Wenn man in der gamona-Redaktion quietschende Reifen und aufheulende Motoren hört und kaum bezahlbare Muscle-Cars im Sonnenlicht glänzen, dann fährt die Chefetage entweder vor dem Büro ihren Fuhrpark spazieren oder aber ein neues Rennspiel steht in den Startlöchern. Letzteres trifft in unserem Fall zu: Nach zwei Jahren dürfen sich Rennspielfans mit Race Driver: GRID auf einen neuen Teil der erfolgreichen Race-Driver-Reihe freuen, den wir bei einem Besuch von Codemasters erstmals in Form einer Pre-Alpha der Xbox-360-Version beäugen konnten.

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Alles neu macht ‚GRID’

Codemasters schlägt unverkennbar neue Pfade ein: Bereits der Release von Colin McRae: DiRT lenkte die bekannte Rallye-Simulation im letzten Jahr in eine neue Richtung. Nun soll mit dem kommenden Titel Race Driver: GRID auch die Race-Driver-Reihe einer Runderneuerung unterzogen werden. Wir haben ein paar Runden gedreht und erzählen euch, ob ihr euch auf spannende Rennen freuen könnt oder doch nur lahmes Gegurke für Fahrschüler ansteht.

Race Driver: GRID - Rennspaß auf drei Kontinenten: Wir sind Probe gefahren und berichten aus dem Cockpit.

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Die ausgezeichnete Grafik fällt sofort auf.
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Fans der Race-Driver-Reihe dürfte es sofort auffallen: Die Tourenwagen-Lizenz (DTM), die bei den vorherigen Teilen noch den Namen der Serie schmückte, liegt zwar noch bei Codemasters, wurde jedoch bei Race Driver: GRID nicht berücksichtigt. Die Namensänderung erfolgte im Zuge der Anpassung an die Next-Gen-Konsolen und soll einen Neuanfang einläuten.

GRID entfernt sich dementsprechend von der Quasi-Simulation der Vorgänger, Hauptaugenmerk liegt auf dem puren Fahr- und Spielspaß. Dementsprechend werden keine lahmen Seifenkisten im Spiel zu finden sein, die erst in aufwändigen Tuning-Orgien à la Need for Speed aufgemotzt werden müssen. Codemasters setzt von Anfang an auf stylische High-Performance-Schlitten mit glaubhaftem Fahrverhalten, die Fahrspaß ab der ersten Minute garantieren sollen.

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Fünf Kameraansichten lassen keine Wünsche offen.
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Auch das Menü des Spiels folgt diesem Kurs und ist fester Teil des Renngeschehens: Als Hintergrund dient eine Garage, die als Zentrale fungiert und auf diese Weise fest mit dem Spielgeschehen verkoppelt ist. Abhängig von eurem Karrierefortschritt verwandelt sich eure Garage von einer Hobbywerkstatt in einen gigantischen Rennstall mit fleißigen Mechanikern und mehreren Fahrern.

Drei Kontinente auf einmal

Race Driver: GRID bietet euch Fahrspaß auf drei Kontinenten mit jeweils unterschiedlichen Rennsportarten: In Europa erwartet euch der klassische Race-Driver-Content in Form von klassischen Tourenwagenrennen, die auf bekannten Originalstrecken, wie etwa dem Nürburgring oder Le Mans, absolviert werden.

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In Japan können sich Drift-Fans austoben.
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In Japan stehen eher Driftsport und getunte Driftautos auf dem Programm, das sich zum Beispiel an den Docks von Tokio abspielt. Die USA bieten dagegen die typischen Stadtrennen mit den dazugehörigen Muscle Cars und der nötigen Portion Show an. Erfreulich: Codemasters sicherte sich die passenden Lizenzen, so dass sämtliche gängigen Hersteller, wie BMW, Chrysler und Nissan, im Spiel wieder zu finden sein werden.

Auch hinsichtlich der Anzahl der Wagen und Strecken lässt sich Codemasters nicht lumpen: Insgesamt bieten die drei Kontinente 90 Strecken mitsamt den entsprechenden Varianten, die ihr mit satten 60 verschiedenen Fahrzeugen befahren könnt. Zwar werden bestimmte Modelle nur in bestimmten Kontinenten zum Einsatz kommen, dies sollte dem Spielspaß aber keinen Abbruch tun.

Karriere leicht gemacht

Wer im Einspielermodus durchstarten will, bekommt mit dem Karrieremodus die optimale Gelegenheit dazu. Codemasters verzichtet auf einen Storymodus und legt den Fokus auf das eigentlich Wichtige: die Rennen. Am Anfang absolviert ihr drei Rennen in den drei Kontinenten und könnt danach euren eigenen Rennstall gründen. Seid ihr erfolgreich und sahnt ordentlich Preisgelder ab, könnt ihr zusätzliche Fahrer und Mechaniker einstellen.

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Habt ihr genug Geld, könnt ihr andere Fahrer anheuern, die euch helfen.
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Die angeheuerten Fahrer können dann zum Beispiel für euch um Punkte fahren oder euch bei dem Kampf um eine Position auf dem Treppchen unterstützen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass auch der Team-Aspekt im Spiel nicht zu kurz kommt. Nach jedem Rennen bekommen eure Fahrer als Bezahlung einen Teil des Preisgeldes, da sie natürlich nicht kostenlos für euch aufs Gaspedal treten.

Ein grafisch hochwertiges Rennvergnügen, das irgendwo zwischen Simulation und Arcade angesiedelt ist und massig Spielspaß verspricht.Ausblick lesen

Während ihr fahrt, simuliert das Spiel eine immerwährende Welt des Motorsports, in der andere Rennen parallel stattfinden und auf diese Weise ständige Veränderungen des Spielgeschehens gewährleistet werden. Könnt ihr Erfolge verbuchen, treten Sponsoren an euch heran, die eure Kasse zusätzlich klingeln lassen. Da Codemasters mit realen Werbepartnern kooperiert, ist es nicht verwunderlich, dass ihr zum Beispiel einen gebrauchten Wagen über Ebay Motors erstehen könnt.

Intelligente Rempler

Fahrer ist bei GRID nicht gleich Fahrer: Da jeder Pilot seine eigene Persönlichkeit besitzt, variieren auch die Fahrstile entsprechend. Dies gilt nicht nur für die Leute in eurem Team, sondern auch für die von der KI gesteuerten Fahrzeuge bzw. deren Insassen. Diese liefern sich auf der Strecke nicht nur erbitterte Zweikämpfe, sondern blocken und provozieren sich gegenseitig, was nicht selten dazu führt, dass sie Bekanntschaft mit einem Reifenstapel oder dem Kiesbett machen.

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Jeder Fahrer besitzt seine eigene Persönlichkeit.
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Das Ziel, menschliche Mitspieler zu simulieren, ist Codemasters offensichtlich gut gelungen. Zwar verhielt sich die KI bei unserer Testversion noch etwas ruppig, bis zum Verkaufsstart im Sommer dieses Jahres wird aber alles angepasst sein. Viel versprechend ist auch die Idee, das Ansehen eures Fahrers mit dem Verhalten der KI zu verknüpfen, was folgendermaßen funktionieren soll: Je besser ihr fahrt, desto höher steigt euer Ansehen, das in Form von Reputation Points gemessen wird.

Diese schalten nicht nur weitere Wettbewerbe frei, sondern steigern auch die Aggressivität der KI-gesteuerten Fahrer euch gegenüber. Je besser ihr fahrt, desto schwieriger macht es euch die KI. Da ist es gut zu wissen, dass nicht nur verschiedene Schwierigkeitsgerade existieren, sondern optional ein fünfstufiges Hilfesystem zugeschaltet werden kann, das euch durch nützliche Features wie etwa einer Bremshilfe das Fahren erleichtert.

Ich will noch mal

Nicht nur die von der hauseigenen Ego-Engine produzierte Grafik hinterließ bereits in unserer Version einen überaus guten Eindruck, auch die Steuerung überzeugte. Zwar erfordert das Fahrverhalten der Vehikel vor allem beim Bremsen Feingefühl, die Fahrzeugbeherrschung geht jedoch bereits nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über. Landeten wir beim Testen der drei bereits spielbaren Strecken am Anfang noch häufig im Kiesbett oder drehten uns um die eigene Achse, liefen unsere Rennen bereits nach kurzer Zeit deutlich besser.

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Gute Idee: Die Instant-Replay-Funktion lässt euch bis zu zehn Sekunden zurückspulen.
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Neben der schnell erlernbaren Steuerung war daran vor allem ein besonderes Feature nicht ganz unbeteiligt: die Instant-Replay-Funktion. Leistet ihr euch einen Fauxpas, könnt ihr auf Wunsch die Zeit bis zu zehn Sekunden zurückspulen und so einen zweiten Versuch starten, ohne das gesamte Rennen noch einmal fahren zu müssen. Zwar ist dieses Feature nur in den Anfangsschwierigkeitsgeraden insgesamt dreimal pro Strecke verfügbar, das sollte jedoch ausreichen, um vielen Frustmomenten vorzubeugen.

Auch das Schadensmodell passt sich dem Schwierigkeitsgrad an und wirkt sich dementsprechend mehr oder weniger auf das Fahrverhalten aus. Erfreulich: Die auf der Colin McRae-Serie basierende Schadensengine wurde komplett überarbeitet und folgt den Gesetzen der realen Physik. Da insgesamt bis zu 20 Autos gleichzeitig auf einer Strecke unterwegs sein werden, dürfte die Engine einiges zu tun bekommen…