Radsport Manager Pro 2006 (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Die Tour de France steht vor der Tür und keiner guckt hin. Jedenfalls überschlagen sich jetzt, wo dieser Artikel geschrieben wird, die Ereignisse und viele der Top Stars wie Jan Ullrich und Ivan Basso werden aufgrund von Doping-Verdächtigungen nicht teilnehmen dürfen.

Das kann euch mit Radsport Manager 2006 Pro nicht passieren, denn bei dem offiziellen Spiel zur "Großen Schleife" sind unabhängig von den realen Geschehnissen alle Stars und Teams am Start. Wir haben uns das Spiel daher genauer angeguckt und können euch sagen, ob ihr als Radsportfans in den nächsten Wochen lieber vor dem Computer oder vor dem Fernseher sitzen solltet.

Radsport Manager Pro 2006 - Trailer

Radsport Manager 2006 Pro bietet auf den ersten Blick alles, was das Herz eines angehenden virtuellen Managers erwärmen kann. Als Leiter eines professionellen Radsport-Teams seid ihr für alle Belange rund um die von euch zusammengestellte Mannschaft verantwortlich.

Von der Trainingsplanung über die Wahl der Ärzte, des Trainingslagers, die Rekrutierung von Co-Sponsoren, den Einkauf des richtigen Equipments bis hin zum Abschluss von Fahrer-Verträgen reicht die schier endlose Palette von Aufgaben.

Radsport Manager Pro 2006 - Ganz ohne Doping: Felgenbruch oder gelbes Trikot, das ist hier die Frage.

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Doch die Vorbereitung ist nur die eine Seite der Medaille. "Die Wahrheit ist uffm Platz", heißt es so schön in einer anderen Sportart, hier ist es der harte Asphalt der Straßen, auf denen sich zeigen muss, ob ihr bzw. eure Fahrer nicht nur Trainingsweltmeister seid.

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Wie es sich für eine Manager-Simulation gehört wird dem Spieler also ein schier unüberschaubarer Wust an Möglichkeiten und Funktionen zur Einflussnahme vor und während der Rennen angeboten. Das sehr umfangreiche und detaillierte Handbuch hilft dabei ungemein weiter, womit die Entwickler schonmal einige Pluspunkte verbuchen können.

Angehenden Managern steht darüber hinaus ein sechsteiliges Tutorial zur Verfügung, mit dem die theoretischen Kenntnisse in erste Praxis-Schritte umgesetzt werden sollen. Doch leider verfehlen die auf wenige Rennsituationen beschränkten Übungen ihr Ziel: Sie sind zu kurz, aus dem Zusammenhang des Spiels gerissen ergeben sie nur teilweise einen Sinn und helfen im späteren Spielverlauf nicht wirklich weiter.

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Auf diese Weise wird man eigentlich eher ins kalte Wasser geworfen und findet sich in der zwar größtenteils übersichtlichen Benutzerführung gut zurecht, weiß aber ohne ständiges Nachschlagen nicht so richtig, wo vorne und hinten ist.

So ist die Neigung groß, viele Funktionen der Automation anheim fallen bzw. Simulieren zu lassen, anstatt selbst die Kontrolle zu übernehmen.

Die für Managerspiele typischen Tabellen, endlose Reiter- und Zahlenreihen bleiben uns natürlich auch beim diesjährigen Radsport Manager nicht erspart, hätten aber durchaus hübscher gestaltet werden können.

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Insgesamt bietet sich ein eher dröger und hausbackener Anblick, der sich in allen Teilen des Spiels bemerkbar macht. Lediglich die Darstellung der Fahrer im Rennmodus kann ansatzweise überzeugen, zeigt aber auch bei Animationen - vor allem beim Sprint - deutliche Schwächen.

Wenig fürs Auge bietet auch die dort gezeigte Landschaft, die mit viel zu wenigen Details ausgestattet recht blockartig und eintönig wirkt.

Und wenn wir schon bei der Kritik sind: Ziemlich schlimm und nervig ist auch der billige Soundtrack, der kaum länger als einige Minuten auszuhalten ist. Mit Radsport-Atmosphäre hat das jedenfalls nichts zu tun.

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Neben dem misslungenen Tutorial können Manager im Karriere-Modus ein Team über eine oder mehrere Saisons zu betreuen. Alternativ könnr ihr euch auf eine von fünfzig kompletten Rundfahrten wie die Tour de France oder den Giro d'Italia oder einzelne Etappen einer Rundfahrt beschränken.

Darüber hinaus ist es per Editor auch möglich, eine eigene Rundfahrt zusammenzustellen oder im Multiplayer-Modus anzutreten, für den allerdings das GameCenter des Entwicklers Cyanide installiert und benutzt werden muss.

Spielerisch unterscheiden sich die Modi aber höchstens leider lediglich in der Dauer der Events. So teilt sich das Gameplay naturgemäß in den Managementteil und das 3D-Rennen, das sich auf Wunsch auch komplett simulieren lässt.

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Wer sich dafür entscheidet, aktiv ins Renngeschehen eingreifen zu wollen, erhält eine ganze Reihe von Funktionen an die Hand, mit denen den Fahrern des Teams Anweisungen gegeben werden können.

So lassen sich beispielsweise Angriffe initiieren oder abwehren, können der Mannschaftskapitän oder andere Fahrer schützend und kraftsparend in den Windschatten genommen werden oder Sprints und Ausreißversuche koordiniert werden.

Die Anweisungen lassen sich entweder über eine übersichtliche Symbolleiste aufrufen oder über ein Kontextmenü mit der rechten Maustaste. Die wohl wichtigsten Mini-Fenster sind die Individual-Anzeigen der Fahrer, die Auskunft darüber geben, in welcher Verfassung sich die Radler befinden.

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Damit lässt sich auf einen Blick erkennen, wer für welche Aufgaben in Frage kommt. Einen ausgepowerten Fahrer Attacken fahren zu lassen ist natürlich sinnlos.

An verschiedenen Farbbalken lässt sich ablesen, ob die Fahrer noch über genügend Kraftreserven für das gesamte Rennen (grüner Balken) oder Angriffe (blauer Balken) verfügen oder schon dabei sind, einzubrechen (roter Balken).

Mithilfe des so genannten Einsatzbalkens lässt sich außerdem bestimmen, mit wie viel Prozent Einsatz die Fahrer sich bewegen sollen. Wenn möglich werden die meisten Kommandos zügig umgesetzt. Es ist aber nicht einfach, bei großen Rennen mit hunderten Fahrern den Überblick über alleFahrer und das gesamte Geschehen zu behalten. Zuviel spielt sich gleichzeitig ab, zudem die KI recht aggressiv agiert und ständig Attacken gefahren werden. Zufällige Ereignisse wie Reifenpannen sorgen für zusätzliche Stressmomente.

Oft wird durch die relativ begrenzten Kameraperspektiven auch nicht deutlich, an welcher Stelle des Feldes sich die angezeigten Fahrer befinden. Die Hubschrauberkamera ist zu weit weg und die persönliche Fahrerkamera zeigt immer nur einen kleinen Ausschnitt des Pulks. Deshalb fällt es nicht immer leicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder Situationen korrekt einzuschätzen.

Das Gameplay entwickelt sich phasenweise auch zu fummelig, da die Möglichkeit fehlt, das gesamte Team auf einmal auszuwählen und alle Fahrer einzeln angeklickt werden müssen, wenn ein Teambefehl erteilt werden soll. Wem der Ablauf einer Etappe zu lange dauert, kann die Zeit bis auf das achtfache beschleunigen und sich sogar komplette Aufzeichnungen ansehen.

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Damit lässt sich auf einen Blick erkennen, wer für welche Aufgaben in Frage kommt. Einen ausgepowerten Fahrer Attacken fahren zu lassen ist natürlich sinnlos.

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Mithilfe des so genannten Einsatzbalkens lässt sich außerdem bestimmen, mit wie viel Prozent Einsatz die Fahrer sich bewegen sollen. Wenn möglich werden die meisten Kommandos zügig umgesetzt. Es ist aber nicht einfach, bei großen Rennen mit hunderten Fahrern den Überblick über alleFahrer und das gesamte Geschehen zu behalten. Zuviel spielt sich gleichzeitig ab, zudem die KI recht aggressiv agiert und ständig Attacken gefahren werden. Zufällige Ereignisse wie Reifenpannen sorgen für zusätzliche Stressmomente.

Oft wird durch die relativ begrenzten Kameraperspektiven auch nicht deutlich, an welcher Stelle des Feldes sich die angezeigten Fahrer befinden. Die Hubschrauberkamera ist zu weit weg und die persönliche Fahrerkamera zeigt immer nur einen kleinen Ausschnitt des Pulks. Deshalb fällt es nicht immer leicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder Situationen korrekt einzuschätzen.

Das Gameplay entwickelt sich phasenweise auch zu fummelig, da die Möglichkeit fehlt, das gesamte Team auf einmal auszuwählen und alle Fahrer einzeln angeklickt werden müssen, wenn ein Teambefehl erteilt werden soll. Wem der Ablauf einer Etappe zu lange dauert, kann die Zeit bis auf das achtfache beschleunigen und sich sogar komplette Aufzeichnungen ansehen.