Id Software macht, was ihnen in die Wiege gelegt wurde. Trotz der felsenfesten Herkunft der Texaner fällt es mir in den ersten Stunden von „Rage“ ein bisschen schwer, das vollends zu realisieren. Keine Erfahrungspunkte nach abgeschlossenen Aufträgen, keine Perks, keine Level-ups, und das trotz offener Spielwelt, trotz Nebenmissionen. Nein, nein, id Software macht einen Shooter.
Ein grundehrlicher Shooter mit einigen Macken, der es nicht nötig hat, schwache Action mit viel Drumherum zu kaschieren.FazitEinen, der die reinste Form der Action wählt, ohne auffällig viel Skript-Schmückwerk am Rande, abstürzende Helikopter oder unnötig scheppernden Ballast. Die Texaner brauchen keine Effektwolke zum Übertünchen schwacher Action. Auch keine Maschinerie voller Hoppala oder in Reihe einstürzende Wolkenkratzer, damit ich mich in ihrer Welt wohlfühle.
Natürlich hat „Rage“ seine brüllenden Höhepunkte, etwa wenn ein turmhoher Mutant an den Grundfesten eines Hauses rüttelt oder Brücken unter lautem Getöse einkrachen. Ganz ohne Krawall geht’s nicht, das weiß auch id. Doch es ist schön, endlich mal wieder einen Shooter zu erleben, der schmückendes Action-Beiwerk wirklich als solches versteht und es lange im Hintergrund brodeln lässt. Bis er sich ab und zu erbarmt und aus sich herausgeht. Vielleicht wirken jene Momente wie der Gang durch ein altes Krankenhaus, während es aus dem Inneren verräterisch grummelt, deswegen so intensiv. „Rage“ übertreibt es nicht.
Willkommen in einer Zeit weit nach uns. Die Aussichten sind prächtig.Es ist ein sympathischer, grundehrlicher, altmodischer Shooter mit dem Herz am rechten Fleck. Nichts, was mich von den super choreographierten Gefechten gegen grausam entstellte Mutanten und kahlrasierte Gang-Mitglieder abhält. Nichts, was überspielen müsste, dass die id-Software-Schrotflinte immer noch am coolsten wummst. Und nichts, was den wunderbaren Totentanz stört.
Tanz deshalb, weil ich in den letzte Jahren kein Spiel mit derart schmissigen Trefferanimationen gesehen habe. „Rage“ lebt von dieser ballistischen Wucht, wenn Mutanten nach einem Beintreffer einknicken, linkisch nach vorn torkeln, gegen eine Wand donnern, wilde Pirouetten drehen. Wenn sie grunzend um die Ecke biegen, wie Raubtiere in meine Richtung springen oder bizarr verrenkt in Türrahmen klemmen und mich angrinsen. Sie entzünden ihre hölzernen Knüppel an einer brennenden Tonne und geben sich, körperlich längst ramponiert, einen letzten Ruck zum Angriff. Holy Shit.
Wie Monolith damals in „Condemned“ hat id mit dem unberechenbaren Gegnerverhalten einen ganz eigenen Nerv getroffen. Ich sehe den ewig gleichen Mutanten und Endzeitbanden lieber beim Aufmarschieren zu als dem tausendsten hüftsteif durch Schützengräben polternden Soldatentrupp. Nennt es Schauwerte, meinetwegen, aber die sind auch mal wichtig.
Großes Highlight von Rage: die herrlichen Animationen innerhalb der gut gemachten Gefechte.Ich hatte jedenfalls meinen Spaß inmitten dieser entrückten Gesellschaft, zumal id im Vergleich mit damals einige spielerische Kohlen nachschiebt: Kleine Spinnenroboter krabbeln feuernd an meiner Seite entlang, bevor sie irgendwann mit einer rührseligen Sterbeanimation abtreten, und Geschütztürme in Miniform rattern verlässlich dort, wo ich sie abstelle.
Zeitweise spürt man fast einen Hauch „Bioshock“, sobald man sich hinter einem aufgestellten Geschütz verschanzt oder Feinde mit elektrischen Bolzen im Wasser zappeln lässt. Später gibt’s ferngesteuerte Autos mit Sprengladungen obendrauf. Wie ein Hühnerhaufen gackern und rennen die Banditen durcheinander, ballern verzweifelt auf das Spielzeug. Wer schnell genug ist, rettet sich mit einem Sprung hinter eine Abdeckung. Der Rest schafft es nicht. Tolle Momente.
Wer viel im Müll herumwühlt und Gegner durchsucht, füllt das Inventar mit jeder Menge Ramsch zum Verkloppen, aber auch einigen netten Sachen zum Herumbasteln. Irgendwann bekomme ich diese unheimlich coole Armbrust, die ich richtig liebgewonnen habe. Aus der Liaison hervor gehen Dynamitbolzen, ein lautes Flatsch beim Abfeuern derselben und eine Wolke aus Innereien. Sie hat nichts übriggelassen.
von Bethesda Softworks, id SoftwareGenre: Action, Ego ShooterPC, PS3, XBox 360: 7.10.2011Freigegeben ab 18 Jahren
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Sehr gespannt bin ich da ich mir KZ3 gleich mit dazu bestellt habe und beide so ziemlich die selben Schwächen bzw. Stärken haben.
Ähm nein...
Aber Du bist dennoch der festen Überzeugung, das es schlecht ist? Verstehe... :)
Mich interessiert Rage überhaupt nicht. Deswegen: Nein, ich habe es nicht gespielt.
Rage ist n super Spiel. Nicht überragend, aber durchgehend hochwertig. Hast Du es überhaupt schon gespielt oder plaperst Du nur das nach, was Du mal gelesen hast?
Aber so schlecht ist id doch gar nicht. Na jetzt von Rage mal abgesehen.
Seit wann ist es bitte in Mode, dass ich mir von Mitarbeitern im Forum eine Liste diverser Konsolenbefehle und .cfg Dateien etc. geben lassen muss, um Einstellungen meiner Grafik vorzunehmen?
Es bleibt dabei: ein Untermenü wäre gerade bei einem solch aufwändigen Titel aus DER Vorzeige-Grafik-Engine-Firma minimale Pflicht gewesen.
Guck einfach in Steam Forum von Rage. Da zeigt dir ein Nvidia-Mitarbeiter (sofern du eine Nvidia hast;) wie du deine eigene rageconfig.cfg erstellst inkl. einer Definition der Befehle.
Ich für meinen Teil jedoch bin zufrieden.
Bischen mim Pad chillen und einen auf Mad Max machen.
Fallout war nicht so mein Ding, Rage triffts da eher. Finds gut, dass der Titel eher wert auf Action legt.
Für RPG hat man dieses Jahr Skyrim.