Nach Colin McRae Dirt, das bereits im September letzten Jahres erschien, liefern die Rennspielexperten von Codemasters nun ein Straßenrennspiel ab. Mit dem Verzicht auf Tuning und Fahrzeugsetups wirkt das Konzept schon fast puristisch – warum das Spiel dennoch ein Hit ist, verraten wir im Test.

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Colin McRae Dirt heimste bereits im letzten Jahr eine satte 87% Wertung ein und begeisterte Fans gepflegter Offroadrennen. Mit zahlreichen Rennklassen, gelungener Steuerung und superber Technik leistete es sich bis auf einen schwachen Onlinemodus fast keinen Ausrutscher.

Race Driver: GRID - Geniale Grafik, tolles Spiel: Der neueste Teil der Serie ist ein Fest für Rennspieler.

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Der Fuhrpark bietet mit 60 Originalfahrzeugen sehr viel Abwechslung.
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Mit Race Driver: GRID erreicht uns nun ein Asphaltrennspiel von Codemasters, das viele Gemeinsamkeiten zu DIRT aufweist. Typisch für die „Race Driver“-Serie ist ein Karrieremodus, bei dem ihr als Auftragsfahrer startet und im späteren Spielverlauf einen eigenen Rennstall betreiben müsst. Damit dieser Traum eines jeden Rennfahrer Wirklichkeit wird, nehmt ihr zunächst ein paar einfache Jobs an und spart die gewonnenen Preisgelder für den Aufbau eures ersten eigenen Boliden auf.

Vom Auftragsfahrer zum Rennstallmogul

Habt ihr die rund 60.000 US-Dollar nach knapp einer Stunde Spielzeit zusammen, könnt ihr auf einen Boss 302 Mustang zurückgreifen und mit diesem Traumauto den Grundstein für den eigenen Rennstall legen. Schnell wählt ihr noch drei Grundfarben nebst Lackierungstyp und schon steht euch die Welt des Rennsports offen.

An welchen Rennevents ihr fortan teilnehmen dürft, richtet sich nach den Fahrzeugen, die ihr in eurer Garage stehen habt, und den bereits absolvierten Fahrlizenzen. Ein stetiger Ausbau eures Fuhrparks ist also unumgänglich. Alternativ könnt ihr zur Abwechslung und zur Geldbeschaffung jedoch auch weiterhin Auftragsfahrten anderer Rennställe annehmen.

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Die sehenswerten Replays lassen sich leider nicht speichern.
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Sobald ihr in einem der rund 60 Fahrzeuge Platz genommen habt, entfaltet das Spiel augenblicklich seinen Reiz. Die Steuerung erinnert stark an die aus Colin McRae Dirt. Wer bei dem Rallyevertreter schon mal die eine oder andere Asphaltetappe gefahren hat, wird starke Ähnlichkeiten feststellen. Der Realitätsgrad ist dabei stark von den zugeschalteten Fahrhilfen abhängig. Wer mag, ist mit Brems- und Lenkassistent unterwegs, die selbst beim Anbremsen für eine stetige Lenkbarkeit und Spurtreue des Boliden sorgen.

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Mit asiatischen Fabrikaten nehmt ihr an Straßenrennen teil – leider ohne Tuning.
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Äußerst lobenswert ist zudem der Geschwindigkeitseindruck, der euch Adrenalin ins Blut pumpen wird. Trotz der immensen Detailfülle der Strecken kommt es nämlich nur selten zu Einbrüchen der ansonsten konstant hohen Framerate. Vor jedem Rennen habt ihr die Möglichkeit, aus drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu wählen, die sich unmittelbar auf das Können der äußerst glaubhaft agierenden KI-Gegner auswirken. Je höher der Schwierigkeitsgrad ist, desto mehr Ansehen erhaltet ihr übrigens bei einem erfolgreichen Abschneiden, was wiederum für das Freischalten neuer Fahrlizenzen von Bedeutung ist.

Dynamische Rennen, pure Action!

Jedes GRID-Rennen vermittelt pures Rennfeeling. Wenn ihr mit Vollgas aus einer Kurve heraus beschleunigt und euch plötzlich die Frontschürze eines in eine Karambolage verwickelten Kontrahenten entgegenfliegt, sorgt das für sehr viel Atmosphäre. Im Rahmen unseres Tests kam es auch häufig vor, das ein Rennfahrer schlicht die Nerven verlor und einen Fahrfehler beging.

Rundum gelungenes Rennspiel mit variablem Schwierigkeitsgrad, großem Umfang und hervorragender Präsentation! Einsteigen, Spaß haben!Fazit lesen

So lieferten wir uns beispielsweise ein spannendes Duell um die Führungsposition, bei dem unser Abstand auf den Ersten kontinuierlich kleiner wurde. In der letzten Kurve saßen wir dem Gegner dann regelrecht im Nacken, worauf er zu spät anbremste und ins Kiesbett rutschte. Super, so muss sich ein Rennspiel spielen!

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Leichte Rempler stecken die Fahrzeuge problemlos weg – echte Kollisionen solltet ihr dagegen vermeiden!
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Eine weitere interessante Erfahrung machten wir, als wir auf einem abgesperrten Straßenkurs eine Kurve so riskant nahmen, dass wir dabei ein paar Pylonen überfuhren. In der nächsten Kurve verhielt sich unser Bolide plötzlich dermaßen seltsam, dass wir bereits vermuteten, von einem Gegner touchiert zu werden. Die Analyse der Rennwiederholung verriet uns schließlich, dass sich einer der überfahrenden Pylonen in unserem vorderen Radkasten verhakt hatte und so die Lenkung beeinträchtigte.

Gelungen ist auch das Schadensmodell, das nicht nur für optische Schäden sorgt, sondern auch Auswirkungen auf das Fahrverhalten hat. Während kleinere Rempler lediglich mit Beulen, Kratzern und berstenden Scheiben quittiert werden, sorgen echte Karambolagen für den Verlust von Fahrzeugteilen, eine verzogene Lenkung, eine Überhitzung des Motors und vieles mehr – euer Budget wird dadurch jedoch nicht belastet, da die nötigen Reparaturen nicht bezahlt werden müssen. Der Gipfel der Zerstörung ist letztlich ein Totalschaden, der eine Weiterfahrt unmöglich macht.

Race Driver: GRID - Geniale Grafik, tolles Spiel: Der neueste Teil der Serie ist ein Fest für Rennspieler.

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Wählt ihr die Cockpitperspektive, spielt sich GRID sehr authentisch.
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In diesem Fall könnt ihr euch wahlweise aus dem Rennen zurückziehen, das Rennen neu starten oder Gebrauch von einem der Kernfeatures machen. Bei GRID habt ihr nämlich jederzeit die Möglichkeit, ein Rennen zu unterbrechen, den Verlauf zurückzuspulen und die letzte Passage noch einmal zu fahren. Auf diese Weise macht ihr nicht nur einen Totalschaden ungeschehen, sondern bügelt beispielsweise auch ein vermasseltes Überholmanöver aus. Damit das Ganze nicht zu einfach wird, steht euch die Reise in die Vergangenheit nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung.

Herrliche Aussichten bei höllischem Tempo

Wer auf derlei Hilfestellung verzichten möchte, aktiviert den Profimodus, der nicht nur das Zurückspulen der Zeit verhindert, sondern sogar die komplett ausmodellierte Cockpitperspektive vorschreibt, die euch die rasanten Rennen noch authentischer erleben lässt. Wer jetzt noch die Fahrhilfen deaktiviert, erhält ein Spiel, das sich schon fast auf Simulationsniveau bewegt.

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Die Streckengrafik steht den detaillierten Fahrzeugmodellen in nichts nach.
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Mit rund 90 Strecken, Zeitfahren, Runden- und Driftrennen und Fahrzeugklassen vom Muscle Car über asiatische Tuningfahrzeuge bis hin zum Indycar-Boliden, bietet euch das Spiel sehr viel Abwechslung. Auf Tuningteile und Fahrzeugsetups müsst ihr zwar verzichten, doch dafür stimmt der Rest. Ein Kritikpunkt von DIRT wurde übrigens bravourös ausgemerzt. Kritisierten wir seinerzeit noch die unbelebten Strecken, können wir uns bei GRID keinesfalls über mangelndes Zuschauerinteresse beklagen. Überall stehen Schaulustige am Streckenrand, feuern uns an, schießen Fotos und schreien bei einem Crash empört auf.

Grafisch wirkt das Spiel wie aus einem Guss. Zwar gibt es wieder keine Wettereffekte und auch die schicken Wiederholungen lassen sich erneut nicht abspeichern, dafür begeistern die abwechslungsreichen Strecken mit unzähligen Details. Wer mit seinem Mustang GTR durch die Straßen von San Francisco brettert, würde am liebsten die Karre auf Halbgas drosseln und die Aussicht genießen – wäre da nicht der wuchtige Motorensound, der jeden Rennspielfan zum Gasgeben animiert.