Rainbow Six 3: Black Arrow eigentlich nur sagen, dass die Entwickler (größtenteils) ihre Hausaufgaben gemacht haben und man selbst auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe schon angenehm und durchaus machbar gefordert wird.Rainbow Six Veteranen werden sich mit diesem "Gimmick" jedoch nur wenige Stunden aufhalten und direkt zum Fokus des Spiels übergehen: Dem Multiplayer. Multiplayerspaß auch offline! Mit Black Arrow dürfen wir auch ein Multiplayer-Feature begrüßen, das schon in etlichen anderen Titeln mit Multiplayerunterstützung längst Standard ist: Der Splitscreen Modus. Was für uns jedoch völlig unverständlich ist, wieso hier die Teams beschnitten wurden und man im Splitscreen Modus nur zu zweit ohne jegliche Unterstützung seitens computergesteuerter Teamkollegen ins Gefecht geschickt wird. Schließlich hat unser kleines Team Rainbow dadurch nur noch die halbe Feuerkraft.

Wenn auch nur die halbe Feuerkraft zum Einsatz kommt, hat sich UbiSoft anscheinend gedacht: "Machen wir das eben mit der doppelten Anzahl Spielmodi wett." So darf man mit seinen Freunden nicht nur die zehn Singleplayermissionen im Koop-Modus durchspielen und dabei seinen Freunden den Controller gegen den Kopf werfen, falls man mal wieder wegen seinem Mitspieler gestorben ist, sondern auch im Modus "Terroristenjagd" ganz ohne andere Verpflichtungen in den virtuellen Blutrausch verfallen und auf alles schießen, was sich bewegt, denn hier sind weder Bomben noch Geiseln am Tagesplan. Dass dies auf Dauer auch nicht glücklich macht und eher etwas für einen gemütlichen Zock-Abend ist, merkt man jedoch spätestens sobald man alle Missionen schon durchgespielt hat und die Motivation nach Gelingen dieser in den Keller sinkt. Hier kann dann gemütlich zum Netzwerkkabel gegriffen werden und in aller Ruhe die restliche Nacht abwechselnd über Xbox Live gespielt werden, was sowieso den meisten Spaß macht.

Ich lebe online!
Diesen Spruch hätte man, wären da nicht die Copyright Rechte seitens T-Online, auch ohne Zweifel auf die Rückseite der Verpackung drucken können, denn was Rainbow Six 3: Black Arrow en Masse raubt, ist Schlaf. Dank Xbox Live 3.0 Support und insgesamt 18 Maps für den Multiplayer, davon 14 neue, wird so schnell niemandem langweilig und da das beste immer zum Schluss kommt, wollen wir jetzt detaillierter auf den Multiplayer, das Herzstück

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von Black Arrow, eingehen. Falls also schon die ersten Anzeigen wegen Lärmbelästigung ins Haus flattern, sollte man spätestens dann darüber nachdenken, ob man seinem Spieltrieb nicht vielleicht lieber online nachgehen sollte, da die Teammates, ganz im Gegensatz zur englischen Sprachsteuerung im Singleplayer, auch Deutsch verstehen und man die rund 90 integrierten Sprachbefehle nicht weiterhin auswendig lernen muss.

So begannen auch wir unser Abenteuer Black Arrow Multiplayer über Xbox Live und durften schon nach den ersten Runden feststellen, wie unvorbereitet man doch auf die Multiplayerpartien ist. Kurz gesagt: Wir erfuhren am eigenen Leib, was es heißt Kanonenfutter zu sein. Anders kann man den Ablauf der Matches nicht beschreiben. Ergo: Übung macht den Meister und als Neueinsteiger sollte man sich nach einem Abend nicht über äußerst negative Statistiken (Vorsicht: Ironie ;)) wundern, denn der Tod seines virtuellen Egos gehört einfach dazu. In sieben verschiedenen Modi darf man sich hierbei heiße, aber meistens wegen Eigenverschulden recht kurzweilige, Runden mit Spielern aus der ganzen Welt liefern. Neben altbekannten Spielmodi wie "Überleben" und "Team-Überleben" (zu Englisch: Last Man Standing) und "Scharfschütze", welches im Grunde genommen nur der Deathmatch Modus ist, darf man sich in zwei neuen Multiplayermodi so richtig austoben: Für wen die kooperativen Spielmodi "Mission trainieren" und "Terroristenjagd" fehl am Platz sind, wird mit "Eroberung gesamt", so die etwas merkwürdige Übersetzung für Total Conquest, belohnt.

Hier ist größtes Teamplay angesagt, denn auf der Map sind insgesamt drei Satelliten-Schüsseln verstreut, die das jeweilige Team auf seine Frequenz umstellen muss, um Daten an einen Satelliten zu versenden. Nachdem man alle drei Schüsseln für sein Team aktiviert hat, läuft ein Countdown ab, der über Sieg oder Niederlage entscheidet. Schafft es ein Team, seine Satelliten-Sender erfolgreich bis zum Ablauf des Countdowns zu verteidigen, gewinnt dieses.

Da dieser Modus leider ab und zu zum reinsten Basecamping ausartet, ist bedauerlich und an dieser Stelle kann man nur an die Fairness der Spieler appellieren. "Bergung" nennt sich der zweite neue Spielmodus, in welchem sich alles um einen kleinen Giftbehälter dreht: Diese rein namentlich abgeänderte Form ist nichts anderes als Capture the Flag und anstatt einer sperrigen Flagge müssen die Spieler hier einen Giftbehälter bergen und diesen so schnell wie möglich zurück in die eigene Basis bringen, um einen Punkt zu kassieren. Das sich in Sachen Grafik und am Spielprinzip nichts geändert hat, haben wir schon erwähnt, doch dafür ist Rainbow Six 3: Black Arrow eines der ersten Xbox Live Spiele, das die Xbox Live 3.0 Features verwendet. Dazu zählen unter anderem auch das wohl beste Hilfsmittel, wenn es um Kommunikation geht: Sowohl Text- als auch Sprachnachrichten kann man seinen Freunden in der Xbox Live Freundesliste nun hinterlassen und so nun viel einfacher anstehende Clanwars organisieren oder sich mit seinen Freunden absprechen. Weiterhin steht nun auch jedem Spieler online Speicherplatz zur Verfügung, über den er eigene Kreationen, wie z.B. Armabzeichen für seinen Clan entwerfen und diese den Freunden / Clanmembern zugänglich machen kann.

Auch der Austausch der Mitglieder- sowie Freundesliste ist dadurch möglich und sorgt somit für jede Menge Flexibilität. Da das beste natürlich zum Schluss kommt, wollen wir das neue Wettkampfsystem natürlich auch erwähnen: Nun können spannende Wettkämpfe von den Spielern selbst organisiert und natürlich ausgetragen werden!